Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Ausstellung im Ballhaus noch bis Mittwoch

Ein Abend voller Magie: So haben fünf Zauberer in Rosenheim an Siegfried und Roy erinnert

Der Illusionist Florian Zimmer hat die Zuschauer während seines Auftrittes im Ballsaal immer wieder verblüfft und ratlos zurückgelassen. Auch Oberbürgermeister Andreas März zeigte sich sichtlich beeindruckt.
+
Der Illusionist Florian Zimmer hat die Zuschauer während seines Auftrittes im Ballsaal immer wieder verblüfft und ratlos zurückgelassen. Auch Oberbürgermeister Andreas März zeigte sich sichtlich beeindruckt.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
    schließen

Um an die verstorbenen Magier zu erinnern, findet seit Ende August die Ausstellung „Siegfried & Roy in Memoriam“ im Stucksaal des Rosenheimer Ballhauses statt. Neben Filmdokumentationen, Podiumsgesprächen und magischen Stadtführungen, gab es jetzt auch eine Show mit Zauberern, die Siegfried und Roy persönlich kannten.

Rosenheim  – Schnell bewegt Thomas Fraps seine Finger. Erst die Daumen, dann Zeige- und direkt danach die Ringfinger. Aufwärmen für Zauberer nennt er das. Die Zuschauer machen es ihm nach, erst verhalten, dann immer schneller. Plötzlich das Geräusch von knackenden, brechenden Knochen. Entsetzt schaut Fraps auf seine Hand. Auch im Publikum ist es still. Dann grinst der Zauberer und zieht einen kaputten Plastikbecher unter seinem Arm hervor.

Risikofaktor Ben Profane (rechts) forderte Zuschauer Marinus auf, mit der Konstruktion auf ihn zu schießen.

Akustische Illusion

„Das nennt man akustische Illusion. Auch eine gute Idee für ihren nächsten Besuch beim Orthopäden“, scherzt er. Während er durch die 70-minütige Veranstaltung führt, erzählt er immer wieder kleine Siegfried-und-Roy-Anekdoten.

Lesen Sie auch: Die Meister der Illusion: Ausstellung über Magier Siegfried und Roy im Rosenheimer Ballhaus

Beispielsweise davon, dass Siegfried im Ballhaus das Tanzen gelernt habe und es ihm wichtig gewesen sei, mit seiner Arbeit Geschichten zu erzählen und Menschen zum Träumen anzuregen.

Gaston Florin erzählt vom Sand der Zeit

Ein Meister auf diesem Gebiet ist auch Gaston Florin. Er tritt auf die Bühne, holt eine kleine Flasche aus seiner Tasche, die mit Sand gefüllt ist. „Time in a bottle“, nennt er sie. Und genau um die Zeit, dreht sich auch sein Auftritt. „Man kann sie nicht sehen oder begreifen. Trotzdem verrinnt sie. Unaufhaltsam“, sagt er, während er den Sand in seine Hand schüttet.

Lesen Sie auch: Magier berichtet von seinen Ideen für die Rosenheimer Siegfried-und-Roy-Ausstellung

Trotzdem versucht er, dass Rad der Zeit zurückzudrehen, indem er den Sand immer wieder auffängt - bis er plötzlich weg ist. Die Hand des Zauberers ist leer. Die Zeit ist abgelaufen.

Max Schneider, der jüngste Zauberer des Abends, lies mit einer Zuschauerin Tische schweben.

Jüngster Magier, der „Golden Lion Award“ erhalten hat

Die Zaubershow aber geht weiter. Der Illusionist Florian Zimmer betritt die Bühne, der den „Golden Lion Award“ als jüngster Magier überhaupt aus den Händen von Siegfried und Roy erhalten hat. Noch heute erinnerte er sich an die Preisverleihung. Es sei seine erste Amerika-Reise gewesen und bei seinem Auftritt in Las Vegas habe sogar Michael Jackson im Publikum gesessen.

Lesen Sie auch: Auf den Spuren von Siegfried und Roy: Magischer Stadtrundgang in Rosenheim

Er hält zwei Zauberwürfel in der Hand, die unterschiedlich eingestellt sind. Einen legt er auf die Bühne, den Zweiten behält er in der Hand. „Ich werde jetzt einen Zuschauer so beeinflussen, dass er den zweiten Würfel genauso einstellt, wie den, den ich auf die Bühne gelegt habe“, sagt er.

