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Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Häusliche Gewalt nimmt in der Pandemie zu - Rosenheimer Frauenhaus startet Prävention an Schulen

Freuen sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit: (von links) Johanna Ender, Marita Koralewski, Christin Milsch und der Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse Bahn-BKK Stefan Pattis.
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Freuen sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit: (von links) Johanna Ender, Marita Koralewski, Christin Milsch und der Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse Bahn-BKK Stefan Pattis.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Corona-Frust verschärft das Problem der häuslichen Gewalt. Allein in Bayern sind im vergangenen Jahr knapp 16.000 Frauen als Opfer registriert worden. Weil auch Kinder oft unter der Gewalttätigkeit leiden, bietet das Frauenhaus Rosenheim-Traunstein präventive Schulungen an.

Rosenheim – Lange hat Johanna Ender überlegt, wie sie junge Menschen erreichen kann. Die Rosenheimerin betreut beim SkF verschiedene Projekte des Frauenhauses. „Weil ich selbst aus der Jugendarbeit komme, interessiert mich die Präventionsarbeit, die so früh wie möglich ansetzen sollte“, sagt sie. So seien Mädchen und Jungen bei häuslicher Gewalt immer mitbetroffen – mit teils weitreichenden Folgen. Aus Studien gehe hervor, dass in der Kindheit miterlebte häusliche Gewalt das Risiko erhöhe, selbst häusliche Gewalt auszuüben oder zu erdulden.

Frühzeitige Unterstützung anbieten

Und genau hier wollen Ender und ihr Team ansetzen. „Im Hinblick auf eine wirksame Prävention ist es notwendig, betroffenen Mädchen und Jungen frühzeitig Unterstützung anzubieten“, sagt Marita Koralewski, Leiterin des Frauenhauses in Rosenheim-Traunstein. Koralewski und Ender waren sich schnell einig, dass diese Angebote außerhalb der Familie stattfinden müssen.

Präventionsangebot an Schulen

„Für Präventionsangebote sind Schulen, an denen sich die Schüler regelmäßig aufhalten, prädestiniert“, sagt Ender. Nachdem es ihr gelungen ist, einen Mitarbeiter der Fachstelle „Häusliche Gewalt – Täterarbeit“ für das Präventionsprojekt zu gewinnen, seien sie und ihr Team an alle Schulen in Stadt und Landkreis herangetreten, hätten von ihrem Workshop berichtet und das Angebot beworben.

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Eine Einrichtung, die sofort dabei gewesen sei, war die Grund- und Mittelschule Kiefersfelden. „Es ist wichtig, dass die Schüler dafür sensibilisiert werden“, sagt eine Sozialarbeiterin, die lieber anonym bleiben möchte. Zumal auch sie einige Schüler kennt, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. Umso wichtiger seien Angebote wie das des Sozialdienstes katholischer Frauen in Zusammenarbeit mit der Krankenkasse Bahn-BKK.

Idee kommt von der Bahn-BKK

Die Idee zur Verwirklichung des Projektes hatte deren Regionalgeschäftsführer Stefan Pattis bereits im vergangenen Jahr. Er nahm Kontakt mit Koralewski auf, schlug eine Förderung und Zusammenarbeit vor.

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„Wir mussten nicht lange überlegen und haben sofort zugesagt“, sagt die Leiterin des Frauenhauses. Coronabedingt konnte das Projekt allerdings erst jetzt starten.

Erste Schulungen noch in diesem Jahr

Noch in diesem Jahr sollen – sollte es die Pandemie zulassen – die ersten Schulungen stattfinden. Besprochen werden Themenkomplexe, welche vielschichtige und unterschiedliche Fragen im Kontext der häuslichen Gewalt abdecken. Ziel sei, die Kinder und Jugendliche darin zu stärken, Gewalt zu erkennen, sich zu schützen und konfliktlösungsorientierte Handlungsmuster zu lernen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

„Gleichzeitig sind die Themen an der Lebenswelt der jungen Menschen ausgerichtet und flexibel einsetzbar“, sagt Ender. Vermittelt werden soll unter anderem Wissen über die verschiedenen Formen häuslicher Gewalt und deren Vorkommen.

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Außerdem wird über die rechtlichen Rahmenbedingungen und mögliche Hilfsangebote gesprochen. Theoretische Inhalte werden durch praktische Übungen veranschaulicht und ermöglichen den Teilnehmenden eine Haltung zu entwickeln und ihren Handlungsspielraum in Konfliktsituationen zu erweitern.

Auf die Bedürfnisse der Schulen angepasst

Die Workshops sind interaktiv gestaltet. Es wird der jeweiligen Situation entsprechend auf die Teilnehmenden eingegangen. Den Lehrern sei freigestellt, ob sie an dem Workshop teilnehmen. „Wir wollen das Angebot in Zukunft noch weiter auszubauen“, sagt Johanna Ender. Ihr Ziel: So viele junge Menschen wie möglich erreichen.

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