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Corona-Lage in Stadt und Landkreis

Ist die Omikron-Welle in der Region Rosenheim gebrochen? Wie Experten die Lage bewerten

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Hat die Region Rosenheim die fünfte Welle bald hinter sich? Die neuesten Zahlen geben Anlass zur Hoffnung. Omikron scheint auf dem Rückzug zu sein. Wie Experten die Lage einschätzen - und wie es um die Impfpflicht in Kliniken und Heimen steht.

Rosenheim – Nach langer Zeit gibt es wieder gute Nachrichten zur Corona-Lage in der Region Rosenheim: Die Fallzahlen gehen zurück, die fünfte Welle scheint abzuklingen.

Eine positive Entwicklung sieht auch Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. Seine Einschätzung der Lage: Das Infektionsgeschehen ist im Vergleich zur Vorwoche abgeschwächt – „die aktuelle Welle klingt ab.“

Zahl der Neuinfektionen halbiert

Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche hat sich nahezu halbiert: Waren in in der Vorwoche noch 7248 neue Fälle, registrierte das Gesundheitsamt in der aktuellen Woche nur noch 4198 Neuinfektionen – Tendenz weiter sinkend.


Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis ist zum Stand 8. April auf 1321,25 gesunken, für die Stadt Rosenheim auf 1163,69 (Vorwoche: Landkreis 2233,68, Stadt 2204,71).

Die Corona-Neuinfektionen in der Region Rosenheim binnen einer Woche (seit 1. April).

Das sind die regionalen Hotspots

Die regionalen Hotspots waren neben der Stadt Rosenheim mit 1156 Neumeldungen binnen einer Woche Bruckmühl mit 401 neuen Fällen, Bad Aibling mit 344 und Kolbermoor mit 325. Gefolgt von: Wasserburg mit 255 Neuinfizierten, Raubling mit 247, Tuntenhausen mit 204, Feldkirchen-Westerham mit 198, Stephanskirchen mit 195 und Prien mit 194 neuen Fällen.

Weitere Corona-Tote

Hinzugekommen sind weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19: fünf insgesamt, vier davon im betagten Alter von über 80 Jahren, eine Person zwischen 60 und 80 Jahre. Eine der verstorbenen Personen war laut Gesundheitsamt in einem Heim betreut worden.

Die Lage in den Kliniken

Eine leichte Entspannung scheint auch in den Kliniken einzukehren. Nach Aussage des Ärztlichen Leiters Krankenhauskoordinierung, Dr. Michael Städtler, sind die Belegungszahlen mit Covid-19 auf den Normalstationen derzeit tendenziell abnehmend. Die Belastung der Intensivstationen sei dennoch unverändert insgesamt sehr hoch. Es müssten Patienten versorgt werden, die wegen einer anderen Diagnose behandlungsbedürftig seien und gleichzeitig einen positiven SARS-CoV-2-Nachweis hätten. Erschwerend kämen weiterhin zum Teil nicht unerhebliche Personalausfälle durch positive Testungen hinzu.

Die Lage in den Heimen

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereignete sich laut Gesundheitsamt bei Bewohnern und Mitarbeitern weiter eine hohe Zahl an Infektionen, insgesamt scheint die Infektionsaktivität aber abzunehmen. Dabei ist laut Behörde der Anteil der positiv getesteten vollständig geimpften und größtenteils geboosterten Bewohner und Mitarbeiter weiterhin sehr hoch; die Verlaufsformen seien aber in der Regel milde und es bestehe eine nur sehr geringe Rate an Hospitalisierungen der Bewohner.

So bestanden Covid-19-Infektionsgeschehen in dieser Woche in 36 Alten- und Pflegeheimen (Vorwoche: 43), in neun Einrichtungen (Vorwoche: elf) ereigneten sich dabei Ausbrüche mit jeweils fünf und mehr Fällen bei Bewohnern. Betroffen waren insgesamt 134 Bewohner (Vorwoche: 192) und 118 Mitarbeiter (Vorwoche: 166). Insgesamt zehn Heimbewohner (acht Prozent; Vorwoche: 14) mussten hospitalisiert werden.

In der zurückliegenden Woche wurden zudem zwei Gruppenschließungen in Kitas in der Region übermittelt.

Die Impfquote in der Region Rosenheim im Vergleich.

Impfkampagne stockt

Weiter ins Stocken geraten ist die Impfkampagne in der Region Rosenheim. Die Impfquote bei den Erst- und Zweitimpfungen (mit Johnson & Johnson) liegt in Stadt und Landkreis Rosenheim bei 64,5 und 66,2 Prozent. Bayern: 74,1 und 74,8 Prozent. Bundesweit: 76,6 und 76,0 Prozent.

Impfpflicht in Kliniken und Heimen

Mitte März kam für das Staatliche Gesundheitsamt ein weiteres Aufgabenfeld hinzu: die Überwachung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. Denn: Seit dem 16. März besteht für Beschäftigte bestimmter medizinischer oder pflegerischer Einrichtungen, darunter Kliniken, Pflegeheime, Arztpraxen, ambulante Pflegedienste und Rettungsdienste, die gesetzliche Pflicht, ihrem Arbeitgeber einen Nachweis über eine abgeschlossene Impfung, einen Genesenennachweis oder ein ärztliches Attest, dass sie nicht geimpft werden können, vorzulegen.

Die Arbeitgeber haben wiederum das zuständige Gesundheitsamt zu informieren, wenn die Nachweise nicht fristgerecht vorgelegt werden oder Zweifel an der Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit der vorgelegten Nachweise bestehen. Das Gesundheitsamt prüft die Meldungen und kann dies gegebenenfalls als Ordnungswidrigkeit verfolgen und ein Bußgeld verhängen. Unter Umständen kann auch ein Tätigkeitsverbot angeordnet werden.

Bereits über 2000 Fälle gemeldet

Mit Stand 7. April wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim von den betroffenen Einrichtungsleitungen 2145 Fälle gemeldet. Die Auswertung des Meldegrunds (Datengrundlage: elektronisch gemeldete Fälle) ergab: In etwa 91 Prozent wurde den Leitungen von den der Pflicht unterfallenden Mitarbeitern kein Nachweis vorgelegt. In etwa zwei Prozent bestanden Zweifel an der Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit der vorgelegten Bescheinigung. Und in etwa sieben Prozent hatte ein vorgelegter Nachweis aufgrund Zeitablaufs seine Gültigkeit verloren und es wurde hiernach binnen eines Monats kein neuer Nachweis erbracht.

Das Gesundheitsamt muss diesen Fällen nun nachgehen. Sollte die Impfung weiter verweigert werden, wäre die letzte Konsequenz ein Betretungsverbot für die jeweilige Einrichtung.