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„Die Saison müssen wir abhaken“: So gehen Sportvereine in Rosenheim mit dem Lockdown um

Jonas Droste steht vor dem Vereinsgebäude des TSV 1860 Rosenheim. Dazu gehört auch die Kindersportschule, die er leitet. Während des Lockdowns darf er mit seinen Schützlingen aber nicht trainieren.
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Jonas Droste steht vor dem Vereinsgebäude des TSV 1860 Rosenheim. Dazu gehört auch die Kindersportschule, die er leitet. Während des Lockdowns darf er mit seinen Schützlingen aber nicht trainieren.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
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Kein Schwimmen, keine Akrobatik, kein Rehasport: Während des Lockdown „light“ müssen alle Sportvereine in der Stadt Rosenheim das Training einstellen. Über Alternativen, genervte Sportler und Schlemmen in der Weihnachtszeit.

Rosenheim – Jonas Droste ist nicht zufrieden. Der erneute Lockdown macht dem Leiter der Kindersportschule in Rosenheim, seinen Angestellten und den Sportlern zu schaffen. Er habe bereits Kündigungen von Mitgliedschaften erhalten und musste alle Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Droste bietet in seiner Schule Schwimmen und Akrobatikkurse an. Das alles ist in der Sportschule seit dem 30. Oktober nicht mehr möglich. „Schwimmen bieten wir teilweise schon seit März nicht mehr an“, sagt Droste. „Die Kinder können es nicht mehr lernen, obwohl es sehr wichtig ist.“

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Auch die Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Schwimmabteilung des TSV 1860 Rosenheim dürfen nicht mehr trainieren. Die Becken sind gesperrt, die Situation ist dieselbe wie im Frühjahr. Auch hier herrschte monatelang Flaute. „Im Leistungssport ist das sehr schwierig“, sagt Trainerin Daniela Aschenbrenner. „Die Saison geht von September bis Juli mit diversen Höhepunkten. Wie soll man sich da vorbereiten können? Die Saison werden wir abhaken müssen.“

BRSV-Sportler sind Risikopatienten

Und auch die Mitglieder und Übungsleiter des Behinderten- und Rehabilitations-Sportvereins Rosenheim kämpfen mit der Situation. „Wir stehen in den Startlöchern, dürfen aber nichts machen“, sagt die zweite Vereinsvorsitzende Cornelia Strauß. Bei Cornelia Strauß trainieren Schlaganfall- und Parkinsonpatienten sowie Menschen mit schweren Behinderungen. Oder Krebs- und Lungenkranke. Also genau diejenigen, die in der Corona-Krise besonders gefährdet sind.

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Auch wenn es noch keinen Covid-19-Fall gegeben habe: „95 Prozent unserer Leute sind Risikopatienten“, bestätigt sie. „Jetzt haben viele Angst, rauszugehen.“ Und das, obwohl die Menschen auf den Rehabilitationsport angewiesen wären. Sowohl körperlich, aber auch seelisch. Das soziale Umfeld fehle den Patienten, sagt Cornelia Strauß. „Sie haben sich immer gefreut, einander zu sehen.“

Lehrvideos mit Übungen für zuhause

Und genau das ist auch das, was den Schützlingen von Jonas Droste fehlt. Er weiß das. Deshalb hat er für Alternativen gesorgt. Die Trainer in seiner Sportschule hätten Lehrvideos mit Übungen für die Kinder aufgenommen. Diese könnten sie zuhause anschauen und nachmachen. „Da muss man die Eltern in die Pflicht nehmen. Sie sollen sich mit ihren Kindern bewegen und mit ihnen raus gehen“, sagt er. Dass sich auch die Mädchen und Jungen weiterhin bewegen, ist wichtig für den Sportschulenleiter. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Denn das „Schlemmen“ sei ohne Bewegung eher kontraproduktiv.

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Auch die Mitglieder des BRSV, die es alleine können und wollen, bleiben weiterhin aktiv. „Aber eben nur auf der privaten Schiene“, sagt Übungsleiterin Cornelia Strauß. Manche würden sich regelmäßig draußen zum Nordic Walking zu zweit treffen.

„Training im Wasser ist nicht zu ersetzen“

Adäquate Alternativen zu finden, ist bei den Rosenheimer Schwimmern schon schwieriger. „Das Training im Wasser ist nicht zu ersetzen“, sagt Trainerin Daniela Aschenbrenner. Die Sportler könnten sich zuhause mit Workouts, Lauf- und Konditionstraining fit halten.

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So wie Sarah Wieser. Die 19-Jährige schwimmt seit 13 Jahren beim TSV 1860 Rosenheim. Das Training ist seitdem fester Bestandteil ihres Alltags. Dieser Teil fehlt ihr seit Beginn der Corona-Pandemie. Ihr Wohnzimmer hat sie zum Fitnessstudio umfunktioniert. Doch das Training im Team könne man dadurch nicht ersetzen. Da sind sich Sportlerin und Trainerin einig. „Man kann sich nicht mehr gegenseitig motivieren und miteinander die Leistung testen“, sagt Daniela Aschenbrenner.

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