Zuschauer in leichte Hypnose versetzt

Er holt einen Zuschauer nach vorne, drückt ihm den Würfel in der Hand und versetzt ihn, wie er sagt, in eine leichte Hypnose. Einige Sekunden später sind die Würfel identisch und die Zuschauer verblüfft. „Mein nächster Trick hat auch Siegfried getäuscht“, sagt er.

Lesen Sie auch: Star-Magier Siegfried & Roy sollen in Rosenheim geehrt werden – Kritik gibt es trotzdem

Er hält ein Deck mit 52 Karten in die Höhe, fordert Oberbürgermeister Andreas März auf, es gründlich zu mischen, eine Karte zu ziehen und sich das Symbol einzuprägen. „Du denkst an eine Karo Zwei“, sagt Zimmer. März nickt und zum zweiten Mal während seines Auftritts lässt der Illusionist die Zuschauer ungläubig zurück.

Gaston Florin hat während seines Auftritts versucht, das Rad der Zeit zurückzudrehen.

Der klassischen Magie verschrieben

Ähnlich spannend geht es mit Max Schneider weiter, der sich der klassischen Magie verschrieben hat – ähnlich wie Siegfried am Anfang seiner Karriere. Gesprochen wird nicht, nur gezaubert. Er geht zu einem dunkelbraunen Holztisch, hält die Tischdecke mit dem Daumen und Zeigefinger beider Hände fest. Plötzlich hebt der Tisch vom Boden ab.

Lesen Sie auch: Kirche statt Glitzerwelt: So erlebte Siegfried Fischbachers Schwester Dolore das Leben ihres Bruders

Ganz langsam und immer höher schwebt er über der Bühne. Schneider, der am Institut für Theaterwissenschaft der LMU in München Zauberkunst unterrichtet, lächelt. Dann stellt er den Tisch wieder auf den Boden und macht den Weg frei für den nächsten Auftritt von Ben Profane.

Der „Risikofaktor“ des Abends

Dieser wird von seinen Kollegen auch liebevoll der „Risikofaktor“ genannt. Warum wurde den Zuschauern spätestens dann klar, als er den jungen Marinus aufforderte, eine selbst gebastelte Waffe auf ihn zu richten. Diese hatte er vorab mit Post-it-Zetteln als Munition gefüllt. Plötzlich ein lauter Knall. Viel Rauch. Dann zieht Profane zwei Zettel aus seinem Mund, die er, so scheint es, gefangen hat. Einer der beiden Zettel ist tatsächlich jener, auf den Stadträtin Christine Degenhart (Freie Wähler/UP) zu Beginn des Auftritts ihre Initialen geschrieben hatte.

Thomas Fraps hat seine gedankenlesenden Goldfische mit auf die Bühne gebracht.

Das Scheitern des Goldfisches Juri

Zum Abschluss des Abends tritt Thomas Fraps selbst auf. Mitgebracht hat er ein Aquarium gefüllt mit „gedankenlesenden Goldfischen“. Er fordert die Tiere auf zu erraten, welche Tierkarte Oberbürgermeister März und Marinus Fischbacher, der Neffe von Siegfried, gezogen haben.

Lesen Sie auch: Siegfried und Roy: Warum ein Bamberger Künstler ein Porträt an Siegfried Fischbacher übergeben durfte

Weil Goldfisch Juri versagt, isst ihn Fraps scheinbar auf. Seine Mitstreiter machen den Job – vielleicht aus Furcht vor einem ähnlichen Schicksal – umso besser, und innerhalb kürzester Zeit erraten sie immerhin eines der beiden gesuchten Tiere.

70 Minuten später ist der magische Abend zu Ende. Nicht ohne jedoch einen Gruß „nach oben“, zu Siegfried und Roy zu schicken. „Dort gehen die Shows weiter, mit großen weißen Tigern“, ist Thomas Fraps überzeugt.

Mehr Infos zum Programm für die kommenden Tage gibt es hier.

Mehr zum Thema

Kommentare