Hauptgewinne sind Dauerkarten für Landesgartenschau 2010

Im Dirndl übern Zaun

Die Hinterhoffassade des zu erratenden Ladengeschäftes. Foto : Auer

Heute startet die zehnteilige Sommerserie, bei der unsere Leser fünf attraktive Preise gewinnen können: Wer die meisten Rätselfragen richtig beantwortet und etwas Glück hat, erhält einen der fünf Gutscheine über je zwei Dauerkarten für die Landesgartenschau 2010. Thema sind Geschichten aus Rosenheimer Hinterhöfen, die wir hier vorstellen.

Rosenheim - Mit der Fertigstellung des Ludwigsplatzes und der Neugestaltung des Salzstadels ist unsere Innenstadt deutlich attraktiver geworden. Es kann nun mit Fug und Recht behauptet werden, dass das Stadtzentrum jedem Gast vorzeigbar ist.

Die Einheimischen fühlen sich dort ohnehin wohl, weil sie ja hier "dahoam" sind. Aber leben, ganz ehrlich, leben tun die allermeisten doch nicht in Rosenheims Schaustücken. Sie haben schon immer hinter den Kulissen gelebt - dort, wo die Schicksale wirklich passieren, wo gefeiert und gestritten wird. Dort, wo Säuglingsgeschrei, kreischende Kinderstimmen, flatternde Wäsche, schimpfende Nachbarinnen, Hobby-Automechaniker und welkende Topfpflanzen die Beweise pulsierenden Lebens bieten.

In diesen Hinterhöfen der Stadt sind und waren die Rosenheimer zuhause. Natürlich gibt es davon unzählige Geschichten. Wir stellen in unserer Sommerreihe zehn Hinterhöfe vor - mitsamt ihrer Geschichte und Anekdoten. Die erste Folge gibt die Kindheitserinnerungen von Maria Tschiesche vom Anfang der 1930-er Jahre wieder.

Noch immer ein renommierter Laden

Unser Hof war ein echtes Kinderparadies. Räuber und Gendarm, Verstecksterl und Fußball haben wir gespielt. Fußball hatte sich noch kaum als Volkssport durchgesetzt. Aber schon damals habe ich im Mädchenkittel manches Tor geschossen. Dem Spengler Eglhofer sein Garagentor war unser "Viereckiges" wo das "Runde" hinein musste. Damenfußball? Keine Rede. Ich war einfach zu gut, als dass mich die Buben ignorieren konnten - oder haben sie nur eine fehlende Mitspielerin gebraucht?

In unserem Hof waren der Spengler, eine Messerschmiede und das Geschäft vom Vater. Trotzdem waren wir Kinder nirgendwo ein Störfaktor. Ich erinnere mich an den Eglhofer, weil der so unglaublich fluchen konnte. Er hatte auch eine Bärenstimme. Aber dann ging es immer um Fehler seiner Gesellen. Sein Leiterwagl - so er es nicht selber brauchte - war ein beliebtes Spielgerät.

Wir Kinder hatten ein absolutes Recht, dabei- und mitten drin zu sein. Vor dem Haus, auf der anderen Straßenseite, war der Apothekergarten. Darin stand eine große Eiche. Mit den Eicheln spielten und bastelten wir gerne. Den Apotheker zu fragen, haben wir uns nicht getraut. So sind wir über den Zaun gestiegen, obwohl der Apotheker Sabalitschka uns ganz sicher auch so hineingelassen hätte. Aber es war auf diese Weise viel spannender.

Ich erinnere mich - es mag in den Jahren 1931 oder 1932 gewesen sein -, dass ich mit meinen Spielgefährten in einem neuen Dirndlkleid wegen dieser Eicheln über den Zaun geklettert bin. Trotz der nagelspitzen Enden gabe es beim Hineinsteigen kein Problem. Als wir aber glaubten, den Apotheker kommen zu hören, konnten wir nicht schnell genug aus dem Garten flüchten. So blieb ich mit Dirndlkleid und Haut an den Zaunenden hängen, und beides hat Schaden genommen. Nun, das Dirndlgwand konnte geflickt werden, und die Haut ist von alleine wieder zusammen gewachsen.

Mein Großvater hat unser Anwesen 1916 erworben und es zu einem renommierten Betrieb ausgebaut. Weil meine Schwester und ich keinen Bruder hatten, hat sich unser Familienname geändert, nicht aber unser Haus- und Firmenname.

Unsere Frage: Wie lautet der Name von Haus und Betrieb?

Die richtige Antwort unter dem Stichwort "Hinterhof-Preisrätsel, Folge 1" per Postkarte an das Oberbayerische Volksblatt, Hafnerstraße 5 - 13, 83022 Rosenheim, schicken. Einsendeschluss ist am Dienstag, 15. September (Poststempel). Mitarbeiter des OVB-Medienhauses dürfen nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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