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Corona-Lage in Region Rosenheim mit prominentem Positiv-Fall

Sommerwelle baut sich auf: Folgt auf den Sorglos-Sommer bald das bittere Erwachen?

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Entspannung war nur von kurzer Dauer: Die Corona-Zahlen in der Region Rosenheim steigen deutlich an, die Sommerwelle baut sich auf. Während bei den Experten die Besorgnis wächst, wird in der Bevölkerung ausgelassen gefeiert. Doch wer wird am Ende für den Sorglos-Sommer bezahlen? Zudem gibt es einen prominenten Corona-Fall.

Rosenheim - Die Corona-Zahlen in der Region Rosenheim steigen deutlich an. Die Talsohle von Ende Mai ist längst passé, die Sommerwelle baut sich auf - dieses Mal offenbar mit der Omikron-Variante BA.5, die bundesweit auf dem Vormarsch ist.

Prominenter Positiv-Fall

In der Region Rosenheim sind die Fallzahlen seit dem jüngsten Zwischenstand Mitte Juni noch einmal kräftig angeschwollen: von knapp 2000 auf jetzt nahezu 3000 neue Fälle binnen zwei Wochen, dem aktuellen Berichtsrhythmus des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. Einer der prominenteren Corona-Fälle derzeit in der Region: Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner (CSU), der aktuell seine zweite Infektion durchleidet.

Die Inzidenzen steigen weiter

Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Rosenheim liegt aktuell bei 528, für die Stadt bei 566 (Stand 1. Juli 2022).

Die Entwicklung der 7-Tage-Inzidenz seit Anfang Mai 2022: Die Sommerwelle baut sich auf.

Zum Vergleich: Noch vor zwei Wochen bewegte sich die 7-Tage-Inzidenz bei 401 im Landkreis und 357 in der Stadt (15. Juni 2022).

Die Besorgnis wächst

Bei Behördenleiter Dr. Wolfgang Hierl wächst inzwischen wieder die Besorgnis. Seine Einschätzung der aktuellen Lage: „Das Infektionsgeschehen hat zum Ende der Pfingstferien wieder Fahrt aufgenommen. Die täglich gemeldeten Fallzahlen steigen stetig an, obwohl jahreszeitlich bedingt eine verminderte Übertragungsrate bestehen sollte.“

Generation „Feste und Feiern“ betroffen

Etwa 70 Prozent der Fälle ereignen sich in der Region bei den 18- bis 60-Jährigen - also der Altersgruppe, die viel auf Festen und Feiern zu finden ist und den „Sorglos-Sommer“ genießt.

Kein coronafreier Sommer

Dr. Hierl bemerkt weiter: „Wie von Experten vorausgesagt, wird der Sommer 2022 nicht coronafrei.“ Dies sei zum Großteil der Sorglosigkeit der Bürger bei den sozialen Kontakten geschuldet, zum Beispiel auf öffentlichen Großveranstaltungen, aber auch im täglichen Leben. „Weitgehend werden keine Abstände mehr eingehalten und in stark frequentierten Innenräumen keine Masken mehr getragen.“

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim mit Entwicklung der Fallzahlen in den Gemeinden in den vergangenen beiden Wochen seit 17. Juni 2022 (Stand 30.6.2022).

Hohe Übertragbarkeit von BA.5

Diese Entwicklung sieht Hierl in der erhöhten Übertragbarkeit der Omikron-Variante BA.5 begründet. „Der Anteil dieser besorgniserregenden Variante ist laut Robert Koch-Institut in Deutschland sprunghaft angestiegen und liegt mittlerweile bei knapp 66 Prozent.“ Es gebe aktuell keine Hinweise darauf, dass die nun dominierende Omikron-Variante BA.5 an sich schwerere Verläufe verursacht als vorherige Virusvarianten.

Dr. Hierl befürchtet schwere Verläufe

Dennoch sei allein durch die Zunahme der Infektionsfälle auch eine entsprechend höhere Zahl schwerer Verläufe von Covid-19- Erkrankungen zu erwarten. „Auch bei Dominanz der Omikron-Variante kann für vollständig geimpfte Personen aller Altersgruppen – insbesondere für Personen mit Auffrischimpfungen – weiterhin von einem sehr guten Impfschutz gegenüber einer schweren Covid-19-Erkrankung ausgegangen werden“, erläutert Dr. Hierl.

Der weitere Verlauf der Pandemie hängt nach den Worten von Hierl, neben dem Auftreten neuer Virusvarianten und der Inanspruchnahme der angebotenen Impfungen, wesentlich vom Verhalten der Bevölkerung ab. Vor dem Hintergrund wieder steigender Fallzahlen bittet der Mediziner um konsequente Einhaltung und Umsetzung der bekannten Empfehlungen zur Infektionsvermeidung.

