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A94 bei Ampfing in Fahrtrichtung Passau voll gesperrt

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A94 - Am frühen Donnerstagabend (30. Juni) steht der Verkehr auf der A94 bei Ampfing.
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OVB-Serie „Safari daheim“

Ein eleganter Fischjäger: Der Haubentaucher ist auch an Rosenheimer Gewässern zu finden

Das Wasser ist sein Zuhause: Ein Haubentaucher am Nest.
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Das Wasser ist sein Zuhause: Ein Haubentaucher am Nest.
  • VonSepp Hoheneder
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An Land fällt er durch seine unbeholfene Art auf, bei der Fischjagd im Wasser zeigt er dagegen seine außerordentliche Eleganz: Die 114. Folge der OVB-Serie „Safari daheim“ beschäftigt sich mit dem Haubentaucher, der bis zu 15 Jahre alt werden kann.

Rosenheim – Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) hat seinen Namen seiner auffälligen Federhaube zu verdanken. Im 19. Jahrhundert wäre es seinem Bestand fast an den Kragen gegangen. Wer in die Mühlen der Damenmode kam, hatte schlechte Karten. Man hatte es vor allem auf das sehr dichtbefiederte perlgrauweiße Brustgefieder abgesehen, das gegerbt als Muff besonders beliebt war.

Ganzjährige Schonzeit

Nach wie vor gehört der hübsch anzusehende Wasservogel zum Jagdrecht, aber seit vielen Jahrzehnten ist er mit einer ganzjährigen Schonzeit belegt. Längst zählt der größte heimische Taucher wieder zu den Charaktervögeln der heimischen Seen. So unsicher und unbeholfen er an Land ist, so elegant bewegt er sich schwimmend und tauchend im Wasser.

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Haubentaucher haben keine Schwimmhäute wie Enten, sondern Lappen an den drei Zehen und zählen somit zur Familie der Lappentaucher. Sie haben einen dünnen, fünf Zentimeter langen Schnabel und einen graubraunen Rücken. Im Frühjahr, wenn sie sich mit ihrem Prachtkleid geschmückt haben – Männchen und Weibchen sind dabei nicht zu unterscheiden – ziert ihren Kopf eine rotbraune und schwarz gefärbte Federhaube.

Schon im Juni, also während der Brutzeit, beginnt die Vollmauser vom Prachtkleid zum Schlichtkleid. Dabei verlieren sie alle Handschwingen und sind – ähnlich wie die Stockenten-Erpel – vier Wochen flugunfähig. An Kirchweih ist der Gefiederwechsel abgeschlossen. Im Schlichtkleid sind die Federohren und Kopfschmuck stark reduziert, Kopf und Körper sind überwiegend grau-weiß.

Nährstoff- und fischreiche Binnengewässer

Der bevorzugte Lebensraum dieses Lappentauchers sind nährstoff- und fischreiche Binnengewässer wie beispielsweise Bagger- und Stauseen sowie Teiche, aber auch langsame Fließgewässer. Die Mindestgröße der Gewässer, in der sich Haubentaucher ansiedeln, sind meist nicht unter zwei bis fünf Hektar. Notwendige Strukturen zur Befestigung ihrer Schwimmnester sind Schilf, Röhrichte oder Seerosen mit zusätzlichen freien Jagdflächen zur Fischjagd.

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Die meisten in Deutschland brütenden Haubentaucher sind Strichvögel und bleiben auch im Winter hier. Nur wenn Väterchen Frost es allzu gut meint, verstreichen die Taucher von den zugefrorenen Gewässern zu Offenen, zur Not auch bis zu den Meeresküsten.

Wasserinsekten und kleine Krebse

Als Unterwasserjäger besteht die Hauptnahrung des Haubentauchers vor allem aus kleinen Fischen, aber auch aus Wasserinsekten und kleinen Krebsen. Bei den Fischarten ist er nicht wählerisch – die Arten reichen von Weißfischen über Hechte bis zum Zander. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei etwa 200 Gramm. Ein Tauchgang beträgt im Durchschnitt 30 Sekunden in einer Tiefe von zwei bis fünf Metern. Es ist jedoch nachgewiesen, dass sich Haubentaucher in Stellnetzen verfingen, die sich in 40 Meter Tiefe befanden – und ertranken, was aber wohl zur großen Ausnahme zählen wird.

Die Balz des Haubentauchers ist komplex und vor allem durch seine spektakulären Balzrituale bekannt. Ihre Federohren werden dabei aufs Äußerste aufgestellt, sodass der Kopf wie ein Dreieck wirkt. Die Partner richten sich dabei aus dem Wasser auf, schütteln den Kopf, übergeben sich gegenseitig Nistmaterial und vollführen einen Pinguintanz. Dabei ist das balzende, kräftige „kraorrr“ weit zu hören.

Gemeinsamer Nestbau

Hat sich nach der langen Balzzeit ein Paar gefunden, geht es an den gemeinsamen Nestbau. Es befindet sich oft im Flachwasser oder es wird ein Seerosengürtel angelegt oder es wird im Schilf verankert. Das Nest des Haubentauchers besteht aus losen Pflanzenteilen, die in der unmittelbaren Umgebung gefunden werden und ragt bis zu zehn Zentimeter über den Wasserspiegel heraus. Die wichtigsten Baumaterialien sind Schilf und Seggen, die als trockene vorjährige Pflanzen verbaut werden. Der Durchmesser beträgt zwischen 30 und 60 Zentimeter. Die Brutzeit beginnt meist im Mai/Juni. In der Regel haben sie eine Brut in einer Saison.

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Drei bis vier Eier legt das Weibchen, ausnahmsweise können es auch sieben sein. Alle drei Stunden wechseln sich Männchen und Weibchen beim Brüten ab – und das 29 Tage lang. Die kleinen Haubentaucher kommen bedunt auf die Welt und sind Nestflüchter. Sie können sofort schwimmen und nach sechs Wochen selbständig tauchen.

In den ersten Wochen dürfen die kleinen schwarzweiß-gestreiften Taucher bei einem Elternteil auf dessen Rücken Schifferlfahren, während der andere Elternteil auf Futtersuche für seinen Nachwuchs geht. In der Hauptsache sind das Wasserinsekten, deren Larven und winzige Fische. Daneben wird der Nachwuchs gelegentlich mit kleinen Federn gefüttert, die sich die Altvögel aus Brust und Flanke selbst rupfen. Das, so wird vermutet, bindet unverdauliche Nahrungsreste.

Tauchgang mit den Eltern

Kümmert sich auch der Partner um Nahrung, werden die kleinen Passagiere unter den Schwingen auf den Tauchgang einfach mitgenommen. Zweieinhalb Monate dauert es, bis der Nachwuchs in die Selbstständigkeit entlassen wird. Nicht alle Dunenküken erreichen das Flüggealter. Große Raubfische oder auch die Rohrweihe machen sich so manche Küken zur Beute.

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In Bayern gibt es schätzungsweise 2000 bis 2300 Brutpaare. Entlang der großen Flüsse und Seengebiete im Alpenvorland sind Verbreitungsschwerpunkte und während der Wintermonate erhöht sich der Bestand durch Wintergäste. Bis zu 4500 Haubentaucher-Paare stellen sich im Herbst zum Überwintern in Gewässern wie Chiemsee, Waginger See, Ammersee, Starnberger See und unserem größten See, dem Bodensee. Obwohl seit den 90er-Jahren die Bestände stagnieren, ist der Haubentaucher nicht als gefährdet eingestuft. Hat er seine Jugendzeit überlebt, kann der Haubentaucher bis zu 15 Jahre alt werden.

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