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Die rote Revolution: Warum wir offener über das Thema „Menstruation“ reden sollten

Anna Heise
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In der jüngsten Sitzung des Rosenheimer Haupt- und Finanzausschusses haben die männlichen Vertreter des Gremiums darüber diskutiert, wie sinnvoll kostenlose Damenhygieneartikel in allen öffentlichen Toiletten der Stadt wären. Doch das Wort Menstruation in den Mund nehmen wollte niemand.

von Anna Heise

Die Menstruation ist immer noch ein Tabuthema. Frauen stecken sich auf öffentlichen Toiletten Binden und Tampons zu, als würden sie mit Drogen handeln. Der Satz „Ich habe meine Tage“ treibt vielen Frauen die Schamesröte ins Gesicht. Und das, obwohl die Menstruation zum Leben jeder Frau dazugehört.

Doch wenn nicht einmal wir Frauen den Mut haben, offen darüber zu sprechen, wie können wir dann mit dem Finger auf die Männer zeigen? In diesem Fall auf die männlichen Stadträte im Rosenheimer Haupt- und Finanzausschuss. Die diskutieren nämlich – ohne eine einzige weibliche Vertreterin in den eigenen Reihen – über die Notwendigkeit von kostenlosen Damenhygieneartikeln auf den Toiletten der öffentlich genutzten städtischen Gebäude. Statt das Wort „Menstruation“ direkt auszusprechen, nutzten sie lieber zahlreiche Umschreibungen. Sprachen von einer „Notlage“, von „verschiedenen Artikeln“.

Ja, das Thema ist intim, aber es sollte nicht tabu sein. Weder in einer Gremiumssitzung, noch in unserem täglichen Leben. Benutzen wir also die Worte Tampons, Binden und Periode ganz bewusst. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, das Thema „Menstruation“ zu enttabuisieren.

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