Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gemeinde feiert 60-jähriges Bestehen

Die Kirche St. Josef der Arbeiter in Rosenheim-Oberwöhr: Ein Mittelpunkt und Ort der Zuversicht

Über die Jahrzehnte hat sich ein lebendiges Gemeindeleben entwickelt. Auch Kirchenkonzerte gehören dazu. Das Bild stammt aus dem Jahr 2012.
+
Über die Jahrzehnte hat sich ein lebendiges Gemeindeleben entwickelt. Auch Kirchenkonzerte gehören dazu. Das Bild stammt aus dem Jahr 2012.

Vor 60 Jahren weihte Erzbischof Julias Kardinal Döpfner die Pfarrkirche St. Josef der Arbeiter in Oberwöhr. Zum Kirchweihsonntag am 17. Oktober soll dies feierlich gewürdigt werden. Doch es ist nicht der einzige Grund für die Gemeinde, sich zu freuen.

Rosenheim – Sie ist das gesellschaftliche Zentrum, ein unverwechselbares Charakteristikum von Oberwöhr und zugleich ein Ort, der seit Generationen Heimat gibt, Hoffnung spendet und Zuversicht gibt: die Pfarrkirche St. Josef der Arbeiter in Oberwöhr.

Lesen Sie auch: Bürger-Ängste: Geplante Bebauung in Oberwöhr sorgt für hitzige Diskussionen

Bei der Einweihung des Gotteshauses 1961 drängten sich die Gläubigen bis auf den Vorplatz.

Vor 60 Jahren weihte Erzbischof Julius Kardinal Döpfner das Gotteshaus ein. Doch dieser runde Geburtstag ist nicht der einzige Grund für einen großen Festgottesdienst, der am Kirchweihsonntag, 17. Oktober, im Rosenheimer Süden stattfindet. Auch die umfassenden Sanierungsarbeiten, die das verheerende Hochwasser 2013 notwendig gemacht hatten, finden jetzt ihren offiziellen Abschluss.

Grundstein auf freier Wiese gelegt

Die rege Bautätigkeit in Oberwöhr und in der Aisingerwies in den 1950er-Jahren war es, die dazu führte, dass sich die Kirchenoberen aus München und Rosenheim sowie die Pfarrer von Heilig-Blut und Christkönig mit dem Gedanken einer neuen Kirche beschäftigten.

Lesen Sie auch: Frauen in der Katholischen Kirche: Rosenheimer Pastoralreferentin wünscht sich mehr Verantwortung

Die Gottesdienste für die Gläubigen weiter in einer Turnhalle zu feiern, konnte nur eine Übergangslösung sein. Während in den USA John F. Kennedy die Präsidentschaftswahlen gewann und 18 Kolonien in Afrika unabhängig wurden, legte Domkapitular Joachim Delagera auf einer freien Wiese den Grundstein für die neue Kirche, einen Steinwurf entfernt von der Mangfall.

Domkapitular Joachim Delagera weiht die Glocke.

Segnung der Glocken schon im Frühjahr

Nur wenige Monate später ging es Schlag auf Schlag: Schon im Frühjahr wurden die beiden ersten Glocken gesegnet, im Herbst platzte das Gotteshaus mit seinem unverwechselbaren Zwiebelturm einjähriger Bauzeit aus allen Nähten: Alle wollten dabei sein, als Erzbischof Julius Kardinal Döpfner die Kirche auf den Heiligen Josef taufte und die neue Kuratie als Vorgängerin der späteren Pfarrei offiziell ihre Arbeit aufnahm.

Lesen Sie auch: Wie mehr als 200 Tauben an die Decke der Rosenheimer Kirche St. Hedwig gekommen sind

Sogleich traf sich zum ersten Mal der Chor, kurze Zeit später fanden sich die Pfadfinder und schließlich konstituierte sich die erste Kirchenverwaltung. Heute tragen zudem Pfarrgemeinderat, Ministranten, Frauengemeinschaft, Lektoren, Rhythmus-Chor, Senioren, Landfrauen, das Theater unterm Kirchturm und viele Gruppen mehr zu einem abwechslungsreichen Gemeindeleben bei, dessen Gebiet auch Teile der benachbarten Stadtteile Endorfer Au und Aisingerwies umfasst.

