Bunker ein Denkmal

Zum Bericht "Ringen um jeden Baum" im Lokalteil:

Als Bürger aus dem Landkreis Rosenheim habe ich mich schon seit frühester Jugend immer wieder über die schönen Bäume am Südtiroler Platz gefreut. Eine solche Eingangssituation gefällt sicher auch anderen, die mit der Bahn ankommen. Wie schade wäre es für Rosenheim und seine Gäste, wenn dieser vielfältige und gesunde Baumbestand im besten Alter abgeholzt würde, bloß weil er manchen Stadträten und Planern nicht ins Konzept passt!

Was ist das für ein Grünplaner, der den Wert solcher Bäume nicht erkennt, sondern nur den Pflegeaufwand sieht? Daher hat der Bund Naturschutz (BN) eine Unterschriftenaktion zum Erhalt dieser Bäume begonnen.

Nicht nur beim Fällen wertvoller Bäume, sondern auch beim Plattmachen historischer Bausubstanz ist Rosenheim viel zu schnell. Warum kann man den standsicheren Bunker unter den Bämen nicht mit geringem Aufwand erhalten, oder noch besser, in einen begehbaren Zustand versetzen? Es gab bereits Stadtführungen, die mit der Besichtigung des Kugelbunkers und des ehemaligen Oberbahnamtes begannen. Mit diesen Denkmälern wird die Bedeutung Rosenheims als Verkehrsknotenpunkt bestens präsentiert.

Zugleich sollte der Bunker an die vielen Menschen erinnern, die während der Bombardierung Rosenheims auch in unmittelbarer Nähe ihr Leben verloren, er ist daher eine Gedenkstätte, die zum Frieden mahnt. Eine Gedenktafel aufzustellen, da billiger als die Bauwerkspflege, würde den Bombardierungsopfern am Bahnhof nicht gerecht. Der Erdhügel mit den Bäumen hat eine zweifache Bedeutung: Er ist eine Oase der Besinnung und birgt in sich ein geschichtliches Denkmal.

Hans Müller-Reinholz

Flintsbach

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