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Bauernmarkt auf dem Ludwigsplatz

„Das ist gelebte Nachhaltigkeit“: Ein Besuch bei der Schmankerlstraße in Rosenheim

Egal ob Gin, Likör oder Schnaps: Bei Hans Astner junior (rechts) und seinem Vater gibt es Alkoholisches.
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Egal ob Gin, Likör oder Schnaps: Bei Hans Astner junior (rechts) und seinem Vater gibt es Alkoholisches.
  • Alexandra Schöne
    VonAlexandra Schöne
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Die einen verkaufen Schnaps und Gin, die anderen Produkte aus Wolle. Aber alle haben dasselbe Ziel: regionale Lebensmittel bewerben und an die Produzenten erinnern. Ein Besuch bei der Schmankerlstraße auf dem Ludwigsplatz.

Rosenheim – Es ist Hans Astners erste Schmankerlstraße, aber dass er wiederkommen wird, weiß er schon jetzt. Er steht gemeinsam mit seinem Vater Hans Astner senior hinter ihrem Stand mitten auf dem Ludwigsplatz und strahlt in die Kamera. In seiner Hand hält er eine Flasche Gin. „Neibeian 44“ heißt dieser, weil er in Neubeuern hergestellt wurde und einen Alkoholgehalt von 44 Prozent hat. „Wir haben selbst Wacholder angesetzt und destilliert“, erzählt Hans Astner junior stolz.

Geschäftstüchtige Direktvermarkter

An seinem Stand gibt es nicht nur Gin, sondern auch Liköre, Marmeladen und Schnäpse. Die Früchte dafür wachsen fast alle auf den 220 Obstbäumen der Familie in Neubeuern. „Nur die Williamsbirne kaufen wir zu“, sagt Astner. Seine Brennerei betreibt er im Nebenerwerb und sieht die Schmankerlstraße als Chance, ordentlich Werbung für seine Produkte zu machen.

Der Ludwigsplatz ist an diesem Tag voller geschäftstüchtiger Direktvermarkter wie Hans Astner junior. An einem Stand kauft eine Frau ein Brot, der Verkäufer fragt: „Möchten Sie noch ein Stück Käse dazu?“ Überall wird gekauft, verkauft, begrüßt und informiert.

Milch- und Honigprinzessinen besuchen den Markt

Mittendrin stehen die Bayerische Honigprinzessin Alexandra Krumbachner und die Bayerische Milchprinzessin Miriam Weiß. Sie sei mit der Milchviehwirtschaft aufgewachsen und arbeite jetzt in einer Molkerei, erzählt Weiß. Ihre Zukunft liegt auf dem Hof der Eltern ihres Freundes, welchen sie bald zusammen mit ihm übernehmen wird. Für die Schmankerlstraße ist sie extra aus dem Allgäu nach Rosenheim gekommen.

Den beliebten Markt gibt es schon seit 24 Jahren. Er ist der Höhepunkt des Bauernherbstes. Rosenheims Oberbürgermeister März nennt ihn bei der Eröffnung „Leistungsschau für bäuerliche Betriebe“. Er appelliert an die Bevölkerung, weiter auf regionalen Märkten einzukaufen. „Das ist gelebte Nachhaltigkeit.“

Über alte Apfelsorten informieren

Auch Landrat Ott Lederer outet sich als Fan der Schmankerlstraße. „Wenn wir es schaffen, dass aus dieser Wertschöpfung, die der Landwirt betreibt, wieder Wertschätzung in der Bevölkerung entsteht für das, was bei uns produziert wird, dann hat die Schmankerlstraße ihren Sinn erfüllt“, sagt er bei seiner Begrüßung.

Auch Roman Pröll und Susanne Summerer wollen den Markt nutzen, um die Aufmerksamkeit der Menschen auf heimische Spezialitäten zu lenken. In ihrem Fall handelt es sich um kleines, rundliches Obst. Die beiden Kreisfachberater Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt haben eine große Batterie an Schalen mitgebracht.

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50 verschiedene Sorten von Äpfeln und Birnen liegen darin. „Und das ist nur ein kleiner Teil von dem, was es im Landkreis gibt“, sagt Pröll. Sie verkaufen an ihrem Stand nichts, sie wollen nur informieren.

Alte Apfelsorten in der Region vermehren

Roman Pröll und Susanne Summerer sind Kreisfachberater für Gartenkultur und informieren über alte Apfelsorten.

Pröll nimmt einen gelblichen Apfel in die Hand. Der sogenannte Zitronenapfel wachse nur in Thalham in der Gemeinde Riedering, das hätten genetische Untersuchungen ergeben. Pröll und Summerer wollen solche alten, unbekannten Sorten in der Region vermehren und sie so vor dem Aussterben bewahren. „Die Menschen sollen davon profitieren können“, sagt Susanne Summerer.

Am Stand von Elisabeth Berneder gibt es Schafsfelle, Kuscheltiere und Lammfleisch.

Schräg gegenüber vom Obststand verkauft Elisabeth Berneder aus Bernau Lammfleisch, Käse aus Schafs- und Ziegenmilch sowie Schaffelle. Neben dem Tisch steht ein Korb voller Plüschtier-Lämmchen. Berneder ist Mitglied der Rosenheimer Schafhaltervereinigung.

Lammfleisch unter die Leute bringen

Sie bietet auf dem Markt ihre Produkte an, weil sie Schafs- und Lammfleisch „mehr unter die Leute bringen“ will. Denn sie hat das Gefühl, dass nicht viele Leute dieses Fleisch essen wollen. Berneder will das ändern. Die Schmankerlstraße erscheint ihr die richtige Plattform zu sein, um damit anzufangen.

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