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Lockerungen für Kultureinrichtungen

Rosenheims Künstler atmen auf

Das Junge Theater Rosenheim startet mit dem Stück „Kohlhaas“ wieder durch, hier auf der Bühne mit Andreas Schwankl (links) und Benedikt Zimmermann.
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Das Junge Theater Rosenheim startet mit dem Stück „Kohlhaas“ wieder durch, hier auf der Bühne mit Andreas Schwankl (links) und Benedikt Zimmermann.
  • Jens Kirschner
    vonJens Kirschner
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Seit Sonntag (30. Mai) gelten auch für die Kulturbetriebe in Rosenheim Erleichterungen in Sachen Corona. Veranstaltungen bis zu 250 Personen sind möglich, ohne negativen Testnachweis. Viele Künstler sehen darin einen Startschuss für bessere Zeiten.

Rosenheim – Die Proben beim Jungen Theater Rosenheim laufen und liefen – auch während der Pandemie. Doch endlich sieht das Ensemble wieder Licht am Ende des Tunnels, Schauspieler und Publikum kommen wieder zusammen. „Das ist, worauf wir die ganze Zeit hingearbeitet haben“, sagt der Vorsitzende des Jungen Theaters Rosenheim, Andreas Schwankl.

Premiere mit „Kohlhaas“

Er und seine Mitstreiter holen gerade das auf, was während der Corona-Beschränkungen wenig Sinn ergeben hätte: Einladungen für die Aufführungen schreiben, Eintrittskarten verkaufen und am Hygienekonzept feilen. Premiere feiert das Theater mit „Kohlhaas“ nach Heinrich von Kleist am Freitag, 11. Juni, im Rosenheimer Künstlerhof.

Doch die jüngsten Lockerungen in Sachen Corona-Regeln lassen längst nicht alle frohen Mutes sein. Horst Rankl vom Verband Bayerischer Amateurtheater findet, mit der derzeit geltenden Beschränkung der Besucherzahl gebe es keinen großen Spielraum für neue Produktionen. Mit maximal 250 Besuchern seien die meisten Spielstätten zu einem Viertel gefüllt.

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Das rechne sich nicht. Die Bühnen rundum fragten zwar bereits, wann der Betrieb wieder anlaufen könne, doch Rankl mahnt zur Vorsicht: Mit den Proben im kleinen Kreis zu beginnen sei okay. Mehr aber auch nicht.

Viele Ensembles vorsichtig

In Rosenheim seien viele Ensembles vorsichtig und wollten zunächst die Monate Juli und August abwarten, bevor sie konkrete Pläne schmieden. Auch der Verein „Theater Rosenheim“, dem Rankl vorsteht, will zunächst bis Ende August abwarten, wie sich die Zahlen in Sachen Corona bis dahin entwickelt haben.

Hingegen nimmt die Rosenheimer Theaterinsel ihren Betrieb bereits am Samstag (5. Juni) auf – wenngleich auf kleiner Flamme. Dann beginnt um 19.30 Uhr der achte Poetry-Slam auf der Bühne des Vereins. Eine der ersten Kulturveranstaltungen in Rosenheim, wie Ensemblemitglied Thomas Eiwen betont.

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Er freut sich über die jüngsten Lockerungen, die gerade der Theaterszene in Rosenheim zugutekomme, die vornehmlich durch Amateur-Ensembles geprägt ist. Schon seit Mai dürfen die Darsteller der Theaterinsel wieder proben. Anfang Juni soll das erste Stück in diesem Jahr Premiere feiern, zuvor soll es noch einen weiteren Poetry-Slam geben. „Wir sind wieder voll dabei“, freut sich Eiwen, hofft dabei aber auch, dass die Inzidenz weiterhin unter 50 oder niedriger ausfällt.

Leichter ohne Testpflicht

Der Wegfall der Testpflicht habe die Situation für das Theater deutlich erleichtert, ein Aufwand weniger jenseits des Hygienekonzeptes, dem man Rechnung tragen müsse. Doch selbst, wenn die Zahlen wieder nach oben gehen sollten, wäre das Team bereit, auch das in Kauf zu nehmen und die Testbescheinigungen zu kontrollieren, um Publikum empfangen zu dürfen. Auch jenseits der Finanzen: „So ein Theater lebt davon, dass wir aufhaben. Nur wenn wir Veranstaltungen planen, haben die Leute etwas, auf das sie hin proben können.“

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Dass es bei den Musikern etwas schneller geht mit dem Kulturbetrieb bestätigt der Leiter der Rosenheimer Musikschule, Gottfried Hartl. „Wir kommen zügig wieder in die Gänge“, ist Hartl überzeugt, dass die Musiker mit dem Beginn des Probenbetriebs in Präsenz zeitig zurück zu ihrer alten Form finden, um auftreten zu können. „Sobald wir wieder spielen können, sind wir präsent.“

Erster Auftritt am Salzstadl

Der Startschuss für die Instrumentalisten der Musikschule fällt mit dem „Sommer in Rosenheim“, wo sie am Salzstadl auftreten. Dabei ist Hartl die Erleichterung anzuhören, dass der Unterricht nicht länger nur am Bildschirm stattfinden darf. Schließlich gehe es auch um gemeinsames Musizieren, nicht nur um bloße Vermittlung von Theorie. Derzeit ist in der Musikschule nur Einzelunterricht möglich. Doch wenn die Inzidenz weiterhin so niedrig bleibe, beginne auch wieder der Unterricht in Gruppen.

Nur noch die Türen öffnen

Seit dem 20. Mai hat auch die städtische Galerie Rosenheim wieder geöffnet, wo derzeit die Ausstellung „Haus des Erfinders“ mit Werken von Herbert Nauderer läuft. Dabei musste der Galerie nicht bange sein, von den Lockerungen überrascht zu werden: „Die Ausstellung stand schon fast anderthalb Monate fertig aufgebaut und inszeniert im Haus. Wir mussten nur noch unsere Türen öffnen“, sagt Leiterin Monika Hauser-Mair und freut sich über den guten Zuspruch seit der Wiederöffnung, mit der sie endlich wieder kulturelle Bildung vermitteln könne.

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