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„Wir gehören einfach zusammen“

Die wohl längste Ehe Rosenheims: Paar ist seit 70 Jahren verheiratet und verrät Geheimnisse für die „ewige Liebe“

Während der Feierstunde: Oberbürgermeister Andreas März (rechts) mit Traute und Wilhelm Pörrer-Emden.
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Während der Feierstunde: Oberbürgermeister Andreas März (rechts) mit Traute und Wilhelm Pörrer-Emden.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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70 Jahre lang teilen sie schon ihr Leben miteinander: Wilhelm (95) und Traute Pörrer-Emden (92) haben sich im Jahr 1952 das Ja-Wort gegeben – und sind vermutlich in Rosenheim das Paar, das am längsten verheiratet ist. Unter den Gratulanten war deshalb auch Oberbürgermeister Andreas März.

Rosenheim – Für Wilhelm Pörrer-Emden war es Liebe auf den ersten Blick. Und das, obwohl er sich als junger Mann eigentlich vorgenommen hatte, niemals mit einer Frau aus Preußen anzubandeln.

„Ich habe da so meine Erfahrungen gemacht“, sagt er. Er sitzt auf der Couch in seinem Wohnzimmer, trägt einen grauen Anzug, dazu eine markante schwarze Brille und eine dunkelgraue Krawatte.

Das Ehepaar Pörrer-Emden hat sich vor 70 Jahren in der Neuapostolischen Kirche das Ja-Wort gegeben.

Eine Geldheirat?

Neben ihm hat es sich seine Frau Traute gemütlich gemacht – mit Perlenkette und einer gemusterten Bluse. „Zwischen uns, das war eine Geldheirat“, sagt Wilhelm Pörrer-Emden. Er schaut ernst in die Runde, dann lacht er. Es ist nur einer von vielen Witzen, die er an diesem Vormittag erzählen wird.

Mit 95 Jahren hat er schon lange aufgehört sich Gedanken darüber zu machen, was Leute über ihn denken. Deshalb spricht er anstelle seiner Beziehung auch lieber erst einmal über seine Gelbsucht, an der er im Alter von zehn Jahren erkrankte. „Ich möchte ja, dass die Leute mich besser verstehen“, sagt er, zuckt mit den Achseln und fügt hinzu, dass er aufgrund seiner Krankheit 87 Tage lang die Schule nicht besuchen durfte.

Immer den Rücken freigehalten

Letztendlich kommt er dann aber doch auf seine Traute zu sprechen. Jene Frau, die ihm in den vergangenen 70 Jahren immer wieder den Rücken freigehalten hat. „Wir gehören eben zusammen“, sagt er.

Kennengelernt haben sie sich in der Neuapostolischen Kirche in Rosenheim, in der sie sich später auch das Ja-Wort gaben. „Für mich war sofort klar: Entweder sie oder keine“, sagt der gebürtige Rosenheimer. Da habe es eben auch keine Rolle gespielt, dass sie aus Ostpreußen stammte.

Priester in der Neuapostolischen Kirche

Mit 17 Jahren flüchtete Traute Pörrer-Emden über München nach Rosenheim und lebt 75 Jahre später noch immer dort. Während ihr Mann erst als Schreiner und später als Priester in der Neuapostolischen Kirche arbeitete, war Traute Pörrer-Emden als Dienstmädchen tätig. Später kümmerte sie sich um die beiden Kinder und stieg anschließend als Verpackerin bei der Firma Marox wieder in den Berufsalltag ein.

Schatullen aus Sperrholz

Jede freie Minute, die das Paar nicht in der Kirche verbrachte, widmete Wilhelm Pörrer-Emden seinem Hobby: Der Fertigung von Schatullen aus Sperrholz, in denen man unter anderem Wertgegenstände aufbewahren konnte. Zwar kann der 95-Jährige dieser Tätigkeit seit einigen Jahren nicht mehr nachgehen, gerne daran zurückerinnern tut er sich dennoch.

Interessiert am Weltgeschehen

Mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden im Leben des Ehepaars. Sie schauen viel Fernsehen, interessieren sich nach wie vor für die Nachrichten.

Hin und wieder unternehmen sie etwas mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkel. Wie am vergangenen Sonntag, als sie alle gemeinsam den 70. Hochzeitstag feierten. „Die beiden sind sehr genügsam, hilfsbereit und haben für jeden Menschen ein offenes Ohr“, sagt Schwiegersohn Johannes.

Lob von Oberbürgermeister März

Lob und Anerkennung für die langjährige Treue gibt es auch von Oberbürgermeister Andreas März: „Das 70. Ehejubiläum wird als Gnadenhochzeit bezeichnet. Sieben Jahrzehnte vertrauens- und liebevoll Seite an Seite gemeinsam durchs Leben zu gehen, ist tatsächlich eine Gnade.“

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