Christbaum-Sorten

+

Ein beliebtes Ausflugsziel ist das Kaiserbachtal bei Kufstein.

Es ist ein sonniger Aufstieg, der allerdings mit rund 350 zu bezwingenden Stufen beginnt. Doch dann geht der Weg erst einmal eben dahin und bietet eine faszinierende Aussicht auf die „Perle Tirols“ mit ihrer Festung. Wer den Aufstieg am späten Vormittag angeht, der kann ab 12 Uhr die weit tönende Heldenorgel der Kufsteiner Veste hören, meist gespielt von dem jungen Oberaudorfer Organisten Johannes Berger.

Bänke zum Hinsetzen bietet der Weg ebenfalls, und als Überraschung derzeit eine mit Lametta, vielen Kugeln und einer blauen Glasspitze geschmückte, etwa eineinhalb Meter hohe Fichte an exponierter Stelle. Der alpine Christbaum ist das Werk eines älteren Kufsteiners, der jedes Jahr dieses Gewächs liebevoll schmückt, obwohl manche der Kugeln immer wieder entwendet werden. Nach dem Heiligdreikönigstag sammelt er den Schmuck wieder ein.

Eine kleine Wandergruppe aus den neuen Bundesländern verweilte kurz vor dem prächtig verzierten Hingucker. Wenige hundert Metern weiter erblickten sie erneut eine Fichte ähnlicher Größe, an der lediglich zwei Kugeln baumelten. „Das ist wohl der Baum von den asketischen Evangelischen?“ frotzelte einer. „Nee“, meinte ein anderer, „Da hat sich eher jemand für den Eigenbedarf bedient.“

Im weiteren Verlauf der Strecke fiel abermals eine etwa gleichhohe Fichte an ausgesetzter Stelle den Wanderern auf, allerdings völlig ungeschmückt. „Das ist wohl der Weihnachtsbaum für Atheisten“, vermutete einer aus der Gruppe, worauf ein anderer bemerkte: „Die haben hier echt einen Showroom…“

Am Rande notiert

Kommentare