Corona-Tote vervierfacht

Vervierfacht hat sich gegenüber dem jüngsten Lagebericht die Zahl der Corona-Toten: von zuvor zwei auf nun acht Personen, die in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben sind. Sechs Verstorbene waren über 80 Jahre alt, zwei zwischen 60 und 80; vier waren in einem Heim betreut worden.

Die Gesamtzahl der seit Pandemiebeginn in der Region Rosenheim registrierten Corona-Toten steigt damit auf 882.

Die Lage in den Kliniken

Vorsichtige Entspannung herrscht indes in den Kliniken der Region vor: Die Belegungszahlen mit Covid-19 auf den Intensiv- und Normalstationen der Kliniken in Stadt und Landkreis Rosenheim sind leicht rückläufig. Laut Dr. Wolfgang Hierl machen sich die gestiegenen Infektionszahlen derzeit bei den Hospitalisierungen noch nicht bemerkbar.

Belegzahlen weiter hoch

Und dennoch: Zumindest in den Romed-Kliniken traut man dem Frieden nicht. „Die Zahlen gehen aktuell zwar zurück, wir sind aber in Hab­acht­stel­lung“, wie Sprecherin Elisabeth Siebeneicher auf OVB-Anfrage betont. Denn: Eine Sommerpause hat sich bislang in den Romed-Häusern noch nicht einstellt, ganz im Gegenteil. Die Belegzahlen mit Covid-Patienten bewegen sich weiter im zweistelligen Bereich - vergangenen Sommer sei man Anfang Juli bereits einstellig gewesen.

Sommer 2021 war entspannter

In Zahlen heißt das: Zum 1. Juli 2022 befanden sich 25 Covid-Patienten bei Romed in stationärer Behandlung, das Jahr zuvor, am 1. Juli 2021, waren es lediglich drei. „Damals war es schon wesentlich entspannter“, blickt Siebeneicher zurück. Im Sommer 2021 hatte sich die Covid-Patientenzahl bereits vom 5. Juni an im einstelligen Bereich bewegt, zwischen 8. und 24. Juli waren die Corona-Stationen gar leergefegt. „Danach sieht es diesen Sommer nicht aus, von einer Sommerpause sind wir ein ganzes Stück weit entfernt“, sagt Siebeneicher.

Der Beginn der Sommerwelle macht sich auch außerhalb der Covid-Stationen bemerkbar: Derzeit besteht laut Gesundheitsamt aufgrund eines Ausbruchsgeschehens ein angeordneter Aufnahmestopp für Patienten auf einer Station einer Landkreisklinik.

Die Lage in den Heimen

Auch in den Heimen in Stadt und Landkreis ereigneten sich bei Bewohnern und Mitarbeitern weiterhin Infektionen. Insgesamt ist die Infektionsaktivität laut Gesundheitsamt leicht zurückgegangen. Die Verlaufsforme: in der Regel jedoch milde und es bestehe eine nur sehr geringe Rate an Hospitalisierungen der Bewohner.

Aktuell meldet die Behörde Covid-19-Infektionsgeschehen in elf (vor zwei Wochen: 18) Alten- und Pflegeheimen, in einer Einrichtung ereignete sich dabei ein Ausbruch mit sieben Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt zwölf (vor zwei Wochen: 38) Bewohner und 19 (vor zwei Wochen: 12) Mitarbeiter. Einer der zwölf positiv getesteten Heimbewohner war dabei nicht geimpft. Ein Heimbewohner ist hospitalisiert.

Viele Impfberatungsgespräche

Weiter nur schleppend gehen die Impfungen in der Region voran. Insgesamt wurden durch das Impfzentrum 1785 Impfberatungsgespräche geführt.

Die Entwicklung der Impfquote in der Region Rosenheim im Vergleich (Stand 30.6.22).

Aktuell können impfwillige Bürger ab fünf Jahren im Impfzentrum in Rosenheim geimpft werden. Eine Registrierung ist unter www.impfzentren.bayern sowie in Ausnahmen telefonisch unter 08031/58 169 6666 möglich. Auf diesen Wegen können Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vereinbart werden. Daneben können im Impfzentrum auch Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden.

Platz machen fürs Herbstfest: Der Abbau des Impfzeltes auf der Loretowiese Rosenheim schreitet voran.

Neues Impfzentrum im Malteser-Haus

Zu beachten ist, dass seit Montag, 27. Juni 2022, der Betrieb des gemeinsamen Impfzentrums von Stadt und Landkreis Rosenheim im Malteserhaus, Rathausstraße 25, in Rosenheim stattfindet. Das Impfzelt auf der Loretowiese wird aktuell abgebaut - um dem Herbstfest Platz zu machen.

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