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Scoring entscheidet

Junge Menschen zeitiger als alte dran? Zweifel an der Corona-Impfreihenfolge in Rosenheim

Wer wird wann geimpft? Die Reihenfolge ist eigentlich rechtlich vorgegeben. Doch es gibt Phänomene, die daran zweifeln lassen, ob diese wirklich eingehalten wird.
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Wer wird wann geimpft? Die Reihenfolge ist eigentlich rechtlich vorgegeben. Doch es gibt Phänomene, die daran zweifeln lassen, ob diese wirklich eingehalten wird.
  • Jens Kirschner
    vonJens Kirschner
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Die Impfkampagne in Bayern geht voran. Das verlautbart zumindest die Regierung des Freistaats. Doch ob dabei wirklich die vorgesehene Reihenfolge eingehalten wird, daran glauben längst nicht alle.

Rosenheim – Gerd Teschner ist sauer. Der 65-Jährige aus Rosenheim leidet unter starkem Asthma und der Darmerkrankung Morbus Crohn. Was ihm bislang fehlt: eine Impfung gegen das Corona-Virus.

Teschner ist nur einer von vielen Lesern, die sich an die OVB Heimatzeitungen gewandt haben, weil sie nicht mehr wirklich verstehen, nach welchen Kriterien die Impftermine für die Zentren in Bayern vergeben werden. Denn: Während inzwischen viele junge Menschen einen Termin bekommen haben, warten ältere und mitunter vorerkrankte Personen noch immer.

Vordringliches Kriterium: Alter

Die Frage, wer wann eine Impfung erhält, hat mit den neuerlichen Beschlüssen in Bayern, aber auch im Bund, zur Lockerung von Beschränkungen für Geimpfte eine neue Qualität erlangt.

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Auch für jene, die nicht ob ihrer Gesundheit bangen müssen, sich noch eine Corona-Infektion zuzuziehen. Sondern auch für die, welche sich nach mehr Freiheit sehnen.

Verschiende Faktoren fließen ein

Dabei gibt es eine vorgegebene Reihenfolge, besser bekannt als Priorisierung. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission beim Bund ist Grundlage für die verbindliche Corona-Impfverordnung. Die Priorisierung unterscheidet dabei in erster Linie nach Alter. Zur Gruppe eins gehören alle, die das 80. Lebensjahr vollendet haben.

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Es folgen die Personen ab 70 und 60 Jahren in den Gruppen zwei und drei. Ebenso mit ein fließen Faktoren wie Beruf, Unterbringung, aber auch Vorerkrankungen. Aus diesem Gesamtbild sollen idealerweise jene zuerst geimpft werden, die besonders gefährdet sind.

Score-Wert bestimmt Priorisierungsgruppe

„Die in Bayern eingesetzte Software BayIMCO richtet sich exakt nach dieser Verordnung. Die Priorisierung erfolgt automatisiert durch das Programm BayIMCO“, antwortet das bayerische Gesundheitsministerium auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen, warum augenscheinlich weniger gefährdete Personen vor gesundheitlich angeschlagenen bereits ein Terminangebot erhalten haben.

Die Priorisierungsgruppen sollen sicherstellen, dass besonders Gefährdete vordringlich geimpft werden. Klinger

Die Behörde verweist auf ein „Scoring“, also auf einen Wert, der sich aus der gewichteten Gesamtschau aller Faktoren ergibt. Dieser bestimmt letztendlich, in welcher Priosierungsgruppe die Impfwilligen landen.

Exakter Algorithmus unter Verschluss

Den exakten Algorithmus, der für die Ermittlung dieses „Scores“ Verwendung findet, will das Ministerium jedoch nicht weiter erläutern, „um Missbrauch zu verhindern“. Ohnehin tun sich die Behörden schwer damit, überhaupt den Überblick behalten zu können, welche Priorisierungsgruppen bereits eine Injektion erhalten haben.

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„Die konkreten Zahlen zu den Geimpften der einzelnen Priorisierungsgruppen lassen sich nicht ermitteln, da die Daten nach der Impfung aus Datenschutzgründen nicht mehr einsehbar sind. Darüber hinaus wird die Priorisierungsgruppe bei den in den Arztpraxen durchgeführten Impfungen nicht erfasst“, sagt ein Ministeriumssprecher.

Kein Überblick über Altersgruppen

Entsprechend kann auch die Stadt Rosenheim, die das gemeinsame Impfzentrum mit dem Landkreis leitet, ihre Impfstatistik nicht nach Alterskohorten aufschlüsseln: „Für die Dokumentation der Impfdaten wird eine landesweit einheitliche Software namens „BayIMCO“ verwendet. Daraus können leider keinerlei Daten exportiert werden“, antwortet die Stadt auf Anfrage.

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Die Auswertung erfolge nur überregional über das Robert-Koch-Institut. Dort wiederum beziehen sich die Zahlen auf einzelne Bundesländer, nicht jedoch auf Regionen, Landkreise und Gemeinden.

Meistverimpft: Wirkstoff von Biontech/Pfizer

Das Rosenheimer Impfzentrum hingegen könne nur wöchentliche Fallzahlen zu Erst- und Zweitimpfungen im Impfzentrum, den Alten- und Pflegeheimen sowie den Krankenhäusern liefern. Nach dieser haben im Impfzentrum 30,06 Prozent der Einwohner in Stadt und Landkreis die erste Dosis erhalten, bei der zweiten beträgt der Wert rund 8,14 Prozent (Stand 9. Mai, 0 Uhr). Dabei wurden bislang 70.980 Dosen des Wirkstoffs von Biontech/Pfizer verimpft, 15.750 Dosen des Herstellers AstraZeneca und 8.600 Dosen von Moderna.

Die aktuelle Impfquote in Stadt und Landkreis Rosenheim im bayern- und deutschlandweiten Vergleich.

Insgesamt liegt Rosenheim derzeit unter dem bayernweiten Schnitt. Im Freistaat haben bislang rund 32,1 Prozent eine Erstimpfung erhalten, rund 9 Prozent die Zweitimpfung.

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