Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen

„Die beste Prävention gegen Einsamkeit“: Caritas-Seniorenbegegnungsstätte in Rosenheim wird 40

Weniger in die Vergangenheit schauen, den Blick vielmehr in die Zukunft richten wollte Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer der Caritas.
+
Weniger in die Vergangenheit schauen, den Blick vielmehr in die Zukunft richten wollte Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer der Caritas.
  • VonJohannes Thomae
    schließen

Bei den Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Seniorenbegegnungsstätte der Caritas in Rosenheim gab‘s viel Lob für die Einrichtung und das Engagement der Mitarbeiter. Aber auch einen Wink mit dem Zaunpfahl an die finanziellen Unterstützer.

Rosenheim – „Alt werden wir später.“ Ein Satz, der die Seniorenbegegnungsstätte der Caritas gut beschreibt. 40 Jahre gibt es sie nun, doch ganz im Sinne dieses Satzes ging es bei der Jubiläumsfeier in der letzten Woche nicht in erster Linie um Rückblicke. Das sah nicht nur Angelika Meyer so, die den Satz geprägt hatte und seit vielen Jahren die Begegnungsstätte besucht und hier zudem ehrenamtlich tätig ist. Auch Caritas-Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann wollte den Blick auf das Jetzt und in die Zukunft gerichtet sehen, denn die Begegnungsstätte sei notwendiger denn je: „Wenn es sie nicht schon gäbe, müsste man sie unbedingt erfinden“.

Die Zahlen sprechen für sich

Allein die Zahlen sprechen für sich: Rund eintausend Senioren nützen übers Jahr die vielfältigen Angebote, wie Erwin Lehmann erklärte und dieses Angebot ist wirklich breit gefächert. Angelika Meyer beschrieb es so: „Es wird musiziert, gesungen, in neuerlernten Sprachen parliert, trainiert, meditiert und auch gezockt – kurz hier trifft man sich, hier wird man aktiv.“

Sich treffen und dabei aktiv werden – das sei, wie Erwin Lehmann darlegte, die beste Prävention gegen vorzeitiges Altern, die beste Prävention auch gegen Alterseinsamkeit. Die Seniorenbegegnungsstätte leiste damit nicht nur individuellen Dienst am Nächsten, sondern erfülle eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Eine Feststellung, die schon allein dadurch belegt wurde, dass an der Jubiläumsfeier nicht nur Rosenheims zweiter Bürgermeister Daniel Artmann teilnahm, sondern auch Andrea Rosner, die stellvertretende Landrätin.

.„Unsere Gesellschaft altert, das ist mittlerweile ein Allgemeinplatz, doch wir müssen uns dieser Tatsache auch wirklich stellen“ so präzisierte Erwin Lehmann die Aufgabe, die er angesprochen hatte. Die Begegnungsstätte leiste hier einen wichtigen Beitrag auf zwei Ebenen. Zum einen schaffe sie die Möglichkeit, noch im beginnenden Seniorenalter neue Kontakte und Freundschaften zu knüpfen. „Solche Netzwerke werden um so wichtiger, je älter man wird, denn sie halten einen im Leben.“

„Heutige Rentner stehen noch mitten im Jetzt“

Daneben zeige die Begegnungsstätte beispielhaft, wie das Potential, das in den Seniorinnen und Senioren stecke, genützt werden könne: „Heutige Rentner stehen noch mitten im Jetzt, sie gehören noch längst nicht zum alten Eisen und können über Ehrenämter viel dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft funktionsfähig bleibt“. Doch nicht nur die Seniorenbegegnungsstätte sei ohne ihre derzeit rund fünfundzwanzig ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht vorstellbar „Ohne Ehrenamt wird unsere Gesellschaft zum Beispiel die Betreuung unserer Hochaltrigen, eine Gruppe, die ebenfalls stark wächst, in Zukunft nicht gewährleisten können“.

Für Daniel Artmann hat der Erfolg der Rosenheimer Begegnungsstätte zwei Gründe: Man habe hier schon sehr früh erkannt, dass die Senioren aus ihrem Zuhause herausgeholt und eingebunden werden müssen, „mit dem Ergebnis, dass man nun in diesem Bemühen vierzig Jahre Erfahrung hat“.

Eine Erfahrung, die dazu führe, dass hier keine starren und in sich geschlossenen Konzepte angeboten würden, sondern man individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingehe und auch die laufende Veränderung des Alltagslebens berücksichtige. Er nahm dabei Bezug auf die „Digitaloffensive“ der Seniorenbegegnungsstätte, in der Seniorinnen und Senioren die Möglichkeiten moderner Smartphones und Tablets zu nutzen lernen. „Gerade Corona hat gezeigt, dass ohne solche Fertigkeiten die Teilhabe am modernen Leben nur noch eingeschränkt möglich ist“, sagte dazu Erwin Lehmann.

Viel Lob für die Aktivitäten der Begegnungsstätte ist gut, handfeste finanzielle Unterstützung noch besser. So könnte man den Festbeitrag von Jens Köhler, dem ersten Vorsitzenden ihres Fördervereins, zusammenfassen.

Zwar werde die Begegnungsstätte schon bislang unterstützt, doch sei der Beitrag seit Jahren gleichgeblieben. „Zumindest ein Inflationsausgleich sollte da doch möglich sein“, meinte Köhler. Denn dass man Dingen wirklich eine Bedeutung beimesse, zeige sich darin, dass dann „weder Zeit noch Geld eine Rolle spielt“.

„Wild und verwegen“ bleiben

Er betonte aber auch – und sprach dabei sicher für alle anderen Festgäste – dass Geld nicht alles sei: „Es ist hier wie beim Fußball, Geld allein schießt keine Tore.“ Sein Dank galt deshalb noch einmal ausdrücklich allen, die sich ehrenamtlich für die Seniorenbegegnungsstätte engagieren. Denn vor allem sie sind es, die sicherstellen, dass die Begegnungsstätte auch in Zukunft das bleiben wird, was sie als Motto ihren Kulturtagen voranstellt: „Wild und verwegen“.

Mehr zum Thema

Kommentare