CORONA-LAGEBERICHT FÜR DIE REGION ROSENHEIM

Corona-Lage in der Region Rosenheim: Fallzahlen gehen zurück - weiter regionale Hotspots

Die Entwicklung der Corona-Lage im Verlauf der Woche mit der Anzahl der Neuinfektionen und den Genesenen.
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Die Entwicklung der Corona-Lage im Verlauf der Woche mit der Anzahl der Neuinfektionen und den Genesenen.
  • Rosi Gantner
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Der Zuwachs bei den Corona-Fallzahlen scheint ausgebremst. Seit dieser Woche geht die Zahl der Neuinfektionen in der Region Rosenheim deutlich zurück. Das spiegelt sich auch in der 7-Tage-Inzidenz wieder. Dennoch gibt es nach wie vor regionale Hotspots. Auch die Zahl der Corona-Toten steigt weiter an.

Rosenheim– Die Zeichen stehen auf Entspannung, was die Corona-Lage in der Region Rosenheim anbelangt. Bereits Samstag, 23. Januar, könnte die 15-Kilometer-Beschränkung für die Stadt Rosenheim fallen. Die Regierung von Oberbayern hat dafür schon „grünes Licht“ gegeben.

Inzidenz unter 200

Denn: In der kreisfreien Stadt Rosenheim ist der Inzidenzwert (Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen) von 200 seit vergangenen Samstag unterschritten. Aktuell liegt der Wert bei 127 (Stand 22. Januar, 0 Uhr). Auch im Landkreis zeigt sich eine abnehmende Tendenz. Hier bewegt sich der Inzidenzwert bei 133 (Vorwoche: 163).

Ausbrüche in Heimen und Kliniken

Mit Besorgnis beobachtet man im Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim, dass trotz der sinkenden Neuinfektionen weiterhin Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen stattfinden. Für Aufsehen sorgten in diesem Zusammenhang zuletzt Corona-Ausbrüche in einem Seniorenheim in Brannenburg sowie in der Klinik Bad Trissl in Oberaudorf. In der Klinik waren aktuell sechs Patienten und vier Mitarbeiter positiv getestet worden. Weitere Testergebnisse stehen noch aus.

429 Neuinfektionen

Im Verlauf der Woche wurden dem Gesundheitsamt 429 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet (Vorwoche: 570). Bisher sind insgesamt 12 395 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis offiziell registriert (Landkreis: 9744, Stadt: 2651).

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Das sind die regionalen Hotspots

Zu den regionalen Hotspots zählen diese Woche neben der Stadt Rosenheim mit 81 gemeldeten Neuinfektionen die Gemeinde Brannenburg mit 37, Feldkirchen-Westerham mit 33 und Wasserburg mit 32 neuen Fällen. Gefolgt von: Bruckmühl mit +25, Bad Aibling und Großkarolinenfeld mit +17, Kolbermoor und Prien mit +15 und Oberaudorf sowie Bad Feilnbach mit jeweils zehn neuen Fällen. Hinzu kommen eine ganze Reihe Gemeinden mit Zuwächsen im einstelligen Bereich. Keinerlei registrierte Neuinfektionen gab es diese Woche in Griesstätt und Vogtareuth.

Die Genesenen

Die gute Nachricht: Mittlerweile wurde bei mindestens 9527 Personen eine Genesung dokumentiert.

Zahl der Corona-Toten steigt

Weiter steigend ist die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit Covid 19 stehen. Bis dato sind in der Region insgesamt 430 Personen (+13 gegenüber der Vorwoche) an der Erkrankung verstorben (Landkreis: 382, Stadt: 48). Acht Verstorbene waren 80 Jahre alt oder älter, fünf zwischen 60 und 80. Dem Gesundheitsamt wurden sechs Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind (Differenz: Nachmeldungen aus der Vorwoche). Hiervon waren fünf Personen über oder gleich 80 Jahre und eine Person zwischen 60 und 80 Jahren. Vier dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

Die Lage in den Kliniken

Leicht rückläufig sind die Patientenzahlen in den Kliniken der Region. 150 (Vorwoche: 157) Covid-19-Patienten werden laut Gesundheitsamt aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt (Stand 21. Januar). Hiervon befinden sich 17 Patienten (Vorwoche: 20) auf einer Intensivstation.

So steht es um die Impfungen

Als Erfolg wertet die Behörde, dass in Stadt und Landkreis bereits in 51 von 68 stationären Einrichtungen (Alten- und Pflegeheime) Erstimpfungen der Bewohner durchgeführt werden konnten. Seit vergangenen Sonntag werden in diesen Einrichtungen nunmehr die Zweitimpfungen vorgenommen.

Das bereitet dem Gesundheitsamt Sorgen

Mit der Vervollständigung des Impfschutzes besteht laut Gesundheitsamt die Aussicht und Hoffnung, dass die Zahl der Corona-Infektionen und Todesfälle abnimmt. Es zeige sich aber unverändert, dass betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem höchst anfällig seien für Covid-19-Erkrankungen mit schweren Krankheitsverläufen, mitunter auch mit Todesfolge.

„Kontakte vermeiden„

Sorgen bereitet laut Gesundheitsamt zudem die schnelle Ausbreitung von neuen Virusvarianten in Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien. Auch bei den rückläufigen Infektionszahlen hierzulande müsse beachtet werden, dass diese neuen Virusvarianten von SARS-CoV-2 mittlerweile auch in Deutschland Fuß gefasst hätten. „Zwar gibt es bisher bei begrenzter Datenlage keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe bei Infektionen oder eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe, doch könnte das Vorkommen dieser Virusvarianten auch hierzulande zu einer weiteren Beschleunigung der Pandemie führen“, heißt es seitens der Behörde. Mit einer zunehmenden Infektionsrate durch die neuen Virusvarianten könnten zunehmende schwere Krankheitsverläufe mit Überlastung der Krankenhäuser einhergehen. „Aus diesem Hintergrund ist das Gebot der Stunde, Kontakte so weit wie möglich zu vermeiden.“

Behörde rät zum Impfen

Das Gesundheitsamt appelliert zudem weiterhin an alle Mitarbeiter von Pflege- und Behindertenheimen und Krankenhäusern, sowie an alle Personen mit derzeit höchster Priorität mit Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung, dringend das Impfangebot anzunehmen. Behördenleiter Dr. Wolfgang Hierl: „Es ist ein Gebot der Vernunft und Solidarität sich impfen zulassen.“

Kontaktverfolgung möglich

Reibungslos scheint die Nachverfolgung in der Behörde zu verlaufen. Das Gesundheitsamt Rosenheim kann nach eigenen Angaben die positiv Gemeldeten weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen könnten zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

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