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Steigende Fallzahlen

Corona-Sommerwelle in der Region Rosenheim baut sich auf - Sorge in den Kliniken wächst

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Feierlaune nach zwei Jahren Pandemie ist ungebrochen. Sorglosigkeit, keine Masken und kaum Abstand lassen die Infektionszahlen nach oben schnellen. Die Sommerwelle baut sich auf. Die Experten mahnen bereits. Denn: Auch in den Kliniken kommt die Welle inzwischen an. Erste Konsequenzen könnten bald folgen.

Rosenheim – Feste, Partys, Feiern – kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Veranstaltung in der Region stattfindet. Gefeiert wird nach Lust und Laune, meist ohne großartige Abstände, die Lebensfreude nach über zwei Jahren Pandemie ist zurück. Doch die Freude trübt sich bereits ein – denn Corona meldet sich schon wieder zurück: Die Fallzahlen steigen zunehmend, die Sommerwelle baut sich auf. Die Experten warnen inzwischen deutlich vor zu großer Sorglosigkeit.

Tausende Neuinfektionen

In der Region Rosenheim sprechen die Zahlen für sich: Binnen zwei Wochen, dem Zeitraum des aktuellen Lageberichts aus dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim, sind 4326 Neuinfektionen hinzugekommen (Stand 15. Juli, 0 Uhr). Zum Vergleich: Ende Juni waren es noch 2915 neue Fälle binnen zwei Wochen (30. Juni).

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis Rosenheim (Stand 15. Juli 2022).

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, bemerkt sorgenvoll, dass die 7-Tage-Inzidenz weiter deutlich zugenommen hat. Die Stadt Rosenheim liegt inzwischen bei einer Inzidenz von 716, der Landkreis bei 684 (Stand 15. Juli). Noch vor zwei Wochen lag die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Rosenheim bei 566, im Landkreis bei 528.

Steigende Fallzahlen

Die täglich gemeldeten Fallzahlen steigen laut Gesundheitsamt stetig an – „obwohl jahreszeitlich bedingt eine verminderte Übertragungsrate bestehen sollte“, wie Dr. Hierl bemerkt.

Etwa zwei Drittel der Fälle ereigneten sich im Juli laut Gesundheitsamt bei den 18- bis 60-Jährigen. Hierl betont deshalb einmal mehr: „Dies ist zum Großteil der Sorglosigkeit der Bürger bei den sozialen Kontakten geschuldet, zum Beispiel auf öffentlichen Großveranstaltungen, aber auch im täglichen Leben. Weitgehend werden keine Abstände mehr eingehalten und in stark frequentierten Innenräumen keine Masken mehr getragen. Diese Entwicklung ist in der erhöhten Übertragbarkeit der Omikron-Variante BA.5 begründet.“ Der Anteil der Variante BA.5 liegt in Deutschland aktuell bei knapp 83 Prozent.

Die Zahl der Neuinfektionen in den Städten und Gemeinden der Region Rosenheim binnen zwei Wochen (seit 1. Juli; Stand 15. Juli 2022).

Was Dr. Hierl weiter besorgt: „Mittlerweile sind die steigenden Fallzahlen auch in den Kliniken der Region angekommen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die nun dominierende Omikron-Variante BA.5 an sich schwerere Verläufe verursacht als vorherige Virusvarianten. Dennoch ist allein durch die Zunahme der Infektionsfälle aktuell auch eine entsprechend höhere Zahl schwerer Verläufe von Covid-19-Erkrankungen zu erwarten.“

Dr. Hierl rät: Testen, testen, testen

Der weitere Verlauf der Pandemie hängt nach den Worten von Hierl, neben dem Auftreten neuer Virusvarianten und der Inanspruchnahme der angebotenen Impfungen, wesentlich vom Verhalten jedes Einzelnen ab. Vor dem Hintergrund wieder steigender Fallzahlen bittet der Mediziner um konsequente Einhaltung und Umsetzung der bekannten Empfehlungen zur Infektionsvermeidung. Besuche von vulnerablen Personen, wie Senioren, chronisch kranken Personen und Personen mit eingeschränktem Immunsystem, sollten nur nach vorheriger negativer Testung mit einem Antigen-Schnelltest erfolgen. „Wer Symptome wie Schnupfen, Halsschmerz oder Husten entwickelt, sollte dringend Kontakte meiden und sich ebenfalls testen“, so Dr. Hierl.

Klinik-Lage verschärft sich

Auch in den Kliniken in der Region verschärft sich die Situation. Hierl bewertet die Lage zu Corona-Patienten in den Kliniken folgendermaßen: „Seit Wochen war eine abnehmende Tendenz der Bettenbelegungen auf den Normalstationen in Stadt und Landkreis Rosenheim zu verzeichnen, auf den Intensivstationen war sie konstant niedrig. Seit etwa einer Woche ist es zu einer deutlichen Zunahme der Belegung von Betten auf den Normalstationen gekommen, allein Donnerstag wurden laut der Datenbank IVENA eHealth 13 Patienten mit einem positiven Corona-Nachweis neu aufgenommen.“

Ausbrüche in Kliniken

Die Belegung mit Corona-Patienten auf den Intensivstationen ist laut Gesundheitsamt weiterhin gleichbleibend niedrig. In den Kliniken ereigneten sich aber vermehrt kleinere Ausbruchsgeschehen. Hierl: „Insgesamt wurden dem Gesundheitsamt aber keine schweren Verläufe gemeldet.“

Klinik-Direktor in Sorge

Dr. Hanns Lohner, Ärztlicher Direktor des Romed-Klinikums Rosenheim, äußerte dem Gesundheitsamt gegenüber die Sorge, dass wegen Covid-19 bei weiter steigenden Hospitalisierungen wieder planbare operative Eingriffe aufgeschoben werden müssen. „Das Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die weitere Entwicklung sehr genau“, so Hierl. Womöglich könnten dann bald die ersten Konsequenzen folgen - zumindest was die Kliniken angeht.

Die Lage in den Altenheimen

Zur Lage in den Heimen: Aktuell bestehen laut Gesundheitsamt Covid-19-Infektionsgeschehen in zehn Alten- und Pflegeheimen (vor zwei Wochen: 11), in zwei Einrichtungen ereigneten sich dabei Ausbrüche mit zwei beziehungsweise drei Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt sieben Bewohner (vor zwei Wochen: 12) und zwölf Mitarbeiter (vor zwei Wochen: 19). Einer der sieben positiv getesteten Heimbewohner war dabei nicht geimpft.

Die Lage in Schulen und Kitas

Ruhig ist es aktuell noch in Schulen und Kitas: Für den Zeitraum der vergangenen zwei Wochen wurden dem Gesundheitsamt keine Gruppenschließung oder Quarantänen von Klassen übermittelt.

Aktuelle Impfzahlen aus der Region lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.

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