Neue Auflagen treten in Kraft

Corona-Infektionen: Tiefrote Ampel in Rosenheim +++ Öffentliches Leben fährt weiter runter

Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim, Stand 23. Oktober 2020
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Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim, Stand 23. Oktober 2020
  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
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Alarmstufe Tiefrot in Sachen Corona: Die Stadt Rosenheim reißt die Marke von 100 bei der 7-Tagesinzidenz. Damit gelten verschärfte Regeln, Sperrstunde ist nunmehr um 21 Uhr. Das Gesundheitsamt holt sich derweil Hilfe bei der Polizei.

Rosenheim - Rosenheim katapultiert sich in den tiefroten Bereich, das Gesundheitsamt reagiert mit einem eindringlichen Appell. „Die Lage spitzt sich zu“, sagt Amtschef Dr. Wolfgang Hierl, der starke Anstieg der Infektionszahlen sei „dramatisch“. Mit einer 7-Tages-Inzidenz von 114,9 (Stand Freitag) gehört Rosenheim zu den tiefroten Risiko-Regionen, ein Index von 85,7 wurde für den Landkreis ausgegeben.

Weitere Beschränkungen in Rosenheim

Der sprunghafte Anstieg zieht in der Stadt weitere Einschränkungen nach sich. Veranstaltungen –  abgesehen etwa von Gottesdiensten – sind etwa auf 50 Menschen beschränkt, ebenso wie Sportwettkämpfe. Sperrstunde ist um 21 Uhr.

Polizeianwärter verstärken Gesundheitsamt in Rosenheim

Mit dem Schub wackelt auch die Eindämmungsstrategie des Gesundheitsamtes. Es falle zunehmend schwer, Infektionsquellen und -wege nachzuverfolgen, räumt Hierl ein. Angesichts drohenden Kontrollverlusts holt das Amt Hilfe. Am Freitag nahmen fünf Anwärter der Polizei ihre Arbeit im Gesundheitsamt auf, kommende Woche kommen weitere fünf dazu.

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Zudem gebe es eine hauseigene Reserve von bis zu 30 Mitarbeitern, sagt Michael Fischer, Sprecher des Landratsamts. Ausreichende Reserven sieht auch das Gesundheitsministerium. Die erneute Ausrufung des Katastrophenfalls stehe derzeit nicht zur Diskussion, heißt es aus München.

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48 positiv Geteteste im Landkreis, 29 in der Stadt Rosenheim – das war die Bilanz allein von Donnerstag auf Freitag. Die Zahl der stationär behandelten Patienten steigt leicht: 14 Menschen werden in den Romed-Kliniken behandelt, einer davon auf der Intensivstation. Im Oktober starben erstmals seit Juli Menschen an oder mit Covid-19, die Gesamtzahl in Stadt und Landkreis erhöht sich um diese drei Menschen auf 225.

Woher rührt die neue Dynamik?

Infektionen ereignen sich laut Landratsamt überwiegend im privaten Umfeld. Es gebe aber auch Superspreader. Der kürzlich bekannt gewordene Fall einer Party bei Eggstätt, bei der sich über 30 Gaste infiziert haben könnten, liegt bei der Kriminalpolizei. Sie prüft, ob strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt.

In Schulen gibt es viele Einzelfälle, sie spielen aber offenbar keine allzu prominente Rolle. Bis Donnerstag waren im Oktober waren 78 Schüler und Mitarbeiter an 15 Schulen positiv getestet worden. Über 1200 Menschen wurden in Quarantäne geschickt.

Die Zahlen in den Gemeinden

Auf der Corona-Karte schwinden die weißen Flecken: Nur noch jede sechste Gemeinde war vergangene Woche offiziell infektionsfrei. Dafür nehmen die „zweistelligen“ Kommunen zu. Kolbermoor lag mit 26 positiv Getesteten hinter Rosenheim (73) an der Spitze, es folgten Breitbrunn (17) Bruckmühl (15), Rohrdorf (13), Bad Endorf und Wasserburg (je 12) Kiefersfelden (11), Bad Aibling, Eggstätt und Neubeuern (je 10). In Eggstätt könnte es sich um die Ausläufer eines Ausbruchs im Seniorenheim Marinushof handeln: Dort waren vor einer Woche 27 Bewohner und 18 Mitarbeiter positiv getestet worden.

Im Laufe der gesamten Woche wurden in Stadt und Landkreis 297 Fälle gemeldet. Damit schnellt die Gesamtzahl auf 3955 Fälle. (Landkreis: 3067, Stadt: 888). Als „genesen“ gelten 3163 Menschen.

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