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Das Internet und die Konkurrenz der "Großen" lassen keine andere Wahl

Bücher-Fuchs schließt Ende Februar

Kunden, Personal und Geschäftsführer sehen es mit Wehmut: Ab März gibt es Bücher-Fuchs nicht mehr. Foto  Lauinger
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Kunden, Personal und Geschäftsführer sehen es mit Wehmut: Ab März gibt es Bücher-Fuchs nicht mehr. Foto Lauinger

Die Kunden in Rosenheim müssen sich wieder von einem vertrauten Geschäft verabschieden. Bücher-Fuchs in der "kleinen Fußgängerzone" Münchener Straße schließt nach einmonatigem Schlussverkauf Ende Februar. So nimmt die Zahl der inhabergeführten Läden in der Innenstadt weiter ab.

Rosenheim - Vor 30 Jahren gründete Hausbesitzerin Eleonore Fuchs das Geschäft zusammen mit ihrem damaligen Mann Mathias Fuchs. Es fing winzig an, mit 38 Quadratmetern. Die Sensation war der Service, ein bestelltes Buch schon am nächsten Tag abholen zu können, was es so bis dahin nicht gab in Rosenheim.

Dann kamen schöne Zeiten mit rasch wachsender Stammkundschaft und einer Ausweitung des Geschäfts auf den ersten und zweiten Stock mit insgesamt 350 Quadratmetern. Die Kunden schätzten vor allem, dass sie kundige Ansprechpartner fanden und intensiv beraten wurden. Früher waren es einmal 16 Fachkräfte, jetzt sind es noch zehn.

Der Abschied fällt allen schwer. Doch Geschäftsleiter Franz Friedl und Eleonore Fuchs mussten in den letzten Jahren feststellen, dass die besondere Qualität der Beratung nicht mehr soviel zählt wie früher. Viele informieren sich im Internet - wo dann auch gleich bestellt wird. "Die Leute wollen auch nicht mehr in den ersten oder zweiten Stock steigen, zumindest nicht in einem Laden unserer Größe", stellt Friedl fest. Obwohl stets ein Vollsortiment geboten wurde - "und bis zum Schluss geboten wird", wie Fuchs betont - ist die mittlere Größe des Ladens zum Problem geworden: Nicht riesig wie die Konkurrenz und nicht so klein, dass man mit weniger Personal hätte arbeiten können und dem selbst gestellten Anspruch noch gerecht geworden wäre.

Friedl ist schon lange aufgefallen, dass Jugendliche kaum mehr in den Laden kommen. Jüngere Lehrer sehe er auch kaum mehr, früher selbstverständlicher Teil der Stammkundschaft. Wenn ein Lehrer den Schülern heute ein Buch empfiehlt, heiße es gleich dazu: "Das findet ihr im Internet."

Den letzten Anstoß zu der Entscheidung gaben aber die Konkurrenz durch den Weltbild-Verlag, der bei Karstadt schräg gegenüber die Buchabteilung übernommen hat, und die Kette Thalia, die sich vor rund eineinhalb Jahren nur 400 Meter weit weg in der Münchener Straße etabliert hat. Der Branchenriese kann mit Verlagen ganz andere Konditionen aushandeln als ein Unternehmen mittlerer Größe wie Fuchs. Das Konzept mit Café in der Buchhandlung komme ganz besonders bei jungen Leuten gut an, muss Fuchs eingestehen. Zudem rüsten Gemeinden im Umland in Sachen Buchhandel auf. Dort, ohne Konkurrenz vor der Nase, können sich kleinere Läden noch eher halten.

Mit weiterem Abbau von Personal wollte Bücher- Fuchs nicht reagieren, schließlich war man immer stolz auf die Kompetenz der Mannschaft. "Mit nicht ausgebildeten Aushilfen haben wir nie gearbeitet", betont Eleonore Fuchs.

Zudem ist der Blick in die Zukunft nicht rosig. E-Books, also elektronische Lesegeräte, haben sich zwar noch nicht richtig durchgesetzt. Aber sie werden ihre Kinderkrankheiten irgendwann überwinden. Schon gibt es Geräte mit einem komfortablen Display, die bequemes Lesen ermöglichen. Mit weiteren Verbesserungen ist zu rechnen. "Für die Jüngeren: Buchhandlung, das ist das, wo man mit dem ganzen Körper reingeht", meinte kürzlich ein Kabarettist, der die Sache auf den Punkt brachte.

Während in allen anderen Branchen inzwischen Sonderverkäufe und Rabatte zeitlich unbefristet möglich sind, gibt es wegen der Preisbindung im Buchhandel noch strenge Regeln. Rabatte sind nur begrenzte Zeit zulässig. Der Schlussverkauf mit stark reduzierten Preisen bei Bücher-Fuchs beginnt am Freitag, 29. Januar - ein Fest für Bücherfreunde auf Schnäppchenjagd - und gleichzeitig ein Einkauf, der weh tut, auf beiden Seiten des Ladentisches. Ende Februar wird für immer geschlossen. Für das Haus in bester Geschäftslage gibt es mehrere Mietinteressenten.

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