Diskussion um Buden in der Stadt

Am 16. Dezember ist Schluss: Auch der „Winter in Rosenheim“ geht in den Lockdown

Der „Winter in Rosenheim“ bleibt: Das hatte die Stadt Rosenheim auf Nachfrage bekannt gegeben.
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Der „Winter in Rosenheim“ bleibt: Das hatte die Stadt Rosenheim auf Nachfrage bekannt gegeben.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Erst hieß es, der „Winter in Rosenheim“ soll weitergehen. Trotz Lockdown. Das hatte für Diskussionen gesorgt. Nun gehen wohl auch die Buden in Rosenheimer Innenstadt in den Corona-Lockdown.

Update 15. Dezember, 17.19 Uhr

Der Winter in Rosenheim ist so gut wie vorbei. Das hat die Stadtverwaltung auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen mitgeteilt. Eine Weiterführung der Stände ab Mittwoch, 16. Dezember, sei nicht vereinbar mit ab dann geltenden Lockdown.

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Der ursprüngliche Artikel vom 9. Dezember

Rosenheim – Abuzar Erdogan, der Fraktionsvorsitzende der SPD, fühlt sich übergangen. Er kritisiert, dass das Gremium nicht in die Entscheidung miteinbezogen wurde, ob es in der Stadt einen „Winter in Rosenheim“ geben soll oder nicht. Zwar könne er nachvollziehen, dass man für Weihnachtsstimmung sorgen will, trotzdem wisse er nicht, ob er das Konzept gutheißen könne.

„Wenig sinnhaft“

Ähnlich schätzte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler/UP, Robert Multrus, die Situation ein. „Wir machen den Bürgern keine Freude“, sagt er.

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So sei es „wenig sinnhaft“, Speisen an den Ständen zu verkaufen, wenn die Menschen sie dann – aufgrund der Maskenpflicht in der Fußgängerzone – nicht essen könnten. „Wir tun uns mit dieser Aktion keinen Gefallen. Auch wenn es in bester Absicht passiert ist“, ergänzt Peter Rutz, der Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Partys am Wochenende sind Hauptproblem

Etwas anders denkt Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU, über den „Winter in Rosenheim“. Er erinnert an die vielen Menschen, die auch weiterhin in der Stadt arbeiten und mittags versorgt werden müssten. „Jeden Tag eine Butterbreze zu essen, ist auch nicht das Gelbe vom Ei.“ Das Hauptproblem seien nicht die Stände am Max-Josefs-Platz, sondern die Partys am Wochenende.

Videobotschaft von OB März

Und genau die sind es auch, die Oberbürgermeister Andreas März (CSU) in einer Videobotschaft in den sozialen Medien kritisierte. „Das letzte Wochenende hat gezeigt, dass leider nicht alle Menschen verantwortungsbewusst mit dieser Situation umgehen.“

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Zu viele Menschen hätten den Glühwein auf dem Max-Josefs-Platz gleich vor Ort konsumiert. „Diese Unvernünftigen haben niemandem einen Gefallen getan. Ein solches Verhalten geht nicht.“ Genau aus diesem Grund will man neben dem Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen, in der Fußgängerzone, Grünanlagen und Naherholungsgebieten auch verbieten, dass hier Alkohol zum Mitnehmen verkauft werden darf. So jedenfalls der Vorschlag im Haupt- und Finanzausschuss.

Gesundheitsamt teilt Meinung

Der „Winter in Rosenheim“ aber soll bleiben. „Die Stände sind nicht das Problem und locken keine Massen in die Innenstadt“, sagte März im Ausschuss. Diese Einschätzung teilt nach Angaben von März auch das Gesundheitsamt. „Wir brauchen in diesem faden Corona-Alltag eine Gratwanderung aus so viel Weihnachtsstimmung wie möglich und so wenigen Kontakten wie nötig“, ergänzte der Oberbürgermeister.

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Genau aus diesem Grund sollten die Menschen auch in den kommenden Tagen die Möglichkeit haben, ihre Steaksemmeln, Schokofrüchte und gebrannten Mandeln in der Innenstadt zu kaufen. Aber eben nur für den Verzehr zu Hause oder im Büro. Und nicht – wie in der Vergangenheit – in der Nähe des Standes und ohne Mund-Nasen-Bedeckung.

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