Bowling in Rosenheim: Nach dem Lockdown rollt die Kugel – ein bisschen

Betrieb unter schwierigen Umständen: Jörg Achhammer darf zwar sein „In(n)-Bowling“ in Rosenheim eröffnen. Allerdings nur sechs der zwölf Bahnen.
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Betrieb unter schwierigen Umständen: Jörg Achhammer darf zwar sein „In(n)-Bowling“ in Rosenheim eröffnen. Allerdings nur sechs der zwölf Bahnen.

Ab Montag, 8. Juni, sind die Bowlingbahnen des „In(n)-Bowling“ in Rosenheim nach achtwöchiger Zwangspause wieder geöffnet.

Rosenheim – Doch die Corona-Auflagen und das erforderliche Hygienekonzept schränken den Betrieb immens ein. Inhaber Jörg Achhammer sieht den kommenden Monaten mit bangem Blick entgegen.

Nur wenige Bahnen offen

Mit dem Hygienekonzept, das er entworfen hat, kann Achhammer nur ein Minimum an Gästen in sein Center lassen. Von der rund 1000 Quadratmeter großen Fläche darf er nur 500 Quadratmeter nutzen. Gerade einmal die Hälfte also. Und das schlägt sich drastisch auf die Zahl der erlaubten Gäste nieder: Wo sonst bis zu 150 Menschen bowlen, sind nun lediglich 25 Spielende auf der verkleinerten Fläche erlaubt. Auch sechs der zwölf Bowlingbahnen müssen geschlossen bleiben. Nur jede zweite Bowlingbahn darf mit Bowlern aus insgesamt zwei Haushalten belegt werden. Dazu kommt: Die Wiederöffnung fällt genau in die Sommermonate – eine Zeit, in der in Bowling-Centern auch ohne Corona-Krise in der Regel weniger los ist. Und selbst der Spaßfaktor klemmt: Denn „groß Partymachen“ ist nicht erlaubt. „Der sportliche Gedanke muss im Vordergrund stehen, nicht so sehr der Spaß“, sagt Achhammer.

Das Freizeitbowling sieht auch Raimund Hessling in der Misere. Er ist der Vorsitzende des Verbandes „Bayerische Bowling Union“. „Das Freizeitbowlen hat vor Corona geboomt“, sagt Hessling. „Da hatten wir die Hoffnung, dass es nach den Lockerungen genauso weitergeht.“ Das sei jedoch ein Trugschluss gewesen. Erfahrungswerte aus anderen Bundesländern, in denen Bowlingcenter bereits wieder offen haben, zeigen, laut Hessling, ernüchternde Zahlen: Die Gäste bleiben aus. Er hofft nun umso mehr auf die Solidarität der Sportbowler, wünscht sich, dass diese während der Sommermonate in den Anlagen trainieren und deren Inhaber auf diese Weise unterstützen.

Anstatt den Bowlingbetrieb zu überwachen, musste Achhammer in den vergangenen Wochen das „In(n)-Bowling“ coronafest machen. Sprich: Spuck- und Niesschutz montieren, Desinfektionsmittelspender aufstellen und Abstandsmarkierungen am Fußboden anbringen. Den Gästen stellt er zudem vor der Benutzung der Bowlingbälle Einmalhandschuhe und Sprühflaschen mit Desinfektionsmittel zur Verfügung.

Große Hoffnungen hatte Achhammer auf die Wiedereröffnung der Innengastronomie am 25. Mai gesetzt. Denn im Bowlingcenter gibt es auch einen Gastrobereich, in dem sich Gäste mit Burgern, Pizza oder Nachos stärken können. „Deshalb dachte ich, dass ich den Laden öffnen darf“, sagt Achhammer. „Wie die Restaurants auch.“ Er ist der Meinung, die Corona-Auflagen mindestens genauso gut wie die Lokale einhalten zu können. „Denn bei uns reservieren die Leute immer, bevor sie kommen“, sagt er. Genügend Abstand zwischen den Bahnen gebe es auch. Das Rosenheimer Ordnungsamt erteilte ihm jedoch eine Absage. Den Gastronomiebereich hätte er öffnen dürfen, sagt Achhammer, nicht aber die Bowlingbahnen. „Das lohnt sich natürlich überhaupt nicht.“

Durchhaltenbis in den Herbst

Bis spätestens Oktober müsse der Betrieb wieder normal laufen und möglich sein, Aktionen wie Disco-Bowling oder Geburtstagsfeiern anzubieten. „Sollte das derzeitige Konzept mit seinen Einschränkungen bis Herbst bestehen bleiben, weiß ich nicht, was ich machen soll“, sagt Achhammer.

Wie groß der Verlust ist, der in der Corona-Krise entstanden ist, kann er nicht einschätzen. Soforthilfe in Höhe von 30 000 Euro habe er erhalten, musste seine Mitarbeiter jedoch ohne Ausnahmen in Kurzarbeit schicken. Für die Zeit, in der das Bowlingcenter geschlossen war, hofft er auf Schadensersatz „in irgendeiner Form“. Derzeit überlegt er, ob er ihn auf juristischem Weg einklagen kann.

Verbandwill helfen

Auch die „Bayerische Bowling Union“ überlegt, wie geholfen werden kann. „Wir wollen als Verband Anreize schaffen“, sagt der Vorsitzende Hessling. Der Plan sei, alle Sportler, die Mitglieder im Verband sind, zu unterstützen. Außerdem wolle man eventuell ein Turnier organisieren, bei dem Bowler aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen, um so gleichzeitig die Anlage, auf der sie spielen, zu unterstützen.

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