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Zäune keine Lösung

Der Wolf treibt Rosenheimer Landwirte um

Viele Landwirte im Raum Rosenheim sehen den Wolf – hier ein Exemplar im Freigehege eines Wildparks – als große Gefahr für ihre Branche an.
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Viele Landwirte im Raum Rosenheim sehen den Wolf – hier ein Exemplar im Freigehege eines Wildparks – als große Gefahr für ihre Branche an.
  • Anton Hötzelsperger
    VonAnton Hötzelsperger
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Bei der coronabedingt digitalen Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbands haben Rosenheimer Landwirte jetzt ihre Sorgen rund ums Thema Wolf zum Ausdruck gebracht. Dass ein Zaun keine Lösung gegen Risse des Raubtieres sei, wollen die Landwirte demnächst mit einem Musterzaun am Samerberg beweisen.

Rosenheim – In Zeiten vor der Corona-Pandemie trafen sich am Lichtmess-Tag bis zu 400 Landwirte aus der Region in der Rosenheimer Inntalhalle bei der Kreisversammlung des Bauernverbandes zum persönlichen Dialog. Doch wie bereits im vergangenen Jahr musste der der gastgebende Kreisverband Rosenheim des Bayerischen Bauernverbandes auch heuer zu einer digitalen Konferenz einladen, zu der sich gut 100 Teilnehmer zuschalteten.

Coronabedingt fand die Kreisversammlung digital statt, hier mit BBV-Obmann Josef Bodmaier (links) und Referent Udo Pollmer auf einem Bildschirm.

Kreisobmann Josef Bodmaier bezeichnete die Zusammenschaltung eingangs als Vorteil, weil man keine Parkplatzsuche und weniger Zeitaufwand hätte, ergänzte aber: „Was uns und auch den Junglandwirten sowie den sonstigen Ehrengästen fehlt, das ist das persönliche Gespräch“. Ehe Bodmaier seinen Rückblick begann, erinnerte er an den im Alter von 95 Jahren verstorbenen Andreas Gruber, der vor der „Ära Sepp Ranner“ von 1974 bis 1987 Kreisobmann war und der in dieser Zeit den landwirtschaftlichen Aufbruch in Bayern und im Landkreis Rosenheim mitgeprägt habe.

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Ausführlich ging Bodmaier auf aktuelle Themen der Rosenheimer Bauernschaft ein. Hierzu gehörten die „Schweinehälfte-Aktion“, die aufgrund der niedrigen Schweinefleischpreise gestartet wurde und die einzige große Präsenzveranstaltung, die Schmankerlstraße in Rosenheim. Hinsichtlich des Brenner-Nordzulaufs gelte es, so Bodmaier, gemeinsam mit dem Landkreis Ebersberg und im Dialog mit Bahn und Politik „gerechte Formen des Ausgleichs zu finden “ und Einfluss zu nehmen, dass möglichst wenig oberirdische Flächen verbraucht werden. Bodmaier: „Die Untertunnelung nördlich des Inns ist eine Kernforderung.“

Bauchschmerzen in puncto Anbindehaltung

Bauchschmerzen bereitet dem BBV-Obmann zudem weiterhin die Anbindehaltung. Zu diesem Thema würden die Bauern vom Einzelhandel und von den Molkereien hergetrieben, obwohl Kühe in geordneten Anbindeställen genauso sauber und leistungsstark seien.

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Massiv bewegte die Runde das Thema Wolf, zu dem es kürzlich an einem Runden Tisch mit Landratsamt, Naturschutzbehörde, Almbauern, Veterinäramt und Landwirtschaftsamt ein gutes Gespräch gegeben habe. Hierzu kündigte der Bauernverband an, dass demnächst auf dem Samerberg anhand eines Musterzaunes aufgezeigt werden solle, dass Zäune keine Lösung seien.

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Wie der abschließenden Diskussion zu entnehmen war, waren die Ausführungen zu zukünftigen Ernährungs- und Herstellungsweisen für viele Teilnehmer neu. In der Diskussion, an der sich auch Dr. Georg Kasberger als Leiter des Rosenheimer Landwirtschaftsamtes beteiligte, war man sich einig, dass sich die Landwirtschaft nicht mit einem Rundumschlag verteidigen, sondern mit Hintergrundwissen und Argumenten gegenüber Politik und Verbraucher zeigen soll.

Klima und Tierhaltung: „Keine negativen Auswirkungen“

Udo Pollmer, Lebensmittelchemiker und Autor von Ernährungsbüchern, sprach bei der Kreisversammlung auf Einladung des Bauernverbandes zum Thema „Wie die Politik die bäuerliche Kulturlandschaft aufgibt – Die Folgen falsch verstandenen Natur-, Verbraucher- und Klimaschutzes“ und ging dabei auch auf den Wolf ein. „Ist erst der Wolf in Rudelgröße da, ist es um den Frieden geschehen“, so Pollmer, der den Schutz durch Zäune kritisch sieht: „Unabhängig vom Nicht-Nutzen und von Löchern, die von Wolfsschützern angebracht werden, entstehen immense Kosten.“ Außerdem gab der Referent zu bedenken, dass der Wolf gefährlicher Überträger der Tollwut sei. Einen breiten Raum nahmen seine Ausführungen zum Klima ein, wo beispielsweise die Methan-Emission bei der Milcherzeugung mit falschen Zahlen dargestellt werde. Sein Fazit: „Tierhaltung hat keine negativen Auswirkungen auf das Klima.“

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