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Dirtpark in der Innflutmulde

„Schabernack“ am Innufer: Warum in Rosenheim Jugendliche in der Luft herumfliegen

Der Dirtpark für BMX- und Mountainbiker in Rosenheim ist seit Kurzem Schauplatz von waghalsigen Sprüngen wie Backflips mit Fahrrädern.
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Der Dirtpark für BMX- und Mountainbiker in Rosenheim ist seit Kurzem Schauplatz von waghalsigen Sprüngen wie Backflips mit Fahrrädern.
  • Julian Baumeister
    VonJulian Baumeister
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In der Rosenheimer Innflutmulde fliegen seit Neuestem Jugendliche mit ihren Fahrrädern durch die Luft. Dabei lassen sie einmal das Lenkrad los oder machen einen Salto rückwärts. Möglich ist die Flugshow im neuen Dirtpark. Und dieser hat einen prominenten Unterstützer: den ehemaligen Weltklasse-Mountainbiker Andreas Wittmann aus Bad Aibling.

Rosenheim – Florian Huber klopft sich den Staub von der Hose. Der 20-jährige Stephanskirchner kommt in jeder freien Minute in die Rosenheimer Innflutmulde. Sein T-Shirt ist mehr braun als weiß und auch auf der schwarzen Hose ist die Farbe des Bodens gut zu erkennen. Zeichen des Sturzes vom ersten Versuch. „Probieren wir‘s halt noch mal, wird schon schief gehen“, sagt er. Dann schiebt Huber sein BMX-Fahrrad wieder den kleinen Abhang am Rande der Fahrradstrecke hinauf. Er nimmt Anlauf und rast auf die aufgeschüttete Sprungschanze zu. Huber katapultiert sein Fahrrad rund drei Meter in die Luft und macht einen Rückwärtssalto. Die Landung ist diesmal perfekt. Die Freude über den gestandenen Sprung ist nicht nur beim 20-Jährigen groß. Sondern auch bei seinem prominenten Publikum .

Unterstützung durch Ex-Profi

„Da gehört Feingefühl und Fahrradkontrolle dazu, um den Sprung und die Landung so genau zu treffen“, sagt Andreas Wittmann. Der 34-jährige Bad Aiblinger ist ehemaliger Extrem-Mountainbiker und einer der bekanntesten Biker Deutschlands. Rund zehn Jahre war Wittmann an der Weltspitze unterwegs, ehe ein Sturz seine aktive Karriere beendete.

Das Gelände bietet Profis und Hobbysportlern gleichermaßen einen Adrenalinkick. von links: Mika Droste, Andreas Wittmann, Jonas Droste und Florian Huber

Inzwischen baut Wittmann mit seiner Firma Bikeparks. Auch den Dirtpark am Innufer hat er entworfen. „Die Zusammenarbeit mit dem Andi ist mega, wir sind froh um sein Know-how“, sagt Jonas Droste von der Trendsportabteilung des TSV 1860 Rosenheim, die den Dirtpark ins Leben gerufen hat.

Dass der Park gelungen ist, darüber sind sich Wittmann und Droste einig. „Die Strecke ist richtig cool geworden, weil für jeden etwas dabei ist, sowohl für Profis aber auch für Anfänger“, unterstreicht Wittmann. Der Knackpunkt bei der Gestaltung einer Strecke sei der Abstand zwischen den einzelnen Sprungschanzen. „Der Abstand muss so sein, dass man wieder genügend Schwung aufnehmen kann, ohne treten zu müssen. Dann springt sich’s leichter“, erklärt Wittmann.

Die hohen Geschwindigkeiten locken auch Florian Huber immer wieder in die Innflutmulde. „Das Geile hier ist, dass man mit hohem Tempo reinfahren kann. Dadurch sind viele verschiedene Tricks möglich“, sagt Huber.

