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Gelber Schein bald passé?

Digitaler Impfpass in Rosenheim: „Technisch kein Problem“

Die stolzen Gründer der „InnFactory“ (noch vor der Corona-Pandemie): Maximilian Grassl (links), Tobias Jonas und Anton Spöck (rechts) sind mit ihrer Impfsoftware mittlerweile bei Dax-Konzernen gefragt.
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Die stolzen Gründer der „InnFactory“ (noch vor der Corona-Pandemie): Maximilian Grassl (links), Tobias Jonas und Anton Spöck (rechts) sind mit ihrer Impfsoftware mittlerweile bei Dax-Konzernen gefragt.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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Der digitale Impfnachweis ist derzeit in aller Munde und laut IT-Experte Tobias Jonas eigentlich ganz einfach zu programmieren. Mit seiner Impfsoftware hat der Rosenheimer Start-up-Gründer bereits eine eigene Lösung gefunden und weckt damit das Interesse von großen Konzernen.

Rosenheim – Termin buchen, impfen oder testen lassen und ein digitales Zertifikat erhalten – das alles soll einfach und unkompliziert auf einer Plattform funktionieren. Der Rosenheimer Tobias Jonas hat mit seinem Start-up „InnFactory“ eine Software entwickelt, die es Unternehmen mit eigenem Betriebsarzt ermöglicht, ihre Mitarbeiter impfen zu lassen. Der besondere Bonus: Ein firmeninterner, digitaler Impfpass ist inklusive.

Programm soll Abläufe koordinieren

„Das ist technisch eigentlich gar kein Problem“, sagt Geschäftsführer Tobias Jonas mit Blick auf die Debatte um die Digitalisierung des gelben Impfscheins. Zusammen mit Maximilian Grassl und Anton Spöck gründete er 2017 im Rosenheimer Netzwerk „Stellwerk 18“ eine Firma, die sich mit digitalen Lösungen beschäftigt.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie bietet er ein Programm zur Koordinierung von Impfprozessen an und hat mittlerweile seine eigene Variante des Online-Passes entworfen. Nachdem sein System „Contema“ bereits im Testzentrum auf der Loretowiese zum Einsatz kam, sprach sich der ganzheitliche Ansatz herum und wird nun von gleich mehreren Dax-Unternehmen eingekauft.

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Die Idee des Co-Gründers: Ein Programm, das alle Prozesse von Anmeldung über Terminvereinbarung bis zum Test- oder Impfergebnis in einer App koordiniert. „Je nachdem welche Anforderungen das jeweilige Unternehmen hat, kann man die Software dann unterschiedlich programmieren“, erklärt Jonas.

So können sich Mitarbeiter einer Firma zum Beispiel über ihre E-Mail Adresse bei dem Betriebsarzt registrieren und sich dort impfen lassen. Anschließend bekommt man ein Zertifikat, das einem die Impfung bestätigt. Der einzige Nachteil dabei ist, dass dieser digitale Nachweis noch nicht offiziell gültig ist, solange es von der bayerischen Regierung keine eigene Online-Lösung gibt.

Theoretisch ließe sich das Prinzip mithilfe eines QR-Codes aber auch in ganz Bayern umsetzen. Dass dies noch nicht passiert ist, ist für Jonas zumindest technisch völlig unverständlich.

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„Der Grund muss im logistischen Bereich liegen“, meint der Geschäftsführer. Dementsprechend sei es aktuell schwierig, die bereits geimpften Personen innerhalb kurzer Zeit in ein passendes Online-Modul nachträglich einzutragen. Umso wichtiger ist es aber laut Jonas, die neuen Impfungen ab sofort direkt digital zu erfassen.

Denn nur so könnte ein weiterer Rückstau an Daten vermieden werden. Der Entwickler ist überzeugt, dass es aufgrund der bisherigen Versäumnisse selbst mit einer einheitlichen Software noch einige Zeit dauern wird, bis jeder einen digitalen Impfpass ausgestellt bekommen kann.

Impfen leicht gemacht

Seine Alternative ist gerade deswegen im Moment sehr begehrt. „Wir könnten gerade Tag und Nacht durcharbeiten“, berichtet der Rosenheimer. Zusätzlich zu den Dax-Unternehmen erhält er gerade viele Anfragen von Hotels und Gasstätten, die in erster Linie an einem eigenen Schnelltestsystem interessiert sind. Auch hier soll der entwickelte QR-Code „Corsign“ einen sicheren Nachweis des negativen Tests gewährleisten. Um dem aktuell großen Andrang gerecht zu werden, möchte Jonas sein Team so bald wie möglich auf mindestens zwölf Programmierer aufstocken.

„Einen absoluten Erfolgsfall“ nennt Florian Wiesböck, Geschäftsführer des Gründernetzwerks „Stellwerk 18“, die innovative Impfsoftware. Er freut sich sehr, wie sich die drei Gründer entwickelt haben und dass die Rosenheimer „InnFactory“ derzeit so gefragt ist.

Technische Hilfe im Kampf gegen Corona

Auch wenn die Software seit dem Einsatz auf der Loretowiese viele Interessenten angezogen hat, sieht der junge Unternehmer Jonas seine Software eher als kurzfristiges Hilfswerkzeug und hofft sogar, dass sie gar nicht mehr lange nötig wird. Es sei zwar schön, wenn man im Umgang mit dem Coronavirus einen Beitrag leisten kann. „Viel besser wäre es aber natürlich, wenn das alles irgendwann gar nicht mehr gebraucht wird.“

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