Ein Bild aus der Bauphase: Das Pfarrhaus (links) mit dem Kirchturm, noch ohne Kirchturmspitze und Kirche.

Kurze, aber bewegte Geschichte

St. Josef der Arbeiter hat eine kurze, aber bewegte Geschichte. Acht Pfarrer, fünf Mesner, vier Sekretärinnen sowie viele weitere pastorale Mitarbeiter waren zwischen Mangfall, Auerbach und Kalten tätig. Mehrmals wurde der Innenraum des Gotteshauses umgestaltet und oft suchten Hochwasser den Stadtteil heim.

Lesen Sie auch: Überraschende Funde bei den Renovierungsarbeiten der Heilig-Geist-Kirche in Rosenheim

Doch Tatkraft, Zusammenhalt und Mut waren jedes Mal stärker. „Auch dann, wenn das Hochwasser steigt, Stürme des Alltags mächtig rütteln – Sie als Gemeinde stehen fest und unverbrüchlich“, ruft Weihbischof Wolfgang Bischof die Katholiken in der Chronik auf, welche die Stadtteilkirche „Am Wasen“ jetzt herausgegeben hat.

Mariensäule für den Vorplatz

Dies zeigt sich auch anhand der vielen Bauprojekte, die alleine in den vergangenen zehn Jahren stattfanden: Allen voran die Einweihung von Kindergarten und Pfarrheim, die Neugestaltung der Marienkapelle in Zusammenarbeit mit Ludwig Gruber und Josef Hamberger sowie die verschiedenen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in und an der Kirche.

Lesen Sie auch: Vor dem Einsturz gerettet: Dachstuhl der Rosenheimer Heilig-Geist-Kirche wird saniert

Deren neuen Vorplatz ziert zudem künftig eine Mariensäule. „Sie soll ein Dank- und Schutzzeichen für unsere Pfarrgemeinde und unseren Stadtteil sein“, so Domkapitular Dekan Daniel Reichel, der seit 2010 Pfarrer in Oberwöhr ist.

Da ist Muskelkraft gefragt: Die Glocke wird 1960 in Position gebracht.

Umbrüche als Chance

Er wünscht sich und seinen Gläubigen im Rosenheimer Süden vor allem Freude und Selbstbewusstsein auf dem weiteren Weg in die Zukunft. Gesellschaftliche und kirchliche Umbrüche sieht er nicht als Bedrohung, sondern als Chance, die Art und Weise, wie christliche Botschaften weitergegeben werden, zu reflektieren.

Lesen Sie auch: Unbekannte beschmieren Wand der St.-Nikolaus-Kirche in Rosenheim

„Wir stehen als Christinnen und Christen in einem großen Wettbewerb der Idee. Und das ist gut so!“, so der Geistliche, dem eine gute Nachbarschaft über sämtliche Konfessionsgrenzen hinweg wichtig ist.

Begegnungen zwischen Jung und Alt

Als lebendigen Mittelpunkt und beliebten Begegnungsort für Jung und Alt dank eines großen ehrenamtlichen Engagements bezeichnet Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März die Pfarrkirche von Oberwöhr. Er wünscht der Pfarrgemeinde auch für die Zukunft eine gelungene Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit in der Kirchengemeinschaft zum Wohle aller.

Lesen Sie auch: Morsche Balken, bröckelnder Putz: Westerhamer Filialkirche St. Peter und Paul wird saniert

„Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass von Ihrer Kirche weiter viel Kraft und Segen ausgeht“, fasst Christian Wünsche, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche, zusammen, der sich jedes Mal freut, wenn er die Kirchenglocken von Oberwöhr nebenan in der Aisingerwies hört.

Mehr zum Thema

Kommentare