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Corona und die Folgen

Die Pandemielage in der Region Rosenheim: Weitere Infektionen in Seniorenheimen

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Nur etwas mehr als die Hälfte der Menschen in der Region Rosenheim sind geimpft, das kann nach Meinung von Experten kaum gut gehen. 
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Nur etwas mehr als die Hälfte der Menschen in der Region Rosenheim sind geimpft, das kann nach Meinung von Experten kaum gut gehen. In der Tat nimmt die Pandemie weiter Fahrt auf: An insgesamt fünf Pflegeheimen wurden Ausbrüche registriert. Und die Anspannung an den Kliniken steigt.

Rosenheim – Das Altenheim Elisabeth in Rosenheim sorgte am Mittwoch für Aufsehen, wegen seiner acht Mitarbeiter und zwölf Senioren, die sich mit Corona infiziert hatten. Es war dieser Großausbruch, der ein Schlaglicht auf die Rückkehr der Pandemie in die Pflegeheime warf.

Insgesamt wurden in der vergangenen Woche in fünf Heimen 20 Mitarbeiter und 14 Bewohner PCR-positiv getestet. Darunter ein Heim im Westen des Landkreises, unter dessen sechs Infizierten fünf Mitarbeiter waren. Davon wiederum waren vier ungeimpft.

An oder mit Corona verstorben: Drei Tote innerhalb einer Woche

Diese Ereignisse treiben nicht nur das Infektionsgeschehen in der Region Rosenheim an, sie belegen den Mangel an Impf-Elan sogar bei den Mitgliedern der besonders gefährdeten Altersgruppen über 60. Und bei Angestellten, die Umgang mit besonders exponierten Gruppen pflegen, etwa in Gesundheitsberufen. Zudem registrierten die Behörden in drei Kitas vier positive Fälle unter den Angestellten.

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Drei an oder mit Corona-Verstorbene zählte das Staatliche Gesundheitsamt in Rosenheim in der vergangenen Woche, alle über 60 Jahre alt, zwei davon sogar über 80. Keiner von ihnen sei aber in einem Heim betreut worden, sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Wolfgang Hierl. Damit stieg die Gesamtzahl auf 539 Tote.

Die Zahlen belegen: Die Region steckt mitten in der vierten Welle. Und dieser erneute Höhepunkt der Pandemie verläuft heftiger als erwartet.

Die Lage an den Kliniken in der Region Rosenheim ist angespannt

Vor einigen Tagen bereits hatte der Romed-Chefarzt und Pandemiebeauftragte Dr. Hanns Lohner den OVB-Heimatzeitungen gegenüber die Zahl der hospitalisierten Patienten als besorgniserregend bezeichnet.

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Und die Lage bleibt angespannt. In den Kliniken in Stadt und Landkreis waren in den vergangenen Tagen täglich zwischen 22 und 26 Patienten auf Normalstation und zehn bis 15 auf Intensivstationen. Insgesamt ist die Bettenbelegung somit im Vergleich zur Vorwoche sowohl auf den Normal- als auch auf den Intensivstationen gestiegen. Bis zu vier Menschen wurden täglich auf der Normalstation eingeliefert, drei Patienten waren es einmal auf der Intensivstation.

Intensiv-Kapazitäten in der Region stark belastet

Die Covid-Intensivbetten im Verbund sind damit nach den Informationen des Gesundheitsamts voll belegt. Und es werden dort fast ausschließlich ungeimpfte Patienten intensivmedizinisch versorgt. Würde man die Zahlen des Romed-Verbunds auf ganz Bayern hochrechnen, läge der Siebentage-Anstieg bei den Intensiv-Patienten bei 400 – somit wäre es nicht mehr weit bis zur Marke von 600, bei der die Klinik-Ampel des Freistaats auf Rot springen würde.

Gesundheitsamtschef warnt vor übertriebenen Hoffnungen auf leichteren Verlauf bei Jüngeren

Die Hoffnungen auf einen milderen Verlauf der vierten Pandemie-Welle wegen der weitgehenden Durchimpfung der verwundbaren Gruppen scheinen sich also nicht zu erfüllen. Was Wolfgang Hierl bestätigt. Weit überwiegend seien Erwachsene zwischen 18 bis 59 Jahren betroffen. Dennoch „dürfen wir uns nicht täuschen lassen“, sagt er. „Auch diese Altersgruppen können schwer und sogar lebensbedrohlich erkranken“ und damit zum Fall für Intensivstation und sogar Beatmung werden.

Was dem Gesundheitsamt zusätzlich Sorgen bereitet, ist eine Besonderheit der jüngsten Heim-Ausbrüche. Regelmäßig seien in den vergangenen Wochen Mitarbeiter solcher Einrichtungen positiv getestet worden. „Erstmals aber ist es zu einem großflächigen Übertragungsgeschehen auf Bewohner gekommen“, sagte Hierl.

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Was auch daran liegt, dass die zweifache Impfung wohl einen guten Schutz vor schweren Verläufen bietet, dass aber andererseits nach einer gewissen Zeit die Abwehrkraft bei einem Teil der Betagten und Pflegebedürftigen nicht mehr genügt. Das Impfzentrum Rosenheim habe nach Beratungen mit dem Gesundheitsamt bereits allen Heimen Drittimpfungen sowie Nachholimpfungen für bislang Ungeimpfte mittels mobiler Teams angeboten, heißt es von Seiten des Landratsamts.

An welchen Tagen das Impfzentrum geöffnet ist, erfahren Sie hier

Nur etwas mehr als die Hälfte der Menschen in der Region ist geimpft

Mit einem Anteil von 54,72 Prozent Erst- und 52,66 Prozent Zweitgeimpfter hinkt Rosenheim weiterhin Bayern (63,1, beziehungsweise 59,9 Prozent) sowie Deutschland (66,3/61,9 Prozent) hinterher.

Bedenkliche Zurückhaltung: Nur gut die Hälfte der Menschen in der Region Rosenheim sind durchgeimpft.

Die vierte Welle ist damit die Pandemie der Ungeimpften. Von den insgesamt 1715 neuen Fällen seit 1. August gehörten nur sieben Prozent der Altersklasse unter zwölf Jahren – für sie gibt es noch keine Impfempfehlung.

Seit vergangenem Freitag wurden dem Gesundheitsamt 557 neue Fälle (zuletzt: 482) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 19.694 Fälle von Corona in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 15.239, Stadt: 4455). Soweit das Gesundheitsamt die Infektionsketten überhaupt noch nachvollziehen konnte, hatten in der Stadt 53,4 Prozent und im Landkreis 26,7 Prozent der Neufälle seit 1. August einen Bezug zu Reisen vor allem auf den Balkan.

Mittlerweile gelten 17.719 Personen als genesen. Die 7-Tage-Inzidenzahl lag in Rosenheim am Freitag bei 206,0. Damit lag die der kreisfreie Stadt unter den bundesdeutschen Kommunen an vierter Stelle. Der Landkreis lag am Freitag mit 163,5 auf Platz zwölf der Corona-Tabelle.

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