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Corona-Zahlen mit hoher Dunkelziffer

Corona und das Herbstfest Rosenheim: Mit diesem Experten-Tipp kann das Risiko reduziert werden

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Der Sommer wird genossen, die Feste gefeiert - und die Ansteckungen folgen auf den Fuß. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, wie die Corona-Zahlen zeigen. Der bange Blick richtet sich nun aufs Herbstfest Rosenheim. Wer trotz Pandemie einen Besuch plant, für den hat Experte Dr. Hierl einen Ratschlag parat.

Rosenheim - Die Corona-Lage scheint sich in der Region Rosenheim zu entspannen - zumindest aus offizieller Sicht: Seit dem COVID-19-Lagebericht mit Stand 29. Juli wurden dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim insgesamt 2649 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet.

Im Berichtszeitraum zuvor, der sich inzwischen über jeweils zwei Wochen erstreckt, wurden noch 5679 Neuinfektionen registriert.

Neumeldungen mehr als halbiert

Damit hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle mehr als halbiert - wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. Denn: Nur positive PCR-Tests fließen in die Statistik mit ein - und die werden zunehmend weniger in Anspruch genommen.

Das bestätigt auch Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, in seiner Lagebewertung: Zwar hat die 7-Tage-Inzidenz inzwischen deutlich abgenommen, die Sommerwelle hat sich abgeschwächt. Zuletzt wurden täglich zwischen 200 und 500 neue Fälle gemeldet. Doch das Aber folgt auf den Fuß, wie Dr. Hierl erläutert: „Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in die Statistik nur positive PCR-Befunde eingehen, nicht aber Antigen-Schnelltests. Durch den deutlichen Rückgang bei der Inanspruchnahme von PCR-Tests spiegelt die Statistik nicht die wahre Infektionsaktivität in der Bevölkerung wieder.“

Hohe Fallzahlen in Heimen

Hierl ergänzt zudem: „Wir sehen weiterhin hohe Fallzahlen in den Heimen und den Kliniken der Region. Durch den hohen krankheitsbedingten Personalausfall im ärztlichen und pflegerischen Bereich stehen die Romed-Kliniken vor einer massiven Belastung des Betriebs.“

Experte rät zum Testen

Vor diesem Hintergrund bittet der Mediziner um konsequente Einhaltung und Umsetzung der bekannten Empfehlungen zur Infektionsvermeidung. „Besuche von vulnerablen Personen, wie Senioren, chronisch Kranken und Personen mit eingeschränktem Immunsystem, sollten nur nach vorheriger negativer Testung mit einem Antigen-Schnelltest erfolgen. Wer Symptome, wie Schnupfen, Halsschmerz oder Husten entwickelt, sollte dringend Kontakte meiden und sich ebenfalls testen. Auch der Besuch von sozialen Events sollte für Personen mit Erkältungssymptomen absolut tabu sein“, appelliert der Gesundheitsamtsleiter.

Die Zahl der Corona-Neuinfizierten in Stadt und Landkreis Rosenheim seit 29. Juli 2022 (Stand 12.8.22, 0 Uhr).

Dr. Hierl weiter: „Der weitere Verlauf der Pandemie aber auch die Versorgungssicherheit unserer Kliniken wird neben dem Auftreten neuer Virusvarianten und der Inanspruchnahme der angebotenen Impfungen wesentlich vom Verhalten jedes Einzelnen abhängen.“

Experten-Tipps fürs Herbstfest Rosenheim

Was das Herbstfest Rosenheim anbelangt, das am 27. August für 16 Tage die Menschen aus der Region und darüber hinaus auf die Loretowiese anziehen wird, wird der Leiter des Gesundheitsamtes noch eine Spur ernster: „Ich appelliere dringend an alle, die vorhaben, das Rosenheimer Herbstfest zu besuchen, sich jetzt die noch fehlenden Corona-Impfungen geben zu lassen. Achten Sie darauf, dass Ihre Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen komplett sind, damit der erforderliche Schutz dann zum Start des Herbstfestes aufgebaut ist.“ Hierl weiter: „Hier ist echtes Verantwortungsgefühl gefragt.“ Auch bei Dominanz der Omikron-Variante bestehe laut RKI für vollständig geimpfte Personen aller Altersgruppen – insbesondere für Personen mit Auffrischimpfungen – weiterhin eine hohe Schutzwirkung gegenüber einer schweren COVID-19- Erkrankung, erläutert Hierl. 

Die Lage in den Kliniken

Die Lage in den Kliniken scheint sich - zumindest was die zu Corona-Patienten anbelangt - vorsichtig zu entspannen. Laut Gesundheitsamt haben die Fallzahlen in den Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim in den vergangenen beiden Wochen leicht abgenommen. Die sinkenden Inzidenzen in Stadt- und Landkreis Rosenheim (Landkreis: 855 auf 317; Stadt Rosenheim: 829 auf 348) machten sich zuletzt auch in den Kliniken bemerkbar.

Kaum Covid-Fälle auf Intensivstation

Die Belegung der Normalstationen mit positiv Getesteten ist der Behörde zufolge rückläufig, auf den Intensivstationen ist sie konstant niedrig. Dr. Hierl erklärt: „Zuletzt konnten mehrere Ausbruchsgeschehen für beendet erklärt werden, es kam zudem zu keinen bedeutenden neuen Ausbrüchen in Kliniken. Weitere Stationen mussten in der letzten Woche nicht geschlossen werden.“ Laut Gesundheitsamt wurden zudem weniger Fälle unter Mitarbeitern und Patienten gemeldet.

Notaufnahmen weiter belastet

Schwere Verläufe oder Todesfälle sind dem Gesundheitsamt nicht bekannt. Einzig ein weiterer Corona-Toter war in den vergangenen beiden Wochen im Raum Rosenheim hinzugekommen. Die Gesamtzahl der offiziell registrierten an oder mit Covid-19 Verstorbenen steigt damit auf 885.

Problematisch bleibt nach den Worten von Dr. Hierl der hohe krankheitsbedingte Personalausfall im ärztlichen und pflegerischen Bereich. „Dadurch kommt es in den Romed-Kliniken zu einer massiven Belastung des Betriebs, weiterhin müssen elektive Eingriffe abgesagt oder verschoben werden und Betten können nicht betrieben werden.“ Die Zentralen Notaufnahmen seien durch die permanent hohe Zahl an Patienten und den Krankenstand des Personals weiterhin stark belastet. „Das Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die weitere Entwicklung sehr genau“, so Hierl.

Die Lage in den Heimen

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereigneten sich bei Bewohnern und Mitarbeitern weiterhin Infektionen, insgesamt ist die Infektionsaktivität in den Einrichtungen seit dem jüngsten COVID-19-Lagebericht in etwa gleichgeblieben. Die Verlaufsformen sind in der Regel jedoch milde und es erfolgten zwei Hospitalisierungen bei Bewohnern.

Aktuell bestehen COVID-19-Infektionsgeschehen in 16 (vor zwei Wochen: 20) Alten- und Pflegeheimen, in fünf Einrichtungen ereigneten sich dabei Ausbrüche mit mehr als drei Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt 45 (vor zwei Wochen: 41) Bewohner und 46 (vor zwei Wochen: 40) Mitarbeiter.

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