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Beschränkungen

Trotz geringerer Corona-Auflagen: Rosenheims Gastronomie leidet mit der Kultur

Für den Kulturbetrieb gelten in Sachen Corona derzeit strengere Regeln als für die Gastronomie. Es leiden aber beide Branchen unter weniger Besuchern.
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Für den Kulturbetrieb gelten in Sachen Corona derzeit strengere Regeln als für die Gastronomie. Es leiden aber beide Branchen unter weniger Besuchern.

Bayerns Kulturbetriebe dürfen wieder mehr Gäste begrüßen. Aber die Corona-Auflagen für Spielsäle sind nach wie vor höher als für die Wirtshäuser des Freistaats. Dennopch sieht die Gastronomie sieht ebensowenig Grund zum Jubeln wie die Kulturbranche.

Von Jens Kirschner, Katja Schelle und Bernadette Biber

Rosenheim – Mit den jüngsten Corona-Beschlüssen der Staatsregierung dürfen Kulturbetriebe wieder die Hälfte ihrer Plätze besetzen. Noch klafft im Vergleich zur Gastronomie eine Lücke: Lokale dürfen alle ihre Plätze besetzen, und im Gegensatz zu Theater und Co. müssen Wirtshausbesucher weder geboostert sein noch einen negativen Schnelltest vorweisen.

Branchen endlich gleichbehandeln

„Das bayerische Kabinett konnte sich immerhin dazu durchringen, die Kapazitätsbegrenzungen im Kulturbereich auf 50 Prozent der Maximalauslastung zu erhöhen“, heißt es vom Bund der Selbstständigen Bayern (BDS). Dort ist man zum einen erst mal froh darüber, dass es in der Gastronomie bei der 2G-Regel bleibt.

Umso weniger Verständnis hat man beim BDS, wenn es um die Auflagen für Kulturbetriebe geht. Dort müssen Gäste neben Impf- oder Genesenenstatus auch einen negativen Corona-Test nachweisen. Davon befreit sind nur jene, die sich inzwischen gegen Corona haben boostern lassen. „Dies wird auch noch ergänzt mit einer Kapazitätsbeschränkung, die einen wirtschaftlichen Betrieb in vielen Unternehmen unmöglich macht. Wir fordern daher die Gleichbehandlung der Branchen“, heißt es vonseiten des BDS.

Engstellen bei Kulturveranstaltungen

„Veranstaltungen der Kulturbranche ziehen im Vergleich zur Gastronomie in der Regel größere Publikumsströme an, was zu zahlreichen potenziellen Personenkontakten führt“, argumentiert Bayerns Gesundheitsministerium, warum es die Zügel bei der Gastronomie in Sachen Beschränkungen lockerer lässt, als bei der Kultur.

Es gebe viele neuralgische Punkte, bei denen der vorgeschriebene Mindestabstand bei einer Vollauslastung unterschritten werde. Darunter der Eingangsbereich und die Garderobe. Zudem sei die Verweildauer in Gaststätten in der Regel kürzer als zum Beispiel in Theatern.

Teile der Kulturszene in Rosenheim sind einigermaßen ernüchtert ob der neuen Lockerungen: 50 Prozent Besetzung, das sei an der unteren Grenze der Vertretbarkeit, findet Horst Rankl, Vorsitzender des Verbands Bayerischer Amateurtheater und des Theaters Rosenheim. Gerade die 2G-Regel stelle für viele Besucher noch eine zu große Hürde dar. Wer sich mangels Booster-Impfung einem Test unterziehe, um ein Theater zu besuchen, müsse schon ein „ganz großer Theaterfanatiker sein“, gibt sich Rankl realistisch. Auch darin, dass 2Gplus die Kulturszene auf absehbare Zeit wohl noch weiter begleiten werde.

Verständnis aus der Gastro-Branche

Vonseiten der Gastronomie zumindest gibt es Verständnis für den Frust der Kulturbetriebe. Domenic Hlousek-Hertel, Geschäftsführer des Restaurants „L’Osteria“, findet, die Kultur könnte mit denselben Regeln wie die Gastronomie ebenso gut funktionieren. Zudem profitiere sein Lokal auch von mehr Veranstaltungen im Ballhaus, denn nach den Veranstaltungen ziehe es viele Gäste noch in die umliegenden Lokale.

Auch Denis Perkusic vom „Das Faerber“ sieht keinen Sinn in den unterschiedlichen Regeln für Gastro und Kultur.

Beide seien sich ähnlich, in beiden Fällen treffe eine große Personenzahl aufeinander. Aber einen wirklichen Vorteil könne die Gastronomie aus den unterschiedlichen Regeln auch nicht ziehen: Denn auch Perkusic klagt über weniger Gäste, als er eigentlich in seinem Lokal bewirten könnte. Für ihn wäre der Wegfall der Maskenpflicht die größte Erleichterung. Zudem wünscht er sich seitens der Politik mehr Ruhe und Optimismus, um die Bevölkerung nicht unnötig zu verunsichern und damit auch Besucher abzuschrecken.

Sinkende Zahl an Gästen

Mit einer sinkenden Zahl an Gästen kämpft auch Toni Sket. Er betreibt das Lokal Zum Johann Auer in Rosenheim. Vor allem da in Zeiten der Pandemie wollten viele Menschen nicht mit Fremden zusammensitzen, erklärt er sich diesen Umstand.

Auch er sieht durch die geltenden Regeln keinen Vorteil für seine Branche. Ihm ist derzeit hauptsächlich wichtig, dass die jetzigen Regeln beibehalten werden und er sein Lokal nicht wieder schließen muss. Schließlich funktioniere das jetzige System inzwischen reibungslos und habe sich bereits eingespielt.

Für die Kulturbetriebe hofft Horst Rankl, dass die laufende Corona-Welle bald vorüber ist. Auch, damit zumindest die Proben für geplante Projekte im Sommer anlaufen können. Das betrifft auch ganz speziell seinen Verein, das Theater Rosenheim. Denn damit die historischen Stadtspiele Rosenheim heuer wieder stattfinden können, müssten die Proben alsbald starten, sagt Rankl.

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