Wirkt der Lockdown? Banges Warten

Corona-Lage in der Region Rosenheim: Fallzahlen bleiben hoch – Zahl der Corona-Toten steigt

Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in der Region binnen einer Woche (Stand 18. Dezember, 0 Uhr).Klinger
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Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in der Region binnen einer Woche (Stand 18. Dezember, 0 Uhr).Klinger
  • Rosi Gantner
    vonRosi Gantner
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Die Corona-Fallzahlen für die Region Rosenheim verharren auf einem hohen Niveau. Weiter steigend ist insbesondere im Landkreis die Zahl der Corona-Toten. Die 7-Tage-Inzidenz für Stadt und Landkreis pendelt sich indes bei einem Wert um 200 ein. Die Lage: weiter angespannt – auch in den Kliniken.

Rosenheim – Die 7-Tage-Inzidenz bewegte sich in der Region Rosenheim zuletzt bei 197 für die kreisfreie Stadt und 203 im Landkreis (Stand 18. Dezember, 0 Uhr).

Bis zu 150 Neumeldungen am Tag

Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 130 und 150 neue Fälle gemeldet, heißt es im neuen Wochenbericht von Freitag (18. Dezember). Die Zahl der seit dem letzten Wochenbericht (11. Dezember) gemeldeten Fälle liegt bei 656 und ist um 37 niedriger als in der Vorwoche. Hinzu kommen bis zu sieben Corona-Tote pro Tag.

So entwickeln sich die Todeszahlen

Insgesamt 312 Personen (Vorwoche 283/+29) sind bis zuletzt an und mit Covid-19 verstorben (Landkreis: 282/+25, Stadt: 30/+4). Ein Großteil der zuletzt registrierten Verstorbenen (21) war über 80 Jahre alt.

Dem Gesundheitsamt wurden 24 Personen gemeldet (+14 gegenüber der Vorwoche), die seit dem Lagebericht vom 11. Dezember verstorben sind (Differenz: Meldeverzögerungen). Hiervon waren 18 Personen über und sechs Personen unter 80 Jahren. Elf dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

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Dr. Hierl sieht Lage „sehr kritisch“

„Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region sehr kritisch“, mahnt deshalb Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim. Denn: Es sei keine richtungsweisende Veränderung bei den Fallzahlen zu erkennen. Aufgrund der maximalen Inkubationszeit von 14 Tagen rechnet die Behörde mit positiven Auswirkungen des verschärften Lockdowns von Mittwoch auf das regionale Infektionsgeschehen erst gegen Ende Dezember.

Hier finden die meisten Infektionen statt

Einen Großteil der Infektionsübertragungensieht die Behörde weiterhin überwiegend im privaten Umfeld. Hinzu kommen Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Zuletzt betroffen waren unter anderem das Pflegeheim „Haus Chiemsee“ in Gollenshausen (Gstadt) und das Katharinenheim in Bad Endorf.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für die Region

Das sind die regionalen Hotspots

Das spiegelt sich auch in denregionalen Fallzahlen wieder. Zu den „Hotspots“ zählen aktuell neben der Stadt Rosenheim mit 122 gemeldeten Neuinfektionen binnen einer Woche Wasserburg mit +57, Bad Aibling mit +52 und Bad Endorf mit +49. Ebenfalls massiv betroffen: die Marktgemeinde Bruckmühl mit 30 Neumeldungen.

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Auch hier gibt es viele Neuinfizierte

Ebenfalls im zweistelligen Bereich bei den registrierten Neuinfizierten innerhalb einer Woche liegen: Pfaffing mit 24, Kolbermoor mit 23, Schechen mit 19, Kiefersfelden mit 18; Raubling, Prien und Tuntenhausen mit jeweils 15; Riedering und Soyen mit 14; Brannenburg und Bad Feilnbach mit 13; Stephanskirchen und Edling mit zwölf; Eiselfing mit elf und Rott sowie Frasdorf mit jeweils zehn. In einer Reihe weiterer Gemeinden liegen Infektionszahlen im einstelligen Bereich vor.

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Die Lage in den Kliniken

Dr. Michael Städtler, der ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung des Rettungsdienstzweckverbands Rosenheim, berichtet zur Situation der stationären Versorgung: „Zuletzt hatten wir einen deutlichen Anstieg an Covid-19-Erkrankten sowohl auf den Normal- als auch auf den Intensivstationen.“ Deshalb beteilige sich jetzt neben den Romed-Kliniken erneut die Schön-Klinik Vogtareuth an der Versorgung vor allem mit ihrer Intensivstation. „In den letzten Tagen hat sich die Belegung wieder etwas stabilisiert.“

Derzeit sind Städtler zufolge in Stadt und Landkreis 20 Patienten mit Covid-19 auf den Intensivstationen und 143 Patienten mit Covid-19 oder entsprechendem Verdacht auf den Normalstationen. „Momentan können alle Patienten entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgt werden, eine Triage hinsichtlich Abstrichen in der Behandlung ist noch nicht erforderlich, aber die Kliniken müssen große Anstrengungen leisten, dass das auch so bleibt.“

89 „Kontakt-Ermittler“ arbeiten auf Hochtouren

Die Kontaktermittlung und -verfolgung ist dem Gesundheitsamt nach wie vor möglich, wie die Behörde erklärt – allerdings unter enormer Kraftanstrengung. Aktuell sind 89 Personen im Gesundheitsamt rein für die Kontaktpersonennachverfolgung tätig. Davon seien elf Personen Unterstützungskräfte der Polizei und 20 Personen Unterstützungskräfte der Bundeswehr, wie Behördensprecherin Ina Krug auf Anfrage erläuterte.

Hierl appelliert: Gesundheit das wichtigste Geschenk!

Gesundheitsamts-Chef Hierl ergänzt: „Viele Bürger waren in den vergangenen Wochen zu nachlässig, was Abstands- und Hygieneregeln anbelangt. Vielfach macht sich Unmut und Unverständnis breit. Es liegt aber ausschließlich in unserer Hand, wie das Infektionsgeschehen weiter verläuft.“ Grundsätzlich ließen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen durch einfache Mittel verhindern. Deshalb sein eindringlicher Appell, sich auch an den Fest- und Feiertagen an die Hygieneregeln zu halten – „zum Schutz unserer Gesundheit.“ Hierl weiter: „Weihnachten und Silvester müssen dieses Jahr Feste im engsten Familienkreis bleiben.“ Wer Großeltern oder Verwandte mit chronischen Erkrankungen besuchen will, sollte sich im Vorfeld testen lassen. „So schenken Sie zu Weihnachten vor allem Gesundheit, unser teuerstes und wichtigstes Geschenk.“

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