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Neuer Wohnraum bei Technischer Hochschule

Nach Hochhaus an Wittelsbacherstraße planen „Werndl & Partner“ nun „grüne Oase“ in Rosenheim

Freuen sich auf das Projekt: Florian Eisner (links) und Maximilian Werndl von „Werndl & Partner“ am Grundstück der Herderstraße.
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Freuen sich auf das Projekt: Florian Eisner (links) und Maximilian Werndl von „Werndl & Partner“ am Grundstück der Herderstraße.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim – In der Herderstraße wollen die Immobilienentwickler „Werndl & Partner“ mit den „Herdergärten“ neuen Wohnraum schaffen. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Maximilian Werndl über seine Pläne, die Besonderheiten und wie sich das Vorhaben zu dem geplanten Hochhaus in der Wittelsbacherstraße unterscheidet.

Woher kommt der Name Herdergärten?

Maximilian Werndl: „Das Grundstück der „Herdergärten“ liegt an der Herderstraße im nord-westlichen Teil der Stadt Rosenheim in der Nähe der Technischen Hochschule. Es ist eine der letzten verbliebenen grünen Oasen in der Stadt, wo man Obstbäume und Wiesen findet. So ein Grundstück pflastert man nicht einfach zu. Um das allen Projektbeteiligten klar zu machen, wurde der Projektname „Herdergärten“ geboren.“

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Was genau soll auf der Fläche entstehen?

Werndl: „Geplant sind drei Gebäude mit circa 95 Wohnungen. Diese Wohnungen sind überwiegend Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen.“

Und diese sollen alle vermietet werden?

Werndl: „Aktuell bahnt sich ein Vertriebsmodell an, das einen Teil als Mietwohnungen und einen Teil als Eigentumswohnungen anbieten soll. Aber das ist nicht endgültig beschlossen.

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Größe, Zuschnitt und Preis soll eine bunt gemischte Zielgruppe ansprechen. Teure und große Penthäuser sind mit effizienten und preiswerten Familienwohnungen, aber auch mit kleinen, günstigen Wohnungen unter einem Dach. Allesamt barrierefrei.“

Was steht bei dem Vorhaben im Vordergrund?

Werndl: „Wir nähern uns dem Projekt mit großem Respekt und Demut, denn unser Anspruch ist es, immer einen Ort, den wir entwickeln, in jeder Hinsicht aufzuwerten. Oftmals fallen diese raren innerstädtischen Grünflächen unter dem Deckmantel der „Innenverdichtung“ geschmacklosen Zweckbebauungen zum Opfer – ohne einen über den Flächengewinn hinausgehenden Mehrwert. Der Spinnerei-Hof in Kolbermoor hat aber bewiesen, dass es geht, und wir sind vollen Mutes, uns hier ein weiteres Mal zu verbessern.“

Das Thema Garten soll also weiterhin im Vordergrund stehen. Bei 95 neuen Wohnungen sicherlich keine einfache Aufgabe, oder?

Werndl: „Da kommen wir zu einer eher politischen und traditionellen Hürde: Gebäudehöhen. Aber die Rechnung ist einfach, denn wenn man ein wirtschaftliches Maß an Fläche auf einem Grundstück verteilen muss und nicht in die Höhe gehen darf, macht der Bau sich breit.

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Die allgemeine Angst vor „Gebäudeschluchten“ beschert vielerorts eine Beengung der erdgeschossigen Freiflächen. Wir sind aber überzeugt, dass die Einflüsse von Gebäudehöhen überbewertet und die Wichtigkeit der erdgeschossigen Freiflächen allgemein unterbewertet sind. Bei den „Herdergärten“ ist es dem Architekten und der Stadt Rosenheim gelungen, einen Konsens zu finden, der das ermöglicht.“

Ein Blick in die Zukunft: Die Visualisierung zeigt, wie das Grundstück an der Herderstraße in einigen Jahren aussehen könnte. Bei dem Bild handelt es sich um einen unfertigen Arbeitsstand.

Und der wäre?

Werndl : „Drei ästhetische Türme spannen großzügige Freiflächen auf, wo spielerisch angelegte Pfade durch Obstgehölze und wilde Wiesen zu Spielplätzen und Hauszugängen führen, als ob sie einfach entstanden wären – mitten in der Stadt.“

Wann kann mit einer Fertigstellung gerechnet werden?

Werndl: „Voraussichtlich können die „Herdergärten“ in Rosenheim 2024 bezogen werden.“

Zeitgleich planen Sie ein Vorhaben in der Wittelsbacherstraße. Wie unterscheiden sich die beiden Projekte?

Werndl: „Die „Herdergärten“ sind ein reines Wohnprojekt. „Das Wittelsbacher“ wird sehr gemischte Nutzungen aufnehmen und spielt mit anderen Herausforderungen. Während das Grundstück in der Herderstraße eine schöne Wiese ist, die uns viel abverlangt um es noch besser zu machen, können wir am Grundstück in der Wittelsbacherstraße diesbezüglich aus dem Vollen schöpfen. Die Bestandsbauten und der Parkplatz machen eine Aufwertung leicht. Allerdings lauern hier andere Schwierigkeiten.

Die Umgebungsbauten des Landratsamts und der Christkönig Kirche suchen hier ein passendes, städtebauliches Widerlager und die großen Bestandstürme im Süden eine adäquate Ergänzung. Und das alles auf einer bestehenden Tiefgarage der 60er Jahre. Zudem erwarten wir uns hier eine ganz andere Erlebbarkeit der Freiflächen, weshalb wir nicht nur Durchwegungen und Innenhöfe, sondern auch öffentlich zugängliche Dachflächen konzipieren.

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Wie man sieht, unterscheiden sich die Projekte sehr stark voneinander. Das zeigt wieder einmal auf, dass es keine Schablone für städtebauliche Entwicklung gibt. Es gibt nicht „das eine Richtige“. Jedes Projekt beginnen wir immer von Null und denken es komplett neu.

Denn die Umgebungen und die Voraussetzungen sind nie gleich. Ebenso wie seine künftigen Nutzer. Aber für alle streben wir das Perfekte an, um das Bestmögliche zu erreichen.“

Was reizt Sie an Rosenheim?

Werndl: Rosenheim ist meine Heimat. Der Landkreis gehört zu den schönsten Orten der Welt, und das soll er auch bleiben. Wir als Werndl & Partner haben der wuchernden Mittelmäßigkeit den Kampf angesagt. Es ist mir eine Ehre diesen Ort im Rahmen meiner Möglichkeiten davor zu schützen und Teil einer guten Veränderung zu sein.

Seit der Burgermühle und der Kunstmühle in 2003 war die Familie Werndl mit keinem Projekt im Stadtgebiet mehr tätig. Und nun kommen wir mit den „Herdergärten“ und „Das Wittelsbacher“ mit gleich zwei Vorhaben in die Stadt zurück. Wir freuen uns darauf.

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