Der Sprung ins Ungewisse

Corona-Lockdown: So geht es den Rosenheimer Indoor-Sporthallen

Auch der Parkour ist betroffen: Die Verschärfung der Corona-Maßnahmen wird für Indoor-Sportler zum Hindernis.
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Auch der Parkour ist betroffen: Die Verschärfung der Corona-Maßnahmen wird für Indoor-Sportler zum Hindernis.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
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  • Anna Hausmann
    Anna Hausmann
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Der „Lockdown light“ macht es den Indoor-Sporthallen schwer, erneut mussten sie nun wieder schließen. Und das, obwohl sie ganz eigene Hyigenekonzepte entwickelt. Rosenheimer Betreiber erzählen, wie es ihnen mit den verschärften Maßnahmen geht.

Rosenheim – Die aktuelle Corona-Situation stellt die Rosenheimer Indoor-Sporthallen vor große Probleme. Hygienekonzepte wurden entwickelt, Besucher-Limits gesetzt und die Abstandsregeln deutlich verschärft. Trotzdem mussten die Betreiber für den November ihre Hallen wieder schließen und versuchen jetzt, so gut wie möglich für die kommende Wintersaison zu planen.

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Schließung trotz Hygienekonzept

„Wir haben mit einem gut durchdachten Zählkartensystem gearbeitet, mit dem wir maximal 40 Pärchen an den Kletterwänden und 60 Kletterer in der Boulder-Halle gleichzeitig zulassen konnten, erzählt Claudia Opitz, die Prokuristin der Kletterhalle Rosenheim. Seit 17. Oktober galt außerdem eine verschärfte Maskenpflicht, bei der die Masken auch auf den Matten innerhalb der Boulder-Halle aufgesetzt werden mussten. Nur direkt an der Wand zum Klettern durfte die Mundbedeckung weg.

Stuntwerk: Neueröffnung voraussichtlich zur Wintersaison

Noch strenger waren die Vorschriften im neuen Stuntwerk geplant, das am 27. November fertiggestellt werden soll. Geschäftsführer Uwe Pop rechnet dort mit einer dauerhaften Maskenpflicht, solange man sich in der Halle aufhält. „Wir werden sehen, wie es bis dahin aussieht und wann wir letztendlich öffnen können. Derzeit rechnen wir aber mit einer Person pro sieben Quadratmeter Fläche, was ungefähr 100 Besucher im Innenraum zulassen würde.“ Diese müssten dann aber auch zum Klettern ihre Maske aufhaben.

Nachdem man die Halle im Aicherpark ursprünglich im September eröffnen wollte, gibt sich Pop optimistisch, dass der Neubau trotz Corona zumindest pünktlich zur Wintersaison eröffnet werden kann.

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Winterzeit bereitet Sorgen

Genau diese Winterzeit ist es aber, die den Betreibern der Hallen Sorgen bereitet. Denn normalerweise ist der Andrang bei kaltem Wetter deutlich größer als im Sommer. Durch den zweiten Lockdown ist die Planungssicherheit allerdings gering. Laut Opitz lässt sich auch bei einer möglichen Wiedereröffnung der zukünftige Andrang schwer einschätzen, weil sich die Lage ständig ändert.

Nur auf den Trampolinen durfte die Maske ab: Die beiden Gründer Thomas Kaiser (links) und Karl Ramos müssen trotz strengen Hygienekonzept wieder zumachen.

„Hat richtig Fahrt aufgenommen“

Noch relativ neu in der Rosenheimer Indoorszene sind Thomas Kaiser (39) und Karl Ramos (38), die 2019 den Sprung gewagt und aus einer ehemaligen Tennishalle in Happing den “Airstyle“-Trampolinpark geschaffen haben. Kern ihrer Vision ist der sogenannte Big Airbag, ein überdimensionales Luftkissen. Mit ihrer Erfahrung verkauften sie es weltweit, um das Kissen bauten sie ganze Vergnügungsparks – bis sie ihr eigene Halle gestalten wollten. „Und es hat richtig Fahrt aufgenommen.“ Doch auch hier schlug der zweite Lockdown zu und das, obwohl Kaiser und Ramos alles dafür taten, um ein passendes Hygienekonzept zu entwickeln.

Leere Matten beim Bouldern: Die Kletterhallen in Rosenheim müssen im November geschlossen bleiben.

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Mindestabstand auf dem Trampolin

Mit einem animierten Video erklärten sie jedem Besucher die geltenden Sicherheits- und Hygieneregeln. Alle Oberflächen wurden mehrmals täglich gründlich gereinigt. Über die Vorab-Online-Buchung hielten sie die Besucherzahl möglichst gering und in der Halle galt – zumindest so lange, bis das Trampolin erreicht war – Maskenpflicht. „Trampolinspringen ist ein Einzelsport. Jeder hat auf der Fläche mehr als 1,5 Meter Mindestabstand“, erklärt Karl Ramos.

Motivation bleibt ungebrochen

Die Motivation, trotz der erneuten Schließung, gerade Kindern und Jugendlichen eine neue Bewegungsmöglichkeit zu bieten, bleibt bei den beiden dennoch ungebrochen. „Wir haben die Mitarbeiter, wie beim letzten Mal, nur in Kurzarbeit geschickt und sind immer noch bereit, wieder aufzumachen, sobald es geht“, gibt sich Kaiser kämpferisch. Der Geschäftsführer hofft demnach darauf, dass das Rosenheimer „Start-Up“, endlich richtig durchstarten kann.

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