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Neues medizinisches Zentrum

Bilanz zum Medical Cube in Rosenheim: „Wir sind alle insgesamt sehr zufrieden“

Auch nachts noch hell erleuchtet: der Medical Cube in Rosenheim. Schlecker
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Auch nachts noch hell erleuchtet: der Medical Cube in Rosenheim.
  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Seit Anfang des Jahres ist der Medical Cube in Betrieb. Coronabedingt musste die Einweihung des medizinischen Zentrums verschoben werden, doch auch der neuen Termin platze ob der derzeitigen Inzidenzen in der Region Rosenheim. Auch ohne Segen von sind die neuen Mieter offenbar zufrieden.

Rosenheim – Ende Oktober sollte sie endlich stattfinden: die offizielle Einweihung des Medical Cubes am Rosenheimer Bahnhof. Doch mit Blick auf die steigenden Inzidenzen wurde hieraus nichts. Mit dem dem Investor Dr. Ulrich Longerich und dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt und Mieter, Dr. Klaus Stelter, sprachen die OVB-Heimatzeitungen darüber, wie sich das Projekt inzwischen entwickelt hat.

Eigentlich hatten Sie jüngst die offizielle Eröffnung des Medical Cubes geplant, die nun coronabedingt erneut verschoben werden muss. Wie groß ist die Enttäuschung?

Dr. Klaus Stelter: Bei den momentanen Zahlen ist eine solche Feier schier unmöglich. Im Sommer hätte es vielleicht funktioniert. Aber in dieser Zeit ist es natürlich auch schwierig, einen Termin zu finden. Oft ist kein Mensch da. Die Termine, die wir ausgesucht hatten, waren schon gut gelegt. Aber mit Blick auf die steigenden Inzidenzen: Gut, dass wir es nicht gemacht haben.

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Dr. Ulrich Longerich: Es ist ja nun schon das zweite Mal, dass wir die Veranstaltung verschieben mussten. Müssten wir den Termin ein drittes Mal verschrieben, wird‘s lächerlich.

Dr. Ulrich Longerich.

Stelter: Aber vor Februar werden die Zahlen nicht besser, da bin ich mir sicher. Wenn überhaupt können wir eine Eröffnung im Frühjahr machen, vielleicht als Empfang. Aber Herr Longerich wollte eine Einweihung mit priesterlichem Beistand.

Longerich: Allein aus christlichem Glauben ist mir die Einweihung sehr wichtig. Wir überlegen gerade, ob wir die Einweihung in kleinem Kreis vorziehen und die große Feier später machen. Aber wir warten jetzt noch mal bis Februar.

Jenseits der verschobenen Einweihungsfeier: Wie zufrieden sind Sie mit dem Betrieb seit Eröffnung des Medical Cubes?

Stelter: Wir sind alle insgesamt sehr zufrieden. Die Räume sind nagelneu, es riecht alles gut und nicht nach Arztpraxis. Es ist hell, wir haben von überall einen tollen Ausblick, die Arbeitsatmosphäre ist super. Das sind alles Dinge, die eine Rolle spielen. Was auch wichtig ist, dass die einzelnen Disziplinen untereinander in regem Austausch stehen. Viele Gespräche drehen sich inzwischen um die Belange der Patienten. Deswegen sind wir ja in ein großes Ärztehaus gezogen, weil wir immer interdisziplinär zusammenarbeiten wollten. Eine Fläche ist noch frei, aber ansonsten sind wir mit den vertretenen Disziplinen absolut zufrieden.

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Welche Fachärzte stehen denn noch aus?

Longerich: Wir hätten gerne noch einen Internisten. Wir haben jetzt die Pneumologen als Internisten, aber Gastroenterologie, Diabetologie, Rheumatologie und Endokrinologie wären noch Disziplinen, die ganz gut zu unserem Haus passen würden.

Stelter: Endokrinologie würde gerade zu mir gut passen, Stichwort: Schilddrüsenerkrankungen. Hierfür haben wir einen Schwerpunkt, auch mit einer Nuklearmedizin und großer Radiologie im Haus. Wenn‘s gut läuft, geht der Patient hier raus und hat an einem Tag insgesamt schon drei Ärzte gesehen.

Longerich: Das ist auch jene Vision, die wir am Anfang hatten: dass wir eine Art medizinischen Campus bilden und automatisch interdisziplär arbeiten. In räumlich getrennten Einzelpraxen wird dies in dieser Form nicht stattfinden. Was uns auch wichtig war: ein ambulanter OP, der von vielen Ärzten genutzt werden kann. Nicht nur von den Ärzten im Medical Cube, sondern auch von den niedergelassenen Kollegen im Umkreis.

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Hört man denn, dass Ihre niedergelassenen Kollegen den Medical Cube als Konkurrenz auffassen?

Longerich: Überhaupt nicht. Rosenheims Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl hat ja seinerzeit eine Studie in Auftrag gegeben, wo Ärzte in Rosenheim angesiedelt sind. Dabei stellte sich heraus, dass ein Großteil der Ärzte seine Praxen in Rosenheims Innenstadt betreibt. Das bedeutet: Durch unser Ärztehaus hat es gar keine Verwerfungen gegeben. Ganz im Gegenteil. Dadurch, dass viele Kollegen in unser Haus gekommen sind, gibt es neue freie Flächen in der Innenstadt, die vielleicht auch als Wohnung genutzt werden können.

Dr. Klaus Stelter

Stelter: Meine Praxis war beispielsweise nur 200 Meter von hier entfernt. Ich habe ich einfach nur vergrößert. Die Einzigen, die wirklich neu nach Rosenheim gekommen sind, sind die Radiologen. Alle anderen haben schon vorher in Rosenheim praktiziert und sind nun einfach zusammengezogen.

Longerich: Die Medizin wird sich dahingehend ändern, dass die Disziplinen enger zusammenarbeiten. Wir werden garantiert künftig noch mehr als Teamplayer aktiv.

Stelter: Die Zukunft wird sein, dass mehr Disziplinen mehr und enger miteinander zusammenarbeiten. Das wird auch die Herausforderungen in den kommenden Jahren: Wir brauchen zum Beispiel eine gemeinsame Softwareplattform und eine gemeinsame digitale Patientenakte. Auch, um zum Beispiel Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Auch ein Fitnessanbieter ist in Ihr Ärztehaus gezogen, einer der günstigeren Anbieter in diesem Segment. Hat man sich bewusst für diesen entschieden?

Longerich: Es hat ganz klar herauskristallisiert, dass wir einen professionellen Fitnessbetreiber haben wollen, der auch im Sinn der Ärzteschaft die Patienten motiviert, Sport zu machen. Das ist dann auch eine Frage des Preises. Uns war wichtig, einen Fitnessbetreiber zu haben, den auch alle Patienten nutzen können. Und wenn die Beiträge preiswert und die Qualität trotzdem stimmt, sind, gehen die Leute eher dort hin.

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Stelter: Ich mag auch den Umstand, dass man dort 24 Stunden trainieren kann. Dadurch ist hier auch immer ein wenig Action. Schließlich haben wir auch Nachtdienste, die wir hier ab und zu anbieten müssen. Denn die meisten Disziplinen sind auch für den Ärztlichen Notdienst im Einsatz. Das bedeutet für mich: Ich habe mehrere Wochen im Jahr für eine Woche Nachtdienst und muss eben auch zu später Stunde noch in meine Räume kommen. Dann ist es schön, wenn noch Beleuchtung zu sehen ist und man auch ins Parkhaus reinfahren kann.

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