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Omikron-Welle der Pandemie

Corona in der Region Rosenheim: Gesundheitsamt sieht Gipfel der Omikron-Welle erreicht

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Corona-Zahlen in der Region Rosenheim sind weiterhin abenteuerlich, Omikron sorgt massenhaft für Infektionen. Doch deutet sich Entspannung an. Gesundheitsamtsleiter Dr. Hierl warnt derweil davor, Fehler erneut zu wiederholen.

Rosenheim – „Ein Trugschluss“: So bezeichnet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts Rosenheim, die Annahme, die Corona-Pandemie sei bereits überwunden. Spätestens im Herbst werde die Fallzahl wieder ansteigen, mit welcher Variante dann, sei noch völlig ungewiss. Die Frage sei, wie sich Übertragbarkeit und Schädlichkeit der nächsten Variante sowie die Fähigkeit zur Immunflucht veränderten?

Die Warnung des Amtschefs scheint angebracht. Schließlich waren auch in den vergangenen beiden Jahren die Zahlen nach einigen kritischen Wochen gesunken, bis zur völligen Entspannung im Sommer. Und jedes Mal waren die Zahlen mit dem Herbst wieder explodiert.

Allerdings sieht auch Hierl die fünfte Welle der Pandemie gebrochen. Gleichwohl meldet das Gesundheitsamt weiterhin hohe Zahlen. Acht Menschen sind demnach seit vergangenem Freitag an oder mit Corona gestorben. Die vierte Woche hintereinander liegen die dem Gesundheitsamt Tag für Tag neu gemeldeten Fallzahlen bei Ständen um die 1000. Der Höchstwert der Pandemie lag am 9. Februar bei 1608 Neumeldungen. Insgesamt verzeichnete das Amt seit vergangenem Freitag 6910 Meldungen. In der Vorwoche waren es noch 7754 gewesen.

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7-Tage-Inzidenz in der Region Rosenheim weit über vierter Welle

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt in Stadt und Landkreis Rosenheim weiterhin konstant über 2000 und überschreitet den Höchstwert der vierten Welle so ausdauernd wie deutlich. Allerdings, so stellt Hierl fest, sei das exponentielle Wachstum der vergangenen Wochen gebremst. „Es scheint ein Peak erreicht zu sein.“ A Freitag lag die Stadt Rosenheim bei 2 251,89 (in der Woche davor: 2 446,89), der Landkreis bei 2 093,07 (2.368,17).

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Die leichte Entspannung kommt längst noch nicht in den Krankenhäusern an. Die Verläufe mögen mild, die Lage auf den Normal- und Intensivstationen einigermaßaen stabil sein. Doch machen den Kliniken Ausfälle auch von symptomfreien Mitarbeitern aufgrund von Quarantäne- und Isolationsbestimmungen zu schaffen. Nach Auskunft des Ärztlichen Leiters Krankenhauskoordinierung, Dr. Michael Städtler, sind zunehmend Patienten mit der Nebendiagnose Corona zu versorgen. Sie erfordern besonderen organisatorischen Aufwand.

Unterschiedlich wirkt sich das Infektionsgeschehen in den verschiedenen Altersklassen aus. Nach Angaben des Gesundheitsamts liegen konstant sechs von zehn positiv Getesteten im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. Über ein Viertel der Infektionen stellen Kinder und Jugendliche.

Deren abenteuerlich hohe 7-Tage-Inzidenzen von manchmal über 5000 ist womöglich vor allem auf die hohe Testdichte zurückzuführen: Zweimal in der Woche werden Grundschüler, dreimal gar die Schüler ab der fünften Klasse getestet – und nochmals dazwischen, wenn Mitschüler in der Klasse positiv getestet wurden.

Hierl verzeichnet außerdem Ausbrüche in Pflege- und Behindertenheimen sowie in Kliniken. Auch dort steckten sich zahlreich vollständig Geimpfte und sogar Geboosterte an – aber, so sagt es Hierl, „die Verlaufsformen sind in der Regel milde, und es besteht eine nur sehr geringe Rate an Hospitalisierungen“.

Proteinbasierter Impfstoff Novavax eine „echte Alternative“

Im Impfen sieht er weiterhin eine wirksame Waffe gegen eine Rückkehr des Virus im Herbst. Eine große Chance sieht er wie berichtet in dem neuen Impfstoff der Firma Novavax, einem proteinbasierten Vakzin, das für Impfzauderer, die zum Beispiel Impfstoffen mit Messenger-RNA kritisch gegenüberstehen, eine „echte Alternative“ darstellen könne.

Was ihn dagegen auf die Palme bringt, ist die nach wie vor hohe Quote an ungeimpften Mitarbeitern. Über ein Viertel der betroffenen Mitarbeiter sei ungeimpft gewesen. „Das ist für die Tätigkeit in diesem Risikobereich nicht akzeptabel“.

Insgesamt ergibt sich bei der Impfquote das gewohnte Bild: Sowohl, was Erst- und Zweitimpfungen betrifft, als auch bei den Auffrischungen liegt die Region weit unter dem deutschen und bayerischen Schnitt.

Im Romed-Verbund: Klinikbelegung leicht ansteigend

Bisher sind insgesamt 76 472 Fälle von Corona in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 61 034, Stadt: 15 438). Die Auswertung der Fälle für Februar ergibt, dass etwa 10 Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre auftauchten, also bei Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

10 Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren auf. Für diese Altersgruppe hat die Stiko eine Impfempfehlung erteilt. 14 Prozent der Fälle traten bei Kindern und Jugendlichen von fünf bis unter zwölf Jahren auf und 3 Prozent bei Kindern unter fünf Jahren. Auch im Bereich der Fünf-gibt es eine Empfehlung der Kommission, und zwar für Kinder mit Vorerkrankungen.

Mittlerweile wurde bei mindestens 44 560 Personen eine Genesung dokumentiert – was nicht Freiheit von Post- oder Long Covid bedeutet. 785 Menschen sind mittlerweile an oder mit Corona gestorben. (Landkreis: 674, Stadt: 111). 184 (zuletzt 172) Covid-Patienten werden in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt, davon 16 Patienten (zuletzt 7) auf einer Intensivstation. Die Zahlen steigen also, sind aber noch immer nicht bedrohlich – schwerer wiegen eben die Ausfälle von Personal aufgrund positiver Testungen.

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