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Für den Umweltschutz

Bayerns erste Gewerkschaftsbienen: Der Rosenheimer Gewerkschaftsbund will ein Zeichen setzen

Bei der Einweihung: Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes freuen sich über die zwei neuen Bienenkästen und das Waldbienenhäusschen.
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Bei der Einweihung: Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes freuen sich über die zwei neuen Bienenkästen und das Waldbienenhäusschen.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Rosenheim hat einige Hundert neue Mitarbeiter bekommen: Im Gewerkschaftsgarten in der Brixstraße hat jetzt die Einweihung von zwei Bienenkästen und einem Wildbienenhäuschen stattgefunden.

Rosenheim – Das Schicksal hat Andreas Geltinger und seine Bienen zusammengeführt. Jedenfalls scheint es so. „2014 ist ein Bienenschwarm in den Hohlraum eines Holzbaus neben unserer Terrasse eingezogen“, erinnert sich der Rosenheimer. Die Tiere seien sehr friedlich gewesen und hätten ihn gleich vom ersten Moment an fasziniert. 2015 habe er den Schwarm gefangen und in eine Beute – so nennt man die Behausung der Bienen – umgesiedelt.

18 Bienenvölker im Garten

Seitdem ist Geltinger als Hobbyimker aktiv und hält gemeinsam mit seiner Frau 18 Bienenvölker in seinem Garten in Westerndorf St. Peter. Nicht ohne sich vorher gründlich auf die Haltung vorbereitet und sich verschiedene Kenntnisse angeeignet zu haben.

„Wer Honigbienen ohne fundierte Kenntnisse hält, gefährdet die Gesundheit der Bienen anderer Imker und den Ruf der Imkerei“, sagt Geltinger während seines Vortags im Gewerkschaftshaus. Denn im dortigen Garten befinden sich seit einigen Tagen zwei nagelneue Bienenhäuser, um die sich Geltinger – selbst Gewerkschafter – in Zukunft kümmern will.

Bienen müssen keinen Mitgliedsbeitrag zahlen

„So viele Mieter hatten wir noch nie in unserem Haus“, scherzte DGB-Vorsitzender Manuel Halbmeier. Günter Zellner, DGB-Regionsgeschäftsführer von Oberbayern fügte hinzu: „Mitgliedbeiträge zahlen sie allerdings noch nicht.“ Viele Scherze, die dennoch nichts an der Ernsthaftigkeit des Themas änderten.

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Denn sowohl Halbmeier, als auch Zellner liegt der Umweltschutz am Herzen. Lange hätten sie deshalb überlegt, wie man ein Zeichen setzen und einen kleinen Teil dazu beitragen könnte, die Vielfalt der Bienenarten zu schützen. „Uns war wichtig, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln“, sagt Halbmeier. Dass er das durchaus ernst meint, zeigen die beiden Bienenkästen, die von einer Behindertenwerkstatt in Deutschland hergestellt wurden und das selbst gebaute Waldbienenhäuschen im Gewerkschaftsgarten.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

Lob dafür gibt es auch von Hobbyimker Andreas Geltinger. „Der DGB will ein Zeichen setzen, dass der Klimawandel ein Problem ist, das alle angeht“, sagt er. Zwar sei das Projekt nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“, trotzdem habe es Symbolcharakter.

Zahl der Bienenvölker kontinuierlich gesunken

Dass etwas getan werden muss, zeigt auch die Tatsache, dass die Zahl der Bienenvölker in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist.

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„Ich hoffe jedoch, dass der Tiefpunkt bereits überschritten ist“, sagt Geltinger. So habe es in vielen Bereiche bereits ein Umdenken gegeben. „In vielen Gärten wird bewusst auf bienenfreundliche Pflanzen gesetzt und etwas mehr Unordnung in den Gärten zugelassen“, sagt der Hobbyimker.

Den Flächenverbrauch stoppen

Trotzdem müsse gerade für die Wildbienen – die wesentlich stärker gefährdet sind als die Honigbienen – noch mehr getan werden. Geltinger spricht davon, den Flächenverbrauch zu stoppen, den Einsatz von Pestiziden zu verringern, einem späteren Mähzeitpunkt und mehr Blühstreifen.

Viel Lob für die Stadt

Die Stadt selbst leistet hier seiner Meinung nach wertvolle Arbeit. „Die Bienen profitieren in erster Linie von den Bäumen“, sagt er. So gebe in Rosenheim noch etliche Alleen, wie beispielsweise in der Prinzregentenstraße. Auch die Bepflanzung von Verkehrsinseln und Grünflächen sei in Rosenheim zu allen Jahreszeiten gut.

Leere Honiggläser immer auswaschen

„Es gibt sehr wenig zu kritisieren“, sagt Geltinger. Lediglich die Altglascontainer sind dem Hobbyimker ein Dorn im Auge. „Wenn Bienen Honigreste aus ungespülten Honiggläsern aufnehmen, besteht ein Gesundheitsrisiko für die Bienen, weil durch Import-Honige für die Bienen tödliche Krankheiten, wie zum Beispiel die amerikanische Faulbrut übertragen werden können.

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„Hier wäre es aus meiner Sicht erforderlich, die Sammelcontainer bienendicht zu verschließen“, sagt er.

Ob sich hier in Zukunft etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Jetzt freut sich der Hobbyimker erst einmal über die neuen Mieter im Gewerkschaftsgarten. „Es sind lustige Bienen, wir haben uns keine wilden ins Haus geholt“, sagt DGB-Vorsitzender Halbmeier mit einem Augenzwinkern.

Hobbyimker Andreas Geltinger.

Einige Hinweise vom Hobbyimker Andreas Geltinger

Andreas Geltinger gibt einige Tipps, wie Bürger die Bienen unterstützen können. So könnten – je nach Größe des Gartens – Obstbäume oder Beerenobst wie Apfel, Kirsche, Himbeeren oder Brombeeren angepflanzt werden.

Salbei, Thymian, Basilikum oder Lavendel seien ebenfalls beliebt. Wer Blumen und Sträucher pflanzt, sollte darauf achten, dass es sich um Sorten mit ungefüllten Blüten handelt, weil diese für Bienen besser geeignet seien. „Grundsätzlich würden den Bienen mehr Wildnis in den Gärten helfen“, sagt der Hobbyimker.

Er weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass Bienen nicht gefüttert werden sollen. Lediglich etwas Wasser könnte man bereitstellen. Hier sei es wichtig, darauf zu achten, dass beispielsweise Korken ins Wasser gelegt werden, damit die Bienen wieder herausgelangen. Sollten Bienen von Getränken oder Speisen angelockt werden, ist es am besten, das Getränk abzudecken. „Grundsätzlich sollte man Ruhe bewahren und nicht um sich schlagen“, sagt er.

Sollte man dennoch von einer Biene gestochen werden, sollte zuerst der Stachel entfernt werden, ohne die Giftblase zu zerdrücken. Anschließend sollte man Salz auf die Einstichstelle streuen. Falls vorhanden könne man zusätzlich eine halbe Zwiebel auf die Einstichstelle drücken. Das wirke abschwellend.

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