Forderung nach einer Radfahrspur

Hitzige Diskussion um die Äußere Münchener Straße in Rosenheim: Bald 3 statt 4 Spuren?

Grund der Debatte: Die Äußere Münchner Straße in Rosenheim. Die Mitglieder des Radentscheids wollen, dass hier eine Fahrspur für Autos wegfällt und durch einen Radstreifen ersetzt wird.
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Grund der Debatte: Die Äußere Münchner Straße in Rosenheim. Die Mitglieder des Radentscheids wollen, dass hier eine Fahrspur für Autos wegfällt und durch einen Radstreifen ersetzt wird.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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In der Äußeren Münchener Straße soll eine Fahrspur für Autos wegfallen, um dort stattdessen einen Radfahrstreifen einzurichten. Das jedenfalls fordern die Mitglieder des Radentscheids. Während die Grünen den Vorschlag begrüßen, schlägt die CSU im Verkehrsausschuss eine Alternative vor.

Rosenheim – Eva-Maria Mayr ist hin- und hergerissen. Auf der einen Seite vertritt sie als Radverkehrsbeauftragte der Stadt die Interessen der Radfahrer. Auf der anderen Seite ist sie Verkehrsteilnehmerin und hat deshalb „den gesamten Verkehr im Blick“, wie sie selbst sagt. „Wenn ich mir momentan den Verkehr in der Äußeren Münchener Straße ansehe, kann ich mir kaum vorstellen, wie es dreispurig gehen soll“, sagt sie. Trotzdem steht für sie fest, dass sich etwas verändern muss. Nur das wie sei für sie eben noch nicht abschließend geklärt.

Genau Vorstellungen wie Straße aussehen soll

Doch genau hier gehen die Meinungen auseinander. Denn die Mitglieder des Radentscheids haben ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie die Äußere Münchener Straße in Zukunft aussehen soll. „Wir haben vorgeschlagen, einen Pop-up-Radweg auszuprobieren“, sagt Armin Stiegler von der Initiative „Radentscheid Rosenheim“.

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Dabei handelt es sich um einen kurzfristig eingerichteten Radweg, der schnell für mehr Platz und Sicherheit im Radverkehr sorgen soll. „Dass hätte sich zügig realisieren lassen“, ist er überzeugt. Der Stadtverwaltung sei dieser Vorschlag laut Stiegler aber „zu waghalsig“ gewesen.

Verkehrssimulation soll helfen

Stattdessen schlägt die Stadt eine Verkehrssimulation vor. Dadurch soll überprüft werden, ob eine Drei- oder eine Vierspurigkeit Sinn macht. Für Stiegler ein kleiner Erfolg, auch wenn noch nichts entschieden ist.

Gemeinsam mit den anderen Vertreter des Radentscheids hatte er die Stadt gebeten, den Entschluss vom April 2019 zu überdenken. Damals hatten sich die Stadträte für einen vierspurigen Ausbau der Äußeren Münchener Straße mit getrennten baulichen Geh- und Radwegen ausgesprochen.

Radfahrstreifen statt bauliche Radwege

Die Mitglieder des Fahrradbeirats schlugen vor, anstelle der geplanten baulichen Radwege Radfahrstreifen anzulegen. Außerdem solle geprüft werden, ob in dem Abschnitt vom Brückenberg bis Am Gries eine Reduzierung der Kfz-Fahrstreifen möglich ist. Heißt: Ein dreispuriger Ausbau mit Radfahrstreifen, ähnlich wie es für den Südteil der Kufsteiner Straße geplant ist. Eine Alternative, bei der man – anders als bei dem bisher geplanten Ausbauquerschnitt – die massiven Eingriffe in die angrenzenden Grundstücke und die dadurch mit sich ziehende mögliche Enteignung umgehen könnte.

In der Nähe der Bahngleise in Fürstätt könnte eine alternative Fahrradstraße entstehen. Diese würde von der Oberaustraße über den Rapertweg zum Brückenberg führen.

Doch so ganz überzeugt von dem Vorschlag, dass die Äußere Münchener Straße in Zukunft dreispurig sein könnte, zeigten sich die Stadträte nicht. „Die Vierspurigkeit müssen wir beibehalten“, sagte beispielsweise der AfD-Fraktionsvorsitzende Andreas Kohlberger. Und auch die CSU will an den vier Spuren festhalten.

Alternative per Eilantrag

In einem Eilantrag an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) schlagen sie deshalb den Neubau einer alternativen Fahrradstraße von der Oberaustraße über den Rapertweg zum Brückenberg vor. Außerdem soll eine zusätzliche Querung der Bahngleise für die Anbindung der neuen Fahrradstraße an den Brückenberg geschaffen werden.

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In der Äußeren Münchner Straße sollen kombinierte Geh- und Radwege für Fahrradfahrer errichtet werden. „Eine Reduzierung der Fahrspuren würde zu einer unnötigen und auch aus Sicht des Umweltschutzes nicht akzeptablen Behinderung des Straßenverkehrs mit vermehrten Staus führen“, teilt die CSU in ihrem Antrag mit. Die alternative Fahrradstraße sei eine sichere und zudem angenehme Möglichkeit, vom Westen in die Rosenheimer Innenstadt zu gelangen.

„Wir sperren uns nicht gegen diese Lösung“ sagt Armin Stiegler und fügt hinzu: „Aber sie ist kein Ersatz für einen Ausbau der Äußeren Münchner Straße.“ Ähnlich schätzt Franz Opperer, Fraktionschef der Grünen, die Situation ein. Er erinnerte daran, dass die Stadträte dem Bürgerbegehren zugestimmt hätten mit dem Ziel, den Radverkehr zu fördern. „Auch dann, wenn der Kfz-Verkehr beschnitten wird“, sagt er.

Ergebnisse werden im Juni vorgestellt

Letztendlich einigten sich die Mitglieder des Verkehrsausschusses mit 7:4 Stimmen darauf, eine Verkehrssimulation durchzuführen. Auch der Vorschlag der CSU soll geprüft werden. Für die Erarbeitung der weiteren Maßnahmen soll jetzt ein Planungsbüro beauftragt werden. Die Ergebnisse werden im Verkehrsausschuss im Juni behandelt.

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