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Streit um den Vorsitz der Kreisvereinigung Rosenheim

Bei den Freien Wählern rumort‘s: Mary Fischer scheitert bei Kampfabstimmung gegen Sepp Hofer

Da war die Welt bei den Freien Wählern im Landkreis Rosenheim noch in Ordnung: Mary Fischer (Vierte von rechts) und Sepp Hofer (mit Plakat) mit einem Teil der Kandidaten, die sich für die Partei bei der Kommunalwahl im Jahr 2020 um ein Kreistagsmandat bewarben.
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Da war die Welt bei den Freien Wählern im Landkreis Rosenheim noch in Ordnung: Mary Fischer (Vierte von rechts) und Sepp Hofer (mit Plakat) mit einem Teil der Kandidaten, die sich für die Partei bei der Kommunalwahl im Jahr 2020 um ein Kreistagsmandat bewarben.
  • Norbert Kotter
    VonNorbert Kotter
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Kampfabstimmung bei der Kreisvereinigung der Freien Wähler (FW)! Landesvorstandsmitglied Mary Fischer aus Rimsting wollte Amtsinhaber Sepp Hofer aus Halfing von der Spitze dieses Gremiums verdrängen, scheiterte aber mit dem Vorstoß.

Rosenheim – „Manche Menschen gehen besondere Wege, die sich nicht ergründen lassen.“ So kommentiert Sepp Hofer Fischers Handeln, nachdem das Ringen um die Vorherrschaft auf Kreisebene publik wurde, dem die Partei in ihrer offiziellen Pressemitteilung über die Neuwahl des Vorstandes keinerlei Beachtung geschenkt hatte.

An die Öffentlichkeit drangen die Vorgänge über gut informierte Kreise dennoch. Und die rätseln zum Teil ein wenig, warum Fischer jetzt ausgerechnet in Konkurrenz zu einem Parteifreund tritt, der bislang als einer ihrer großen Förderer galt.

Streit um Mittelverwendung

Bei der Frage nach den Gründen für ihre Kandidatur wirft Fischer Hofer vor, die Kreisvereinigung Rosenheim Land der Freien Wähler „auf seine eigene Art“ zu führen. Will heißen: Die Parteisatzung hat für ihn nicht die Bedeutung, wie das die Beisitzerin im Landesvorstand der Partei für zwingend erforderlich erachtet. Sie hält Hofer beispielsweise vor, dass er bei der jüngsten Kreisversammlung Beisitzer für den Vorstand wählen ließ, obwohl dies in der Satzung nicht vorgesehen sei. „Da hilft es auch nichts, sie beratende Beisitzer zu nennen“, schreibt Fischer in einer Pressemitteilung.

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Bei der Kritik an Hofer schweift ihr Blick auch zurück zur Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Hofer habe sich beispielsweise zwei Inserate für seine Landratskandidatur aus der Parteikasse bezahlen lassen, obwohl dies unüblich sei. „Freie Wähler zahlen ihren Wahlkampf selbst. Das ist ein klarer Verstoß gegen dieses Prinzip“, sagt sie.

Fischer beantragt, Wahl zu prüfen

Und auch mit der Tatsache, dass die Freien Wähler für die Stichwahl eine Wahlempfehlung zugunsten des CSU-Kandidaten Otto Lederer abgegeben haben, ist sie nicht einverstanden. „Dazu hätte es eines Beschlusses bedurft. Den gibt es nicht. Solche Eigenmächtigkeiten müssen aufhören. Wir müssen satzungskonform arbeiten“, fordert Fischer. Wenn die Freien Wähler „qualitativ hochwertige Arbeit“ leisten wollten, müssten die Strukturen stimmen.

Fischer hat jetzt die Prüfung der jüngsten Wahl beim Bezirksvorstand beantragt. „Es wird sich heilen lassen“, glaubt sie, verweist aber zugleich vielsagend darauf, dass noch eine Delegiertenversammlung ausstehe, bei der die Entlastung und die Neuwahl des Vorstandes des Kreisverbandes Rosenheim Land anstehe. Auch an der Spitze dieses Gremiums steht Hofer. „Manchmal muss man die Fenster weit öffnen und wieder frische Luft reinlassen“, legt sie nach.

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Der wiedergewählte Chef der Kreisvereinigung geht mit der Kritik gelassen um und sieht Mary Fischer „auf der ganzen Linie gescheitert“. So habe sie ihn nicht nur nicht stürzen können, sie sei auch mit dem Vorstoß gescheitert, neben der wiedergewählten Amtsinhaberin Barbara Stein zwei weitere Stellvertreter zu bestimmen. „Sie wurde ja nicht einmal als Delegierte gewählt“, so Hofer.

Lausch: „Sturm im Wasserglas“

Er wirft Fischer vor, ihr gehe es nur darum, ihm und seinem Gefolge zu schaden. Was die Wahlempfehlung für Otto Lederer betrifft, verneint er einen Alleingang. Die habe er mit den frischgewählten Kreisräten abgestimmt. „Frau Fischer meint vielleicht, ich hätte sie dazu befragen müssen. Sie hat aber kein Stimmrecht“, sagt Hofer.

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Er weist auch den Vorwurf zurück, Gelder der Partei unberechtigterweise für seinen Wahlkampf ausgegeben zu haben. „Bei den Inseraten ging es um die Stellung der Freien Wähler insgesamt. Sepp Hofer hat sich für seinen Wahlkampf nicht eine Briefmarke bezahlen lassen.“ Außerdem werde die Kasse der Kreisvereinigung vom Landesverband geprüft, da habe es keine Beanstandung gegeben. Was die Kritik an der Wahl der Beisitzer betrifft, hat Hofer ebenfalls eine klare Meinung. „Wir können so viele Beisitzer wählen, wie wir wollen. Die haben ja kein Stimmrecht.“

„Sturm im Wasserglas“

Sepp Lausch, Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag, spricht von „einem „Sturm im Wasserglas“ und wirft Mary Fischer vor, „nicht haltbare Vorwürfe zu erheben“. Es sei ja kein Geld aus der Parteikasse verschwunden, die auch vom Landesverband geprüft worden sei. „Wofür sollen wir denn das Geld sonst ausgeben wenn nicht für den Wahlkampf?“, fragt sich Lausch. Auch Kreisrat Josef Baumann stützt seinen Fraktionssprecher in dieser Auffassung. Alles sei ordnungsgemäß abgelaufen. „Frau Fischer wollte das Amt von Hofer haben und vorher Stimmung machen. Das ist taktisch ungeschickt“, meint Lausch. In der Kreistagsfraktion arbeite die Hofer-Kritikerin jedoch gut mit. Deshalb wolle er sich um Befriedung und Ausgleich bemühen.

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Christine Degenhart, die in der Stadt Rosenheim an der Spitze der Freien Wähler steht und seit Jahren als parteiinterne Rivalin von Sepp Hofer gilt, will sich zu den Vorgängen nicht äußern. Sie wartet mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl jedoch mit einem leidenschaftlichen Appell an ihre Parteifreunde auf. „Wir haben die Verpflichtung, einen guten Wahlkampf zu machen, auch für unseren Bundestagsdirektkandidaten Gerhard Schloots.“ Dieser Verpflichtung kämen die Freien Wähler in der Stadt Rosenheim jedenfalls gerne nach.

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