Corona-Lage in der Region Rosenheim - Fallzahlen steigen ungebremst

Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim mit den Neumeldungen seit vergangener Woche.Klinger
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Die Entwicklung der Corona-Lage in der Region Rosenheim mit den Neumeldungen seit vergangener Woche.Klinger

Die Corona-Fallzahlen in der Region Rosenheim steigen ungebremst. Von Entspannung sind Stadt und Landkreis weit entfernt – ganz im Gegenteil: Die 7-Tage-Inzidenzen steuern gar auf die Marke 300 zu. Bayernweit trifft es nur die Stadt Augsburg noch massiver: mit einer Inzidenzzahl von 370.

Rosenheim – Die 7-Tage-Inzidenz der Stadt Rosenheim liegt aktuell (Stand 6. November) bei 282, die des Landkreises bei 266 (Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen). Beide mit Kurs auf die Marke 300, die bayernweit bislang einzig die kreisfreie Stadt Augsburg gerissen hat mit einer Inzidenzzahl von 370.

Gesundheitsamt Rosenheim besorgt

Das Gesundheitsamt Rosenheim ist alarmiert, was sich auch im aktuellen Lagebericht zeigt, der regelmäßig Ende der Woche veröffentlicht wird: Seit zwei Wochen (21. Oktober) komme es in Stadt und Landkreis zu einem „ungebremsten, exponentiellen Anstieg“ der Fallzahlen. Prominenteste Neumeldung: Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, dessen positives Testergebnis aktuell bekannt wurde. Eigenen Aussagen zufolge leidet er lediglich an „leichten Erkältungssymptomen“.

873 neue Fälle

Seit dem letzten Wochenbericht (Stand 29. Oktober) wurden dem Gesundheitsamt 873 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 5507 Fälle von Covid-19 aufgetreten (Landkreis 4284, Stadt 1223).

Die aktuelle Entwicklung im Corona-Ticker

Hohe Zuwächse in Prien und Bad Aibling

In der Region sticht in der Wochenentwicklung einmal mehr die Stadt Rosenheim heraus: mit 178 Neumeldungen binnen einer Woche. Deutliche Zuwächse verzeichnen überdies Bad Aibling (+53) und Kolbermoor (+52) sowie die Marktgemeinde Prien mit 43 neuen Fällen. Eine Vielzahl der Fälle dürfte dabei mit den jüngsten Corona-Ausbrüchen im Krankenhaus Bad Aibling und in der Reha-Klinik „Kronprinz“ in Prien zusammenhängen.

In dem Romed-Krankenhaus waren 19 Mitarbeiter und zehn Patienten betroffen. Aus dem „Medical Park Kronprinz“ wurden 59 positive Tests gemeldet. Wobei sich die Positiv-Tests in der Reha-Einrichtung nicht eins zu eins auf die Fallzahlen der Marktgemeinde Prien auswirkten, wie ein Sprecher des Gesundheitsamtes auf Anfrage erklärte. Die Covid-Fälle würden, sofern aus der Klinik entlassen, ihren jeweiligen Heimatgesundheitsämtern zugeordnet. Selbiges gelte für das betroffene Personal (Wohnort).

Diese Orte sind massiv betroffen

Weitere Städte und Gemeinden, die in den vergangenen Tagen eine deutliche Steigerung der Fallzahlen hatten, sind: Bruckmühl (+34), Nußdorf (+33), Kiefersfelden und Samerberg (+32), Raubling (+31), Rohrdorf und Riedering (+28), Oberaudorf und Wasserburg (+23) sowie Stephanskirchen (+22) und Bad Endorf (+20).

Zahl der Genesenen

Dem gegenüber steht die Zahl der Genesenen. Laut Gesundheitsamt wurde zwischenzeitlich bei gesamt mindestens 3322 Personen in der Region eine Genesung dokumentiert.

Neue Sterbefälle

231 Personen sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) bis dato an oder mit Covid-19 verstorben (Landkreis 208/+2 gegenüber der Vorwoche; Stadt 23; Stand 6. November). Von den bislang Verstorbenen waren sieben Personen unter 60, 150 Verstorbene über 80 Jahre alt.

Die Lage in den Kliniken

Die Zahl der Covid-Patienten, die in der Region in den Kliniken versorgt wird, nimmt ebenfalls zu. Stand Freitag wurden 50 Corona-Patienten stationär behandelt (Vorwoche 29/+21). Im Romed-Klinikum Rosenheim wurde diese Woche bereits die dritte Covid-Station eingerichtet. Überdies befanden sich zuletzt vier Patienten auf einer Intensivstation (Vorwoche 1/+3).

Die Zahl der Intensivbetten

Insgesamt stehen am Klinikum Rosenheim 37 Intensivbetten zur Verfügung, im gesamten Romed-Verbund 52 (Bad Aibling 6, Wasserburg 6, Prien 3). Im Katastrophenfall können bis zu 87 Beatmungsplätze geschaffen werden – wobei sich dann die Frage nach dem Pflegepersonal stellen dürfte, wie es seitens der Romed-Kliniken heißt.

Hier wird die Infektion übertragen

Die Infektionsübertragungen ereignen sich laut Gesundheitsamt überwiegend im privaten Umfeld und in Schulen. Vereinzelt komme es zudem zu „Superspreading-Ereignissen“ zum Beispiel durch private Feiern. Zunehmend seien nun aber auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften zu verzeichnen, heißt es aus der Behörde.

Dr. Hierl: „Die Lage spitzt sich zu“

„Der anhaltend exponentielle Anstieg der Fallzahlen in Stadt und Landkreis ist besorgniserregend und dramatisch. Die Lage spitzt sich weiter zu, insbesondere die Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereiten uns Sorgen“, sagt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes. Es sei zu befürchten, dass durch die Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem infizierten mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Hierl hofft, dass durch die Beschränkungsmaßnahmen das Infektionsgeschehen abgebremst werden kann. „Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser vermeiden.“

Soldaten im Einsatz

Zunehmend schwerer fällt es der Behörde offenbar, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen – insbesondere, was die engen Kontaktpersonen betrifft. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde zuletzt bereits deutlich aufgestockt, unter anderem durch neun Polizeianwärter. Seit dieser Woche unterstützen nun auch Soldaten der Bundeswehr – insgesamt 17 – die Rosenheimer „Corona-Detektive“.

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