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Die Pandemie-Lage vorm Wochenende

Corona-Zahl stabil auf hohem Niveau – Brasilianische Variante in Rosenheim entdeckt

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Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim im Vergleich zur Vorwoche.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die offenbar schneller ansteckende britische Variante bestimmt das Geschehen auch in der Region Rosenheim. Droht nun eine neue Gefahr? Erstmals wurde vom Gesundheitsamt die brasilianische Variante festgestellt. Die Corona-Lage.

Rosenheim– Noch ist das „Aus“ für das Herbstfest nicht beschlossene Sache. Darauf wetten will allerdings auch niemand, nicht bei den 7-Tage-Inzidenzen in der Region. Denn die Zahlen sind stabil, aber eben auf hohem Niveau. Und es gibt einen neuen Unsicherheitsfaktor.

Bei 115,56 lag am Donnerstag um 0 Uhr die 7-Tagesinzidenz im Landkreis, bei 160,5 in der Stadt. Seit dem Bericht vom vergangenen Freitag wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 23 und 85 neue Fälle gemeldet.

Die Mehrheit davon aufgrund von Mutationen: Neben 190 Fällen der britischen Variante – das sind rund 61 Prozent der Neuansteckungen – wurden erstmals zwei Menschen positiv auf die brasilianische Variante getestet. Wie sich diese Mutation auf das Infektionsgeschehen auswirkt, darüber gibt es noch wenige Erkenntnisse.

Corona und Schulen: Die Bayern-Bremse beißt noch früher zu

Was sicher ist: Für die Kinder birgt Corona besondere Zumutungen. Die Inzidenzzahlen der Region wären in einem anderen Bundesland vorerst kein Grund, den Zugang zu Schulen oder in Kindertagesstätten zu verwehren. Anders im Freistaat Bayern. Dort gilt für den Nachwuchs eine niedrigere Inzidenz-Marke als für die Bundesnotbremse vorgesehen.

Tritt für den Rest der Bundesrepublik die Pflicht zum Distanzunterricht erst ab einer Marke von 165 in Kraft, liegt in Bayern die Marke bei 100. Und damit gilt, von den üblichen Ausnahmen wie Abschlussklassen abgesehen, Fern-Lehre.

Kritischer Kontakt im Kreis der Freunde

Im Moment stabil erscheint auch die Situation in den Kliniken. Als „angespannt, aber beherrschbar“, bewertet Dr. Michael Städtler, Ärztlicher Leiter der Krankenhauskoordinierung für den Rettungsdienstbereich Rosenheim, die Situation. Auf den Intensivstationen in Stadt und Landkreis Rosenheim werden nach seiner Auskunft derzeit 19 Patienten mit oder wegen Covid-19 behandelt, verteilt auf das Romed-Klinikum Rosenheim sowie die Schön-Kliniken in Bad Aibling und Vogtareuth.

Auf den Normalstationen werden 75 Patienten behandelt. Die Situation sei damit im Wesentlichen unverändert.

Fast drei Viertel aller registrierten Ansteckungen verzeichnet das Gesundheitsamt im privaten Umfeld und am Arbeitsplatz, wobei der Kontakt mit Familie und Freunden nach wie vor das größte Ansteckungsrisiko birgt.

Erfolg im Kampf gegen Corona in den Heimen

Gut 60 Prozent der positiv Getesteten steckten sich offenbar bei dieser Gelegenheit an, 14 Prozent infizierten sich im Job, mit Folgen auch für die Firma: Aufgrund des hohen Anteils der schnell übertragbaren britischen Variante könnten aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen „ganze Betriebsbereiche“ stillgelegt werden müssen, sagt Gesundheitsamtschef Dr. Wolfgang Hierl.

Oft Privatsache: Wo man sich ansteckt.

Eine sehr gute Nachricht: Seine Behörde verzeichnet kaum mehr Infektionen bei Heimbewohnern. Den bislang letzten von 295 Todesfällen in einem Heim verzeichnete das Gesundheitsamt am 12. April.

Weniger Neu-Fälle als in der Vorwoche

Auffällig: Trotz Distanzunterricht an den Schulen, Notbetreuung an den Kitas werden auch von dort Fälle registriert. Bei den Wurzelkindern Rimsting, mit elf Infizierten vergangene Woche besonders stark betroffen, wurden vergangene Woche drei neue Fälle registriert.

Das Gesundheitsamt führt auch Buch, wie es Corona-Fälle entdeckt: 42 Prozent durch die Ermittlung von Kontaktpersonen, 30 Prozent aufgrund von Symptomen und weitere 20 Prozent als Ergebnis von Reihentestungen.

Eine weitere gute Nachricht: Weniger Ansteckungen, voerst keine weiteren Toten

Seit dem Bericht mit Stand Freitag, 23. April, 0 Uhr, wurden dem Staatlichen Gesundheitsamt 309 neue Fälle für Stadt und Landkreis innerhalb von sechs Tagen gemeldet. Zuletzt waren es – in einer ganzen Woche – 468 gewesen. Auffällig hohe Infektionszahlen werden – neben der kreisfreien Stadt Rosenheim mit 77 Infektionen – aus Kolbermoor (26 Infektionen) und Bad Aibling (21) gemeldet.

Bisher sind insgesamt 16.583 Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim festgestellt (Landkreis: 12.947, Stadt: 3.636). Bei 14.890 Menschen wurde eine Genesung dokumentiert.

Vergangene Woche war mit 504 Toten in Zusammenhang mit Corona eine traurige Marke erreicht worden (Landkreis: 446, Stadt: 58). In der vergangenen Woche aber hatte die Region keine offiziell an oder mit Covid-19 Verstorbenen zu beklagen. Seit 29. März starben zehn Menschen, von ihnen hatten sieben an Vorerkrankungen gelitten.

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