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Mit Sängerin Avec nur eine Frau im Line-up

Ein Brite mit Gasmaske – James Blunt überrascht beim Rosenheimer Sommerfestival mit seinem Humor

Beinahe nach jedem Lied hat James Blunt seine Gitarre gewechselt.
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Beinahe nach jedem Lied hat James Blunt seine Gitarre gewechselt.
  • Paula L. Trautmann
    VonPaula L. Trautmann
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Ein Engländer in Rosenheim: James Blunt begeisterte beim Sommerfestival am Montag, 18. Juli, nicht nur mit seiner Musik. Der Sänger witzelt den ganzen Abend mit dem Publikum und trägt zwischendrin sogar eine Gasmaske.

Rosenheim – Auch das Vorprogramm ist erfrischend. Miriam Hufnagl alias Avec klingt unbeschwert und leicht. Ihre Lieder erinnern an die große Freiheit: eine laue Sommernacht im Mangfallpark oder eine Fahrt im Cabrio. Der Auftritt der Österreicherin ist ohnehin etwas Besonderes. Sie ist die einzige Frau von 15 Acts im Line-up des diesjährigen Sommerfestivals.

Die österreichische Sängerin Avec (links) trat mit ihrer Band vor dem Briten auf.

Eine Bühne mit wenigen Frauen

Das muss keine böse Absicht des Veranstalters sein. Wer das Programm der vergangenen Jahre betrachtet, stellt allerdings fest, dass kaum Frauen auf der Bühne stehen. Seit es das Sommerfestival gibt, dominieren die Männer. Umso besser, dass Avec Rosenheim beehrt.

Im Gegensatz zur Bühne überwiegt der Frauenanteil im Publikum. Und das begrüßt James Blunt unter tosendem Applaus. Der Musiker rennt von der einen Seite auf die andere, die Fans feuern ihn an, und er feuert sie an. Als erstes Lied spielt der Brite „Breathe“. Schon beim zweiten Song „Wiseman“ singen die Besucher mit: „Where are you now.“ Der Text sitzt.

„Fuck, it‘s so nice to see you“

„Hallo Rosenheim, alles klar, alles gut?“, fragt Blunt. Mit diesen Sprachfetzen erreiche er die Grenzen seiner Deutschkenntnisse. Stattdessen ruft er in Englisch: „Fuck, it‘s so nice to see you.“ Die Fans würden wohl zurückgeben, dass es schön ist, ihn zu sehen.

Blunt führt nicht nur mit Gesang durch den Abend, sondern mit viel Humor. Er scherzt, die Chinesen hätten einen Virus erfunden, nur um ihn zu stoppen. Alle Menschen hätten gelitten, sein Lockdown sei jedoch der schlimmste gewesen. Er habe die Zeit mit seiner Schwiegermutter verbringen müssen. Nun sei sie nicht mehr unter den Lebenden, sagt er und lacht wie eine böse Hexe aus einem Märchen. „Meine Frau denkt, sie ist in Mexiko, aber sie ist hinter dem Haus“, albert er herum. „Wenn du ein Journalist bist und das in die Zeitung kommt, wirst du auch hinter dem Haus landen.“

Männer sollen Fußball-Ergebnisse checken

Dann singt der Brite einen Song, den dem Musiker zufolge jeder kennt. „Ich habe eine kleine Problem“, sagt er. Das Lied „Beautiful Dawn“ sei so hoch, dass es nur Hunde und Frauen hören könnten. Deshalb bittet er die Frauen darum, mitzusingen. Die Männer könnten inzwischen ein Geschenk genießen: drei Minuten Stille, um Fußball-Ergebnisse nachzusehen. Wenn er könnte, würde er dasselbe tun, sagt Blunt.

Ein Meer aus Lichtern

Zwischen all den Witzen widmet er sich der Musik. Er spielt Klassiker wie „You‘re Beautiful“, „Postcards“, „1973“ und „Same Mistake“. Letzteres ist nach eigenen Angaben sein Lieblingslied. Dafür bittet er die Fans ihre Taschenlampen am Telefon einzuschalten. Ein Meer aus Lichtern vor dem rosaroten Abendhimmel.

Aus Romantik wird Kino. James Blunt zieht plötzlich eine Gasmaske auf. „Are you ready?“, ruft er dem Publikum entgegen. Ohne die Antwort abzuwarten, steigt er auf den Zaun und wirft sich in die Menge. „Crowd- surfing“ scheint angesagt auf dem Sommerfestival. Vergangenen Freitag hat sich Alec Völkel von „The BossHoss“ schon von den Händen der Besucher tragen lassen. Allerdings ohne Gasmaske und ohne T-Shirt.

Die Fans knien für ihn nieder

Für den Engländer knien die Fans nieder.

Auf dem Höhepunkt des Abends singt James Blunt das Lied „OK“. Er schreit „Rosenheim“, und Rosenheim schreit zurück. Er bittet die Besucher, in die Knie zu gehen. Beim Refrain springt die Menge auf. Nicht nur die Ticketkäufer sind begeistert vom Konzert. Ein Sicherheitsmann und eine Rettungskraft strecken sich für das perfekte Bild. Zwei Polizistinnen filmen den Auftritt und wippen im Takt der Musik.

Im Augenblick leben und den Moment genießen

Auch die meisten Besucher machen minutenlange Videos, halten minutenlang still. An dieser Stelle ein Tipp: Diese Filme sieht sich kaum jemand an, wenn der Auftritt vorbei ist. Viel besser ist es, im Augenblick zu leben, den Moment zu genießen und nicht zu versuchen, das beste Video zu bekommen.

Nach der Zugabe des Abends ruft Blunt: „Auf Wiedersehen und gute Nacht.“ Das Publikum singt „Oana geht no“. Aber bei Blunt geht Koana mehr.

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