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Ates Gürpinar schafft es über die Landesliste

Ein Linker aus Rosenheim im Bundestag: Kante gegen AfD und Kampf für soziale Gerechtigkeit

Bundestagswahl 2021: Ates Gürpinar tritt für „Die Linke“ als Direktkandidat im Wahlkreis Rosenheim an.
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Als Direktkandidat der Linken im Wahlkreis Rosenheim landete Ates Gürpinar abgeschlagen mit 2,2 Prozent auf Platz 8. Über die Liste der bayerischen Linken kommt er dennoch in den Bundestag.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Ein Linken-Politiker aus dem konservativen Wahlkreis Rosenheim, der es in den Bundestag schafft? Ates Gürpinar hat das aufgrund seines Listenplatzes trotz schwachen Abschneidens der Linken geschafft. Und er will nun für soziale Gerechtigkeit und bessere Wahrnehmbarkeit in der Region sorgen.

Rosenheim – Filmklassiker sind für Ates Gürpinar (37) Hobby und Objekt der wissenschaftlichen Neugier. So untersuchte er in einem Aufsatz, ob sich beim Betrachten des Westernklassikers „Zwei glorreiche Halunken“ Erkenntnisse über Gut und Böse gewinnen lassen. Diese Italo-Western bieten offenbar auf unterhaltsame Weise politisches Rüstzeug. „Wenn man kritisieren möchte, wie Armut und Reichtum verteilt sind, findet man da gute Grundlagen“, sagt er.

Linke scheitert an 5-Prozent-Hürde und kommt doch in den Bundestag

Nun sitzt der Medien- und Theaterwissenschaftler, Vize-Vorsitzender der Linken in Rosenheim, im Bundestag. Als Linker und Abgeordneter aus dem traditionellen und konservativen Wahlkreis Rosenheim ist er eine Ausnahme. Darauf bildet er sich nichts ein. Sein Ergebnis und das der Linken sei ja nicht gut ausgefallen. Und daher müsse man es analysieren. „Das sind wir schon denen schuldig, die uns gewählt haben“, sagt er. Nur aufgrund der gewonnenen Direktmandate zog Die Linke ins Parlament ein.

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Der 37-Jährige will sich in klassischen linken Themenfeldern von Berlin aus für die Region Rosenheim engagieren. Er will sich Fragen der Pflege und Gesundheit, aber auch der Verkehrspolitik widmen. Gerade bei dem für Rosenheim so wichtigen Thema Brennernordzulauf gebe es „einiges zu tun“, sagt er: „In der jetzigen Planung ist das verkehrstechnisch und ökologisch ein Desaster.“

Gürpinar übt Kritik an 16 Jahren unionsgeführter Bundesregierung

Außerdem will er sich um soziale Gerechtigkeit kümmern. Nach 16 Jahren einer unionsgeführten Koalition sei die Schere zwischen Arm und Reich weiter aufgegangen. Der Kampf gegen den Klimawandel, aber auch um bezahlbare Mieten – „gerade in Rosenheim besonders wichtig“ – liegt ihm am Herzen.

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Bei Ergebnissen um zwei Prozent aber, das weiß Gürpinar, wird er sich nicht nur in Berlin ins Zeug legen müssen. „Wir müssen bei sozialen Fragen als Ansprechpartner wahrgenommen werden. Das haben wir zuletzt nicht geschafft.“ Zum Profil gehört auch die „klare Kante“ gegen AfD und Die Basis. An dieser Stelle klingt Gürpinar kompromisslos. Auch so ein Ding, das man sich bei Italo-Western abschauen kann.

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