Behörden-Satellit in Bad Aibling: Geeignetes Objekt noch im Herbst?

Das Gebäude, in dem früher das Amtsgericht beheimatet war, wurde von der Immobiliengesellschaft des Freistaats als nicht geeignet eingestuft.
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Das Gebäude, in dem früher das Amtsgericht beheimatet war, wurde von der Immobiliengesellschaft des Freistaats als nicht geeignet eingestuft.
  • Norbert Kotter
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Im Oktober 2018 hat die Bayerische Staatsregierung die Errichtung von fünf Behördensatelliten im Freistaat beschlossen. Ein Standort ist Bad Aibling. Die Immobiliengesellschaft des Freistaats (IMBY) hofft, noch im Herbst ein geeignetes Objekt anmieten zu können.

Bad Aibling – Bürgermeister Stephan Schlier spricht von „einem Zeichen für die Stadt“. Ein solcher Satellit bringe nicht nur Erleichterung für Arbeitnehmer aus der Region, die sich beispielsweise künftig die Fahrt zum Arbeitsplatz nach München sparen, sagt Schlier. „Als Standort einer solchen Einrichtung ausgewählt worden zu sein, tut unserem Images gut“, so der Rathauschef.

Bisher keine Anfrage

Er steht voll hinter dem Projekt und bietet dem Freistaat Hilfe bei der Standortsuche an. Schlier hat den Geschäftsleitenden Beamten der Stadt, Jürgen Stadler, beauftragt, bei Bedarf der IMBY zur Seite zu stehen. Bisher sei allerdings keine Anfrage eingegangen.

IMBY-Geschäftsführer Dieter Knauer teilte auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit, dass in Bad Aibling keine „geeigneten staatseigenen Objekte“ für diesen Zweck zur Verfügung stünden. Auch das ehemalige Amtsgerichtsgebäude, das viele Kommunalpolitiker nach Bekanntwerden der Satelliten-Pläne als Standort sahen, eigne sich nicht. Gesucht würden„moderne, repräsentative und barrierefreie Büroräume“. Die IMBY geht von einer Gesamtfläche zwischen 300 und 350 Quadratmetern aus, die Platz für circa 20 Arbeitsplätze bieten.

Die Verhandlungen um ein geeignetes gebäude laufen

Da der Staat über keine geeignete Liegenschaft in der Stadt verfüge, habe man im Herbst 2019 ein Mietgesuch auf den Weg gebracht. Laut Knauer gab es nur wenige Angebote. Ein Objekt habe sich als geeignet für diesen Zweck erwiesen, die Verhandlungen über den Abschluss eines Mietvertrages liefen. Knauer ist zuversichtlich, diesen noch heuer unter Dach und Fach zu bringen.

Details zu dem Objekt nannte er unter Hinweis auf die laufenden Verhandlungen nicht. Sollten die Gespräche wider Erwarten scheitern, werde die IMBY das Angebot des Bürgermeisters annehmen und die Stadt um Unterstützung bitten.

Stöttner begrüßt Ansiedlung

Dass Bad Aibling als einer der fünf Satelliten-Standorte ausgewählt wurde, ist auch auf den Einsatz von Landrat Otto Lederer zurückzuführen – damals noch in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter für den Stimmkreis Rosenheim West. Als 2018 die Überlegungen der Staatsregierung konkret wurden, weitere Behördenarbeitsplätze von München in den ländlichen Raum zu verlagern, war er einer der Ersten, der in der Staatskanzlei vorstellig wurde und darum bat, den Raum Rosenheim bei der Standortwahl zu berücksichtigen.

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Die geplante Ansiedlung in Bad Aibling begrüßt auch der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner ausdrücklich, der in dieser Angelegenheit erst kürzlich wieder nachhakte. „Es ist grundsätzlich richtig, wenn der Staat die Arbeitsplätze im Bereich der Verwaltung nicht nur auf die großen Städte konzentriert.“ Eine Sichtweise des Bad Aiblinger Bürgermeisters, hinter der auch Stöttner ohne Wenn und Aber steht.

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