Odyssee am Telefon

Beschwerlicher Weg zum Impftermin: Wie ein Rosenheimer in Nordrhein-Westfalen gelandet ist

Willi Schmid aus Rosenheim wollte sich telefonisch einen Impftermin in Rosenheim geben lassen und ist in Nordrhein-Westfalen gelandet.
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Willi Schmid aus Rosenheim wollte sich telefonisch einen Impftermin in Rosenheim geben lassen und ist in Nordrhein-Westfalen gelandet.
  • vonJens Kirschner
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Eigentlich wollte sich der Rosenheimer Willi Schmid nur einen Impftermin geben lassen. Geklappt hat das nicht. Und dafür gibt es nicht nur einen Grund.

von Jens Kirschner

Rosenheim –  Der Rosenheimer Willi Schmid hat am Dienstag versucht, einen Impftermin gegen Covid-19 für sich und seine Frau zu ergattern. Er versuchte es über die Hotline des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) 116117 – ohne Erfolg wie der 81-Jährige im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen berichtet. Ihn ärgert nicht nur das für ihn offenbar recht undurchschaubare Vermittlungssystem; auch der Umstand, dass er am Schluss bei einem Hotline-Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen rauskam, findet der Senior eher mäßig – gelinde gesagt.

Probleme mit der Hotline

Schmid ist mit seinem gescheiterten Versuch, einen Impftermin zu bekommen, offenbar nicht der einzige, der am Dienstag so seine Probleme mit der Hotline des ÄBD hatte. Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, war die Nummer am Dienstag  generell überlastet, Schmid hatte insofern noch Glück, als dass er überhaupt jemanden bekommen hat. Wenngleich: Die Person am anderen Ende der Leitung in Nordrhein-Westfalen habe dem Rentner und seiner Frau verständlicherweise am Ende auch nicht helfen können.

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Doch dieser Umstand brachte den Rosenheimer, ebenso verständlich, auch nicht weiter, wie er einigermaßen frustriert berichtet und sich deswegen in dieser Sache an die OVB-Heimatzeitungen gewandt hat. Seinen Frust über die Aktion kann der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, Axel Heise, durchaus nachvollziehen. Das Grundproblem, wie er auf Anfrage erläutert, sei, dass die Terminvergabe über die ÄBD-Hotline eigentlich nur ein zusätzlicher Service sein soll.

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Denn eigentlich sollen die Disponenten helfen, wenn Beschwerden zur Unzeit auftreten, also dann, wenn der Hausarzt geschlossen hat. Außer bei Notfällen – wohlgemerkt. Hier ist im Zweifel immer der Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst unter 112 zuständig.

Impftermin direkt beim jeweiligen Zentrum

Der Langen Rede kurzer Sinn: ÄBD-Sprecher Heise bittet grundsätzlich darum, einen Impftermin direkt bei den jeweiligen Zentren zu vereinbaren. In Rosenheim soll dies künftig nicht nur telefonisch möglich sein, auch im Internet will der Kreis eine elektronische Möglichkeit anbieten, um Termine zu vereinbaren.

Noch nicht genügend Impfstoff vorhanden

Doch selbst wenn diese Option schon bestünde, hilft sie derzeit reichlich wenig. Noch haben den Kreis Rosenheim kaum Impfdosen erreicht. Und auch wenn das Impfzentrum auf der Loretowiese theoretisch von jetzt auf gleich in Betrieb gehen könnte: Ohne Wirkstoff braucht auch kein Hausmeister aufzusperren.

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