Der 20-jährige sei schon immer vom Bikesport fasziniert gewesen. „Schon als Kind bin ich mit dem Radl ums Haus gedüst und wollte damit Schabernack treiben“, sagt Huber. Umso mehr freut es ihn, dass er nun auch in Rosenheim seine „Flugshows“ trainieren kann. Davor musste der Stephanskirchner auf andere Strecken ausweichen und hatte weitere Anfahrten.

Bei den ganzen waghalsigen Sprüngen ist auch die Sicherheit ein Thema. „Klar kann es gefährlich sein, aber außer dem ein oder anderen kleinen Sturz ist noch nichts passiert“, sagt Droste. Dass die Fahrt über die Strecke nicht zu riskant wird, war auch Wittmann bei der Planung wichtig. „Die Anlage ist spaßig und sicher zugleich, deshalb verzeiht sie auch Fehler, wenn ein Trick doch mal in die Hose geht“, sagt Wittmann. Zudem sei der Boden auch „sturzfreundlich“. „Der Untergrund in der Innflutmulde ist sandig und lehmig. Dadurch ist der Boden weicher als anderswo und die Verletzungsgefahr ist nicht so groß“, erklärt Wittmann. Vorausgesetzt die Ausrüstung stimmt. „Fahrrad und Helm sind Pflicht, Schoner wären auch nicht schlecht“, sagt Droste. Ansonsten könne jeder eine Runde versuchen.

Die Strecke in der Innflutmulde wurde vom ehemaligen Bikeprofi Andreas Wittmann entworfen.

Selbst für Kinder sei die Strecke geeignet. „Ich komme fast jeden Tag her, zumindest immer wenn ich Zeit habe“, sagt Mika Droste (12). Er hat die Sportart im Internet entdeckt und sei sofort begeistert gewesen. Inzwischen gehören Zwei-Meter-Sprünge und der No-Hands-Trick, das Loslassen des Lenkrads in der Flugphase, zu seinem Repertoire. Am meisten Spaß würden ihm die hohen und weiten Sprünge machen. „Angst habe ich da nicht, man muss einfach drauf losfahren und es probieren“, sagt Mika Droste. Die Profimeinung sozusagen. „Das Schwierigste ist die Überwindung im Kopf. Vor allem bei einem Salto rückwärts mit dem Radl“, sagt Wittmann.

Reine Kopfsache

Ganz ohne Technik würde es aber auch nicht gehen. „Grundsätzlich muss beim Anfahren der Schwung passen und du darfst nicht zu weit springen, sonst erwischst du die Landung nicht“, sagt Wittmann. Und er weiß, von was er spricht. Bei seinem Sturz vor sieben Jahren verpasste er die Landung und brach sich beim Aufprall beide Beine. „Damit das nicht passiert, muss man lernen die Strecke richtig einzuschätzen und zu üben, üben und üben“, sagt Wittmann, „dann klappt es irgendwann auch mit den Tricks.“

Und geübt wird laut Jonas Droste genug. „Sobald die Strecke trocken ist, sind mindestens 20 Fahrer da“, sagt Droste. Auch Wittmann will sich demnächst wieder in den Dirtpark wagen. „Nachdem mein Kleiner mit vier Jahren schon schwer motiviert ist und fahren will, muss ich fast mal wieder ein paar Tricks zeigen“, sagt Wittmann und lacht.

Veranstaltungshinweis „Ride & Shape- Family- Day“

Am Sonntag, 3. Juli, veranstaltet die Trendsportabteilung des TSV 1860 Rosenheim zwischen 13 und 17 Uhr am Dirtpark Rosenheim in der Innflutmulde, Lozingerstraße 15 auf Höhe des Klärwerks, den Ride & Shape Family Day. Neben Vorführungen von erfahrenen Bikern zählt zu den Programmpunkten sowohl ein Dirt-Park-Rider-Schnupperkurs als auch ein Kids-Skills-Schnupperkurs. Die Kurse sind für alle Kinder ab vier Jahren geeignet, die in die Trendsportart hineinschnuppern wollen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter, außer bei schweren Unwettern, statt. Weitere Informationen gibt es auf der Instagram-Seite der Trendsportabteilung.

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