Neuinfektionen verdoppelt im Raum Rosenheim – Fälle in diesen Gemeinden

Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim; auf der Karte ein Überblick über die Neuinfektionen in den Städten und Gemeinden.Klinger
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Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim; auf der Karte ein Überblick über die Neuinfektionen in den Städten und Gemeinden.Klinger
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Tendenz: Wieder steigend. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kann das Gesundheitsamt Rosenheim keine Entwarnung geben. Im Gegenteil: Durch Nachlässigkeit gefährde man das bisher Erreichte. Das sagt der Leiter der Behörde.

Rosenheim – Die Fallzahlen in Stadt und Landkreis bewegen sich noch auf einem niedrigen Niveau, von Entwarnung aber kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Für die vergangene Woche stellte das Gesundheitsamt einen deutlichen Anstieg der Corona-Infektionen. Mit 30 Neuinfektionen hat sich die Zahl im Vergleich zur Vorwoche mehr als verdoppelt (zuletzt 14). Stadt und Landkreis verzeichneten letztmals am Ende Mai mehr Neuinfektionen (48).

Corona-Alarm: Rosenheim mit Ausreißer nach oben

Die Neuinfektionen verteilen sich auf zehn Gemeinden, wobei Rosenheim allein nicht viel weniger Neuinfektionen verzeichnet als zuletzt die gesamte Region, nämlich 11. Babensham allein verzeichnet – wie die Stadt Wasserburg auch – 4 Neuinfektionen und damit insgesamt 29 dokumentierte Fälle. Der Rest der Neuinfektionen verteilt sich auf Bruckmühl, Kiefersfelden und Neubeuern (jeweils 2) sowie auf Einzelfälle in Albaching, Bad Aibling, Prien, Raubling und Riedering.

+++ Die Coronafallzahlen in der Region, in ‚Bayern und in Deutschland +++

Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts, führt zwei wichtige Faktoren für den Anstieg der Fallzahlen an: die Reiserückkehrer auch aus Nichtrisikogebieten und „familiäre Häufungen“.

Unabhängig davon warnt Hierl vor Nachlässigkeit bei der Umsetzung der Coronaregeln: „Teilweise ist in der Bevölkerung zu beobachten, dass Abstandsregeln nicht mehr konsequent eingehalten werden und Mund-Nasen-Bedeckungen nicht korrekt getragen werden.“ Der Anstieg der Fallzahlen sei als Warnung zu sehen, sagte Hierl, „wir dürfen das Erreichte keinesfalls verspielen“.

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Hierl plädiert für Verwendung der Corona-App

Der Amtschef appellierte abermals an die Menschen, sich die Corona-App aufs Smartphone herunterzuladen. „Die App ist ein wichtiger Bestandteil einer Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Pandemie.“ Ein Kampf, den Hierl noch lange nicht gewonnen sieht: „Solange kein Impfstoff verfügbar ist, kann eine neue Infektionswelle nicht ausgeschlossen werden.“

+++ Die aktuelle Entwicklung im Corona-Ticker +++

Die Gesamtzahl der Covid-19-Fälle in Stadt und Landkreis ist nach den jüngsten Erhebungen auf 2909 angestiegen (+30/Landkreis: 2351, Stadt: 558). Bei mindestens 2640 Menschen (+7) hat das Gesundheitsamt die Genesung dokumentiert. Die Zahl der Verstorbenen bleibt bei 222 (Landkreis: 199, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren 7 unter 60 Jahre alt, 145 waren über 80 Jahre alt. Ein Covid-19-Patient wird aktuell im Landkreis Rosenheim stationär behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand Freitag für die Stadt Rosenheim bei 15,79, für den Landkreis Rosenheim bei 7,66.

Gesundheitsamt: Mehr Mitarbeiter im Kampf gegen Corona

Eine wichtige Aufgabe im Kampf gegen Covid-19 ist die Ermittlung von Menschen, die mit Infizierten engeren Kontakt hatten. Diese Aufgabe hat das Gesundheitsamt mit Juli wieder selbst übernommen. Hierl lobt in seinem Bericht die Zusammenarbeit mit den Kommunen. Für Kontaktverfolgung steht dem Gesundheitsamt nun mehr Personal zur Verfügung. Die neuen Mitarbeiter sollen unter anderem enge Kontaktpersonen schnell informieren sowie über Hygienemaßnahmen und die Verpflichtung zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne unterrichten. Im Fall von Symptomen wird ein Test angeordnet.

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Das Gesundheitsamt nahm auch zur Datenpanne unter anderem an der Autobahn-Teststation an der Rastanlage Inntal-Ost in Kiefersfelden Stellung. Leider sei es aus technischen Gründen zu Verzögerungen gekommen. Das Gesundheitsamt selbst habe aber alle erhaltenen Resultate – ob negativ oder positiv – unverzüglich an die Probanden weitergegeben und gegebenenfalls Maßnahmen eingeleitet.

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