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Großer Festakt mit Ehrengästen

„Es gibt kein Rosenheim ohne die Caritas“ - Verband feiert 100-jähriges Bestehen

Das Hauptprogramm der 100-Jahr-Feier der Caritas: die Talkrunde mit den Gästen
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Das Hauptprogramm der Hundertjahrfeier der Caritas (von links): Die Talkrunde mit Josef Mederer, Bezirkstagspräsident Oberbayern, Eva-Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, Hermann Sollfrank, Diözesan-Caritasdirektor, Ursula Heller, Moderatorin, Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Doris Rauscher, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie des Bayerischen Landtags.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Der größte Wohlfahrtsverband Oberbayerns feierte am Sonntag, 25. September 2022, sein Jubiläum in Rosenheim. Zum 100. Geburtstag lud der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising rund 300 Gäste ein. Neben den Feierlichkeiten mit reichlich Prominenz wurden auch dringliche Themen des Verbands angesprochen.

Rosenheim - Schon um 10 Uhr morgens begann der Festakt des Caritasverbandes in Rosenheim, der sich über den ganzen Tag erstrecken sollte. Reinhard Kardinal Marx und Caritaspräses Augustinus Bauer hielten in der Pfarrkirche Christkönig einen Gottesdienst ab. Der christliche Auftakt im Rosenheimer Stadtzentrum stand dabei für jeden offen und wurde von rund 300 Besuchern angenommen.

Rund 300 Besucher kamen zum Gottesdienst in der Rosenheimer Pfarrkirche Christkönig anlässlich des Jubiläums der Caritas.

Anschließend hatten die geladenen Gäste nur wenige Meter zu gehen, um zum Kultur- und Kongress-Zentrum zu gelangen, in dem der offizielle Festakt mit einer Rede des Caritasdirektor Professor Dr. Hermann Sollfrank eröffnet wurde. „Die Zeit reicht leider nicht aus, um mich bei allen Mitarbeitern, egal ob ehrenamtlich oder angestellt, zu bedanken, verdient hätten sie es alle“, sagte der Direktor. Angesichts der des kürzlich erfolgten Cyberangriffs sei er nun froh, so viele Gäste zu dem feierlichen Anlass in Rosenheim begrüßen zu dürfen.

Im Anschluss wurde in zahlreichen Interviews auf aktuelle sozialpolitische Probleme eingegangen. Bayerns Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, nahm dabei besonders Bezug auf den Krieg in der Ukraine. „Die ersten Fragen der geflüchteten Familien sind die nach einer Unterkunft sowie der Möglichkeit Deutsch zu lernen und zu arbeiten.“ In dieser und anderen Notsituationen sei die Caritas ein wertvoller Helfer. „Es vergeht kein Tag, in der das Sozialministerium nicht in Kontakt mit der Caritas steht,“ meint Scharf.

Bayerns Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf spricht im Interview über die Zusammenarbeit mit der Caritas.

Auch der Rosenheimer Landrat Otto Lederer und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März betonten die wertvolle Zusammenarbeit. „Es gibt kein Rosenheim ohne die Caritas. Denn ich verstehe die Stadt als eine Art soziale Einrichtung, in der man sich hilft und unterstützt“, sagt März. Er sei daher besonders stolz, das 100-jährige Bestehen im Kultur und Kongress-Zentrum abzuhalten. „Wir freuen uns sehr, dass so ein großer Verband wie die Caritas im Landkreis Rosenheim so präsent ist“, betont auch Lederer mit Blick auf die zahlreichen sozialen Einrichtungen des Wohlfahrtverbandes.

Rosenheimer Landrat Otto Lederer (links) und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März sprechen über die Programme der Caritas im Landkreis.

Neben der frohen Stimmung, kamen jedoch auch ernste Themen wie Armutsbekämpfung, Inflation, rasant steigenden Energiepreisen oder Fachkräftemangel zur Sprache. Die Bühne für die aktuellen Brennpunkte der Caritas bot eine sozialpolitische Talkrunde. Auf dem aufgebauten Podium unterhielten sich Klaus Holetschek, Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Doris Rauscher, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie des Bayerischen Landtags, Josef Mederer, Bezirkstagspräsident Oberbayern, Eva-Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands sowie Diözesan-Caritasdirektor Sollfrank über die derzeit relevanten Probleme.

„Wir müssen aufpassen. Im gesamten Pflegebereich muss jetzt etwas passieren. Sonst fahren wir das ganze System an die Wand“ mahnt Holetschek. Mit Blick auf die steigenden Energiekosten fügt Rauscher hinzu, dass es wichtig sei, jetzt keinen Rückbau von Pflegeeinrichtungen zuzulassen. Vielmehr müsse man Unterstützung leisten, egal ob auf Landes- oder Bundesebene.

Mangel an bezahlbaren Wohnraum

Laut Mederer gibt es außerdem noch mehr Baustellen, auch in der Region, wie beispielsweise der Mangel von bezahlbarem Wohnraum. „Rund 70.000 Menschen brauchen jeden Tag Hilfe vom Regierungsbezirk Oberbayern und die Zahl steigt“, sagt er. Dabei sei es wichtig, die Hilfspakete so früh wie möglich bei den Menschen ankommenden zu lassen. „Die beschlossenen Hilfen, die erst kommendes Jahr ausgezahlt werden, kommen für viele Bürger zu spät“, betont Welskop-Deffaa.

„Wenn die Zusammenarbeit aber weiterhin so gut und auf Augenhöhe funktioniert wie bisher und keiner den anderen im Stich lässt, werden wir auch durch diese, sicher nicht einfach Zeit kommen“, meint Gesundheitsminister Holetschek abschließend.

Zusätzlich zum Bühnenprogramm gab es die Möglichkeit, durch Ausstellungen wie die der Fotokünstlerin Herlinde Koelbl zu wandern, sich über die Caritas und ihre Handlungsfelder informieren oder historische Fotos aus 100 Jahren Diözesan-Caritasverband anzuschauen. Außerdem sorgte ein neuer Assistenzroboter namens „Edan“, der Menschen mit Handicaps zu mehr Lebensqualität verhelfen soll, sowie Kabarettist Christian Springer mit seiner sozialpolitischen Vorstellung für das passende Rahmenprogramm. Alle, die den Feierlichkeiten nicht persönlich bewohnen konnten, hatten die Möglichkeit, die Veranstaltung über einen Livestream zu verfolgen. 

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