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VIELE OFFENE FRAGEN

Ein Ausflug für die Tonne: Rosenheimer Grüne informieren sich in Wasserburg zum Thema Biomüll

Nach einer zweieinhalbstündigen Fahrradtour: Wasserburger und Rosenheimer Grüne haben sich vor dem Wertstoffhof versammelt, um mehr über die Biotonne zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.
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Nach einer zweieinhalbstündigen Fahrradtour: Wasserburger und Rosenheimer Grüne haben sich vor dem Wertstoffhof versammelt, um mehr über die Biotonne zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Während die Stadträte seit Jahren darüber diskutieren, ob Rosenheim eine Biotonne braucht, haben die Wasserburger das System bereits 2018 eingeführt. Wie gut das funktioniert, davon haben sich die Rosenheimer Grünen jetzt überzeugt.

Rosenheim/Wasserburg - Bernhard Schachner kennt sich aus mit Müll. Seit 30 Jahren kümmert er sich um die Wasserburger Abfallwirtschaft. Dass die Biotonne in der Stadt am Inn so gut ankommt, daran ist er maßgeblich beteiligt. Auch wenn er das selber so nie sagen würde. Er steht vor dem Wertstoffhof in der Landwehrstraße, in seiner Hand hält er mehrere Ordner, gefüllt mit Informationen über die vergangenen Jahre.

Minimiert die Geruchsentwicklung: Wasserburgs Zweiter Bürgermeister Werner Gartner zeigt den Biofilterdeckel aus Kokosfaser.

Zweiter Bürgermeister ebenfalls dabei

Auch Wasserburgs Zweiter Bürgermeister Werner Gartner hat sich Zeit genommen, um den Rosenheimer Grünen alle Fragen über die Biotonne zu beantworten.

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Dass es einiges zu besprechen gibt, zeigt das dicke Notizbuch, das Stadträtin Daniela Dieckhoff aus ihrem Rucksack holt. Sie will optimal vorbereitet sein, sagt sie, für den Moment, wenn das Thema in der Juli-Sitzung des Umweltausschusses erneut besprochen wird.

Königsdisziplin für die Verwaltung

„Die Biotonne ist die Königsdisziplin und für die Verwaltung eine Mammutaufgabe“, beginnt Schachner das Gespräch. Das habe man vor knapp drei Jahren auch in Wasserburg gemerkt. Tausende Bürger hätten im Rathaus angerufen und die Entscheidung kritisiert, eine Biotonne einzuführen.

Nicht genügend Platz für weitere Tonne

„Das Stellplatzproblem hat den meisten Unmut bei den Bürgern hervorgerufen“, erinnert sich Schachner. In der engen Wasserburger Altstadt durchaus verständlich, auch wenn man für die Aufstellung von drei 120-Liter-Tonnen nur einen Platz von 0,75 Quadratmeter braucht. Wer auch diese Stellfläche nicht zur Verfügung hat, konnte bei der Stadt eine Befreiung vom Holsystem beantragen und den Bioabfall direkt beim Wertstoffhof entsorgen.

Voraussetzung: fachgerechte Kompostierung

Gleiches gilt für die Bürger, die angegeben haben, einen eigenen Komposthaufen zu besitzen und deshalb auf die Biotonne verzichten wollten. „Voraussetzung dafür ist eine fachgerechte Kompostierung“, sagt Schachner.

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So müsse pro Hausbewohner eine Gartenfläche von 50 Quadratmetern nachgewiesen werden. Zudem müsse der nicht kompostierbare Bioabfall im Wertstoffhof entsorgt werden. Hierzu mussten die Bürger eine Bioabfallkarte beantragen.

Geruch und Madenproblem?

Doch es sind nicht nur der fehlende Platz und der eigene Komposthaufen, die die Wasserburger zu Beginn gegen die Biotonne rebellieren ließen. „Die befürchtete Geruchsbelästigung und das Madenproblem waren ein weitverbreiteter Ablehnungsgrund“, sagt Schachner. Auch hier habe es mehrere hundert Anrufe gegeben. Letztendlich habe sich beides nicht bewahrheitet.

Ausstattung mit Biofilterdeckeln aus Kokosfaser

Auch weil alle 120- und 240- Liter-Bioabfalltonnen mit einem sogenannten Biofilterdeckel aus Kokosfaser ausgeliefert worden sind, der die Geruchsentwicklung minimiert. Zudem hat die Stadt Wasserburg biologisch abbaubare Plastiktüten zugelassen, in denen die Abfälle verpackt in die Tonne gegeben werden können. Diese verhindern, dass Insekten an den Abfall kommen. „Die sind der Renner bei uns“, sagt Schachner.

Verwarnung beim ersten Verstoß

Trotzdem komme es hin und wieder vor, dass die Bürger auch normale Plastiktüten in die Biotonne werfen. Um das zu verhindern, werden immer wieder stichpunktartige Kontrollen durchgeführt. Beim ersten Mal gibt es eine Verwarnung, beim zweiten Mal wird die Tonne stehen gelassen. Der Bürger muss den Abfall, der nicht in den Biomüll gehört, aussortieren.

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Laut Schachner werden die Biotonnen in Wasserburg – die gebührenfrei sind –14-tägig geleert. Der Restmüll wird einmal im Monat abgeholt. Ein Rhythmus, der sich bewährt hat. Und auch sonst kann sich ein Großteil der Wasserburger ein Leben ohne die Biotonne kaum noch vorstellen.

Der Herr über den Müll: Bernhard Schachner leitet die Wasserburger Abfallwirtschaft. Hier erklärt er, wie die biologisch abbaubaren Plastiktüten funktionieren.

Einsparung an Restabfallgebühren

„Die getrennte Sammlung von Bioabfällen hat nicht nur ökologische, sondern auch finanzielle Vorteile“, weiß Bernhard Schachner.

Da für die Biotonne keine Gewichts- und Entleerungsgebühr erhoben werde, spare man Restabfallgebühren, da der schwere Biomüll nicht mehr in der Restabfalltonne lande, erklärt Schachner. Dieser wird in Wasserburg im Gegensatz zu Rosenheim nämlich gewogen. Heißt: Wer Wertstoffe trennt und Restabfälle vermeidet, wird mit besonders geringen Gebühren belohnt.

Viele offene Fragen geklärt

Es ist nur ein kleiner Einblick in die Welt der Biotonne, den Schachner mit den Rosenheimer Grünen teilt. Für mehr reicht die Zeit nicht. Zufrieden sind die teilnehmenden Stadträte trotzdem. Mit ihrem Wissen wollen sie auch den Rest des Gremiums überzeugen, warum es in Rosenheim eine Biotonne braucht.

Stand der Dinge in Rosenheim:

In der Dezember-Sitzung des Umweltausschusses haben sich die Stadträte darauf geeinigt, dass die Verwaltung überprüft, wie sinnvoll ein kombiniertes Bring- und Holsystem für Rosenheim sein könnte. Die Ergebnisse sollen im Sommer vorgestellt werden.

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