Erinnerung

Die Geschichte des Fensters in Rosenheims St. Nikolaus, das Siegfried Fischbacher gestiftet hat

Magie in der Rosenheimer Kirche St. Nikolaus: Der verstorbene Star-Magier Siegfried Fischbacher aus Rosenheim hat das zweite Fenster, das die Kirche 2005 nach der Sanierung neu erhalten hat, gestiftet . Der Wiesbadener Künstler Karl-Martin Hartmann hat es angefertigt.
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Magie in der Rosenheimer Kirche St. Nikolaus: Der verstorbene Star-Magier Siegfried Fischbacher aus Rosenheim hat das zweite Fenster, das die Kirche 2005 nach der Sanierung neu erhalten hat, gestiftet. Der Wiesbadener Künstler Karl-Martin Hartmann hat es angefertigt.
  • Alexandra Schöne
    vonAlexandra Schöne
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Magie in der Rosenheimer Kirche St. Nikolaus: Hier erinnert ein großes, buntes Fenster an den verstorbenen Star-Magier Siegfried Fischbacher, der dieses gestiftet hatte. In eben dieser Kirche findet am Freitag, 22. Januar, ein Gedenkgottesdienst statt.

Rosenheim – Die Kirche St. Nikolaus am Ludwigsplatz ist während der Jahre 2004 bis 2006 restauriert worden. In diesem Zuge wurde sie auch mit neuen Fenstern ausgestattet – gestiftet von Rosenheimer Privat- und Geschäftspersonen. Unter ihnen: Star-Magier und Rosenheimer Original Siegfried Fischbacher.

Dieser hatte an den renommierten Wiesbadener Künstler Karl-Martin Hartmann (72), der die Fenster angefertigt hat, auch einen Wunsch: „Er hat mich in einem Schreiben nach Wiesbaden gebeten, dass ich einen weißen Tiger ins Fenster einbinde“, erinnert sich Hartmann lachend. Künstlerisch sei dies aber nicht möglich gewesen. „Meine Frau hat ihm dann freundlich abgesagt.“

Schriftzug in Fenster eingraviert

Die Entwürfe für das Fenster habe er Fischbacher später geschickt – als Dank für das Vertrauen, dass der gebürtige Rosenheimer dem Wiesbadener entgegengebracht hatte. In dem von Fischbacher gestifteten Fenster gravierte Hartmann unten rechts den Schriftzug „Siegfried + Roy – Gift For The Ages“ ein.

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Das beziehe sich auf die Arbeit der beiden mit ihren Tieren und den für sie wichtigen Tierschutz, erklärt er. Der 72-Jährige kann sich noch genau daran erinnern, wie das damals war, mit Siegfried Fischbacher. Die beiden Männer hätten nach dem ersten Kontakt noch jahrelang miteinander korrespondiert, sagt Hartmann.

Siegfried Fischbacher und seine Schwester Dolore sehen sich bei Fischbachers Besuch 2005 ihre Heimatstadt von oben an.

2001 hätten die Gespräche zu dem Fenster-Projekt mit Vertretern der Rosenheimer Kirche begonnen. Hartmann fertigte Entwürfe an und stellte diese in Rosenheim vor. Er bekam den Auftrag, machte sich ans Werk. Der 72-Jährige ist verantwortlich für alle 22 neuen Fenster in St. Nikolaus.

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Währenddessen suchte Andreas Zehentmaier, der ehemalige Pfarrer in der Kirche, nach Sponsoren für die Fenster. Die Kosten für jedes einzelne beliefen sich auf einen hohen fünfstelligen Betrag. Das Erste stiftete die Kolpingsfamilie Rosenheim. Für das Zweite konnte Siegfried Fischbacher an Land gezogen werden. Wie das ging? Durch gute Kontakte, sagt Zehentmaier.

Kirchenpfleger aus Rosenheim bei Fischbacher in Las Vegas

Vor allem der damalige Kirchenpfleger Alois Gartner habe dabei eine zentrale Rolle gespielt. Dieser hatte schon vorher eine Verbindung zu Fischbacher geknüpft – durch seine Frau, die als US-Amerikanerin den Neffen des Magiers in Rosenheim in Englisch unterrichtet hatte, wie Gartner erzählt. Bei einem Besuch in Las Vegas hätten sie im berühmten Hotel The Mirage angerufen, wo „Siegfried & Roy“ ihre Shows präsentierten. „Dann wurden wir zu einer Show eingeladen und waren danach auch noch hinter der Bühne und haben Zeit mit Siegfried und Roy verbracht“, sagt Gartner.

Der Künstler Karl-Martin Hartmann spricht im Jahr 2005 mit Siegfried Fischbacher über das Fenster in der Kirche St. Nikolaus.

Als es schließlich in Rosenheim um die Kirchenfenster ging, habe er einen Brief an Fischbacher geschrieben – und sei bei diesem auf „offene Ohren“ gestoßen. Dass der verstorbene Magier das Geld für das Fenster gestiftet habe, zeige seine Verbundenheit zu seiner Heimatstadt. Davon ist Gartner überzeugt. Er überlegt kurz und sagt: „Er hat gerne seine Spuren in Rosenheim hinterlassen.“

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Auch der Wiesbadener Künstler Hartmann hat sich mit seinen Glaskreationen in der Stadt verewigt. In Rosenheim traf er im Jahr 2005 das erste Mal persönlich auf Siegfried Fischbacher, als dieser zu Besuch war. Auf alten Bildern ist zu sehen, wie die beiden vor dem gestifteten Kirchenfenster stehen und sich unterhalten. Es sei ein schönes, langes Treffen gewesen, sagt Hartmann. „Er war überhaupt nicht abgehoben, total bodenständig. Er hat eine sympathische Offenheit ausgestrahlt.“

„Im Herzen ein Bayer und Rosenheimer“

Ähnlich erinnert sich auch Anton Heindl, der langjährige Zweite Bürgermeister der Stadt, an Fischbacher. Heindl war damals als Mitglied der Kirchenverwaltung beim Treffen dabei. Der „Mann von Welt“ sei „ganz leger“ und „natürlich“ gewesen. „Man konnte mit ihm über Gott und die Welt reden“, sagt Heindl. „Er war eben doch im Herzen ein Bayer und Rosenheimer“. An diese Verbundenheit erinnert ein großes, buntes Fenster in der St. Nikolaus-Kirche. Dort, wo auch der Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Magier am kommenden Freitag, 22. Januar, (mit begrenzter Besucherzahl) stattfindet.

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