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Seit Wochen massive Verzögerungen

Ebbe im Briefkasten: Rosenheimer klagen über ausbleibende Briefzustellung – Post kleinlaut

Nichts drin: Seit Wochen hat die Rosenheimerin Gudrun Pietryga keine Briefe mehr zugestellt bekommen, obgleich sie auf wichtige Schreiben wartet.
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Nichts drin: Seit Wochen hat die Rosenheimerin Gudrun Pietryga keine Briefe mehr zugestellt bekommen, obgleich sie auf wichtige Schreiben wartet.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Den täglichen Gang zum Briefkasten können sich einige Rosenheimer derzeit sparen. Die Box: in der Regel leer. Und das mitunter seit Wochen. Die Post spricht von „Rückständen“ bei der Briefzustellung. Viele Möglichkeiten, den gelben Riesen in dieser Sache in die Pflicht zu nehmen, gibt es nicht.

Rosenheim – Seit Wochen bleibt der Briefkasten von Gudrun Pietryga leer. Die Rosenheimerin wohnt am Roßacker und muss seit Wochen erleben, dass ihre Briefpost nicht ankommt. Darunter Rechnungen, fristgebundene Behördenschreiben und – vielleicht noch am ehesten verschmerzbar – die Fernsehzeitung.

Weniger: die teuren Eintrittskarten, auf welche die Senioren sehnsüchtig wartet. Zumindest kann sie seitdem nicht mehr ruhig schlafen, wenn überhaupt. Denn gerade die Behördenschreiben, die irgendwo, aber nicht in ihrem Briefkasten landen, bereiten der Dame Kopfzerbrechen.

Warten auf wichtige Rechnungen

Mit ihrem Problem ist Gudrun Pietryga nicht allein. Inzwischen haben sich mehrere Rosenheimer an den OVB-Heimatzeitungen gewandt und klagen, dass bei ihnen die Post ausbleibt, obgleich sie wichtige Sendungen erwarten. Darunter Heinrich und Frederika Rauh, die an der Tassilostraße wohnen.

Sie erhielten seit einer Woche keine Post mehr. „Wir warten auf sehr wichtige Rechnungen“, klagt Frederika Rauh. Sie fürchtet, auf diese Weise unverschuldet mit ihren Zahlungen in Verzug zu geraten. „Keine Weihnachtspost – nichts ist da!“

Keine Antwort auf Anwaltsschreiben

Auch der Rosenheimer Joachim Hessen aus der Odilostraße sitzt postalisch seit dieser Woche auf dem Trockenen. Für ihn kein neues Phänomen, immer wieder bleibe die Zustellung aus.

Giesela Jungmeier aus der Welfenstraße kann ihre Situation fast nur noch mit einer gewissen Ironie in Worte fassen. Seit dem 11. Dezember bleibe bei ihr der Briefkasten leer. „Ein Hausvater hat über einen Anwalt um Aufklärung gebeten – keine Antwort“, berichtet sie.

Die Bewohner eines anderen Hauses hätten sich per Brief an die Postzentrale in der Bahnhofstraße gewandt. „Der Brief wurde persönlich am Schalter der Hauptpost abgegeben, damit wenigstens der ankommt.“ Dass Jungmeier von der Situation genervt ist, merkt man ihr an. Entweder habe Covid-19 so viele Postmitarbeiter dahingerafft, dass die übrigen vor Verzweiflung zu Hause blieben oder die Post lande in einer Müllverbrennungsanlage.

Beschwerden bei der Stadt

Auch bei der Stadt Rosenheim sind inzwischen mehrere Beschwerden in Sachen Postzustellung aufgeschlagen, speziell in Oberwöhr und in der Aisingerwies. Dort sei man bereits im Auftrag von Oberbürgermeister Andreas März tätig geworden und habe bei den zuständigen Stellen der Deutschen Post interveniert und „ebenso dringlich wie kurzfristig“ Abhilfe gefordert.

„Die Stadt Rosenheim hat die feste und berechtigte Erwartung, dass die Deutsche Post AG ihrem Zustellauftrag so zeitnah wie möglich nachkommt. Zustellverzögerungen von bis zu eineinhalb Wochen wären tatsächlich in jeder Hinsicht inakzeptabel“, sagt Rosenheims Pressesprecher und Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl.

Netzagentur verzeichnet keine vermehrten Beschwerden

Für die Regulierung des deutschen Postmarkts ist die Bundesnetzagentur zuständig. Die Bonner Behörde kann derzeit jedoch keine vermehrten Beschwerden im Postleitzahlenbereich Rosenheims verzeichnen. „Sollten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rosenheim anhaltende und wiederholte Mängel feststellen, können sie sich gerne unmittelbar an den Verbraucherservice Post der Bundesnetzagentur wenden, damit die Beschwerden in die Prüfungen der Bundesnetzagentur einfließen können“, antwortet die Agentur auf Anfrage.

Überschaubare Sanktionsmöglichkeiten

Ihre Möglichkeiten, Postdienstleister bei Mängeln in der Zustellung zu sanktionieren, sind jedoch überschaubar: „Es gibt kein gesetzliches Instrumentarium, durch das ein Postdienstleister im Einzelfall im Wege einer behördlichen Anordnung oder ähnlichem zur Erbringung einer bestimmten Qualität verpflichtet werden könnte beziehungsweise bei vorübergehenden Mängeln entsprechend sanktioniert werden könnte.“ Bei einer entsprechenden Zahl an Beschwerden fordere die Agentur den jeweiligen Dienstleister auf, bestehende Mängel zeitnah abzustellen.

Post verspricht Besserung

Auf Anfrage räumt die Deutsche Post ein, dass es in Rosenheim bei der Briefzustellung zu „Rückständen“ gekommen sei. „Aufgrund der hohen Sendungsmengen, verbunden mit der aktuellen Pandemielage sowie einen für diese Jahreszeit leider typischen Krankenstand ist es nicht auszuschließen, dass sich dies auf die Zustellqualität auswirkt“, schildert das Unternehmen. Besagte Rückstände würden Zug um Zug abgebaut und die Post wieder täglich zugestellt. „Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung.“

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