Seit Mitte Oktober immer wieder Todesfälle

Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim: Infektionszahlen weiter auf hohem Niveau

Immer noch im roten Bereich: Die Corona-Lage in Stadt und Kreis Rosenheim.
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Immer noch im roten Bereich: Die Corona-Lage in Stadt und Kreis Rosenheim.
  • Rosi Gantner
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Die Corona-Fallzahlen in Stadt und Landkreis Rosenheim sind weiter stabil – allerdings nach wie vor auf einem hohen Niveau. Zu dieser Einschätzung kommt auch das Gesundheitsamt Rosenheim in seinem wöchentlichen Lagebericht. Die Hinweise auf den Standort für ein Impfzentrum verdichten sich.

Rosenheim – Die 7-Tage-Inzidenzen für Stadt (242) und Landkreis (171) haben sich zwar noch einer Hochphase Anfang November wieder nach unten bewegt, dort stagnieren sie nun aber seit geraumer Zeit.

Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 100 und 130 neue Fälle gemeldet. „Somit konnten die Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung mit dem Teil-Lockdown in der Region Rosenheim das Infektionsgeschehen nicht wie erhofft auf ein niedriges Niveau abbremsen“, so das Resümee von Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes.

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Die täglichen Neumeldungen von bis zu 150 Fällen sind seiner Einschätzung nach zu viele, „um das Infektionsgeschehen wirkungsvoll eindämmen zu können“. Allein seit dem letzten Wochenbericht (Stand 27. November, 0 Uhr) wurden dem Gesundheitsamt 602 neue Fälle (Vorwoche 748) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet.

55 Infektionen in der Marktgemeinde

Zu den regionalen „Hotspots“ zählen neben der Stadt Rosenheim mit 152 Neumeldungen die Marktgemeinde Bruckmühl mit 55 Corona-Fällen binnen einer Woche und die Stadt Kolbermoor mit 48 Positiv-Tests. Ebenfalls zahlreiche Neuinfektionen weisen auf: die Stadt Bad Aibling mit 31 Fällen, Wasserburg mit 27 und Großkarolinenfeld mit 25. Gefolgt von: Bad Feilnbach mit 18 Neumeldungen innerhalb einer Woche, Bernau mit 17, Raubling mit 15, Brannenburg mit 14, Stephanskirchen und Tuntenhausen mit zwölf sowie Feldkirchen-Westerham und Prutting mit jeweils elf Fällen. Hinzu kommt eine ganze Reihe Gemeinden im Landkreis mit einstelligen Zuwachszahlen.

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Seit Beginn der Pandemie sind insgesamt 8464 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim offiziell registriert worden (Landkreis: 6628, Stadt: 1836). Das Gesundheitsamt hat zudem bei mindestens 5996 Personen (Vorwoche 5300) eine Genesung dokumentiert.

269 Personen (Vorwoche 251) sind bis zuletzt an oder mit Covid-19 verstorben (Landkreis: 244/+16, Stadt: 25/+2). Von den Verstorbenen waren neun (Vorwoche sieben/+2) Personen unter 60 Jahre alt. 177 (Vorwoche 164/+13) Verstorbene waren über 80 Jahre alt.

Überwiegend im privaten Umfeld

Die Infektionsübertragungen ereignen sich nach Angaben des Gesundheitsamtes nach wie vor überwiegend im privaten Umfeld, aber auch in Schulen. Eine besondere Bedeutung hätten zudem Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylunterkünften. Vereinzelt komme es überdies zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

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Die Nachverfolgung der Infektionsketten werde zunehmend schwieriger, bekennt Hierl. Dennoch könnten die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informiert werden, ebenso die engen Kontaktpersonen. Dies sei insbesondere dem großen Einsatz der Unterstützungskräfte der Bundeswehr zu verdanken, die das Personal des Gesundheitsamtes seit geraumer Zeit unterstützen.

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Von Entspannung ist die Region dennoch weit entfernt. „Trotz der ergriffenen Maßnahmen verharrt das Infektionsgeschehen in der Region bislang auf einem hohen Niveau und konnte nicht wie erhofft deutlich abgebremst werden“, betont Hierl. „Seit Mitte Oktober haben wir auch wieder vereinzelte Todesfälle an und mit einer Covid-Infektion zu beklagen. Nach wie vor sehe ich die Situation sehr kritisch. Insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns weiter Sorgen.“

Die Altersstruktur der Corona-Todesfälle in der Region.

Elf Patienten auf der Intensivstation

Auf einem hohen Niveau eingependelt haben sich überdies die Behandlungszahlen in den Kliniken. Im Romed-Verbund befanden sich Stand Freitag 56 Patienten in stationärer Behandlung (Vortag: 56), davon elf auf Intensivstation (11). Behördenleiter Hierl mahnt diesbezüglich: „Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürger streng an die Abstands- und Hygieneregeln halten.“

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Impfzentrum: Hinweise verdichten sich

Die Hinweise verdichten sich, dass das Impfzentrum für Stadt und Landkreis Rosenheim in der Luitpoldhalle eingerichtet werden soll. Gleichzeitig befinden sich Stadt und Landkreis auf der Suche nach einem Betreiber. Die Ausschreibung dazu läuft.

Die Stadt Rosenheim will Anfang der Woche das Geheimnis um den Standort Impfzentrum lüften.

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