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Motto „gemeinsam stark“

„Begeisterung - Gemeinschaft - Inklusion“ - Rosenheimer Teams bei Special Olympics

Mit echtem Olympischem Geist dabei: Die Rosenheimer Basketball-Teams mit Trainer Joachim Strubel
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Mit echtem Olympischem Geist dabei: Die Rosenheimer Basketball-Teams mit Trainer Joachim Strubel 

Über 1000 Athleten mit geistiger Behinderung traten in insgesamt 16 Disziplinen wie Leichtathletik, Tennis, Schwimmen oder Golf bei den Special Olympics gegeneinander an. Rosenheim war dieses Jahr beim Basketball und beim Boccia vertreten.

von Lea Robens

Rosenheim – Ludwig bekommt den Pass von seiner Mitspielerin, dribbelt, wirft - Wieder ein Ball im Korb. Für die Basketballer der Abteilung Handicap Integrativ des SB/DJK Rosenheim ein besonderer Moment. Schon seit Monaten trainiert die Basketball-Mannschaft von Joachim Strubel für dieses Turnier. Die Vorfreude auf die Landesspiele in Regensburg begleitet die Athleten ständig, spornt sie an, motiviert sie. Auch Joachim Strubel plant die Vorbereitung auf diese besonderen Spiele seit Jahresbeginn.

Dublin, Athen und nun Regensburg

Er selbst ist fast seit der Gründung des Vereines Handicap Integrativ 1994 mit dabei, plante 1997 das erste, eigene Herbstturnier, lud Mannschaften aus ganz Deutschland ein.

Bei Special Olympics nahm die Basketball-Mannschaft im Jahr 2000 an ihren ersten Sommerspielen in Berlin teil, 2004 führte sie ihr Weg nach Hamburg, 2006 nach Berlin und die darauffolgenden Jahre weiter durch ganz Deutschland. Doch die Mannschaft will noch mehr: Neben den deutschlandweiten Bundesspielen nehmen sie alle 4 Jahre im Wechsel an den Spielen der Landesverbände teil und waren hier bereits in vielen bayerischen Städten zu Gast. Besonderes Highlight: Die Special Olympics Weltspiele. Hierfür reisten die Rosenheimer Basketballer bereits nach Dublin und Athen, das Wintersportteam Floorball war 2007 in Shanghai und 2013 in Korea zu Gast.

Obwohl Joachim Strubel die Athleten bereits auf so viele Spiele begleitet hat, ist es jedes Mal etwas Besonderes für ihn. „Es ist so schön, mit dem Team unterwegs zu sein, neue Erfahrungen zu machen und die pure Freude zu erleben. Es ist immer wieder etwas Neues, auch wenn ich es inzwischen schon fast 25 Jahre mache“.

Entstanden sind die Special Olympics bereits 1968 durch eine Initiative von Eunice Shriver Kennedy. Ihre Schwester hatte eine geistige Behinderung und Eunice erkannte den Wert von Sport und Bewegung für ihre Entwicklung und den integrativen Charakter von Sport. So wurde aus einem Sportfest im eigenen Garten eine Bewegung mit inzwischen über 5,5 Millionen Athleten weltweit, erzählt Sebastian Stuhlinger. In Deutschland existiert der Verband seit 1991 und beschäftigt inzwischen Hunderte Angestellte mit einzelnen Landesverbänden.

Auch wenn es um mehr als Gewinnen geht, wird um jeden Ball gekämpft.

Fairness und Gemeinschaft

Was an den Spielen, die unter dem Motto „Gemeinsam stark“ ausgetragen werden besonders ist, ist die Philosophie, die hinter Special Olympics steckt. Es geht nicht nur ums Gewinnen, sondern vor allem um Teamgeist, Zusammenhalt, Spaß am Sport und Lebensfreude. Das merkt man nicht nur an der mitreißenden Stimmung in den Stadien, sondern vor allem bei den Teilnehmern selbst. Alle spornen sich gegenseitig an, freuen sich für andere, geben alles, was sie haben. Das besagt auch der Eid von Special Olympics – ein Motto, nach dem alle Sportler an den Start gehen: „Ich will gewinnen. Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben“.

Auch beim Boccia erfolgreich: Svenja Klauß gewann die Silbermedaille im Einzel.

Sebastian Stuhlinger ist Projektleiter der Landesspiele bei Special Olympics in Regensburg. Auch er betont die Einzigartigkeit dieser Spiele: „Das Besondere bei Special Olympics sind unsere Athleten. Ihre Freude, ihr Mut und ihr Wille sind bewundernswert und inspirierend. Sportlicher Ehrgeiz ist zwar vorhanden, Fairness und Gemeinschaft sind aber wichtiger und bei jedem Wettbewerb präsent“. Mit welchen Worten er Special Olympics beschreiben würde? „Begeisterung – Gemeinschaft – Inklusion“. Doch neben der internen Inklusion im Sport ist es vor allem wichtig, die Spiele bekannter zu machen und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren und zu begeistern.

Hierfür bedarf es nicht nur einer verstärkten Wahrnehmung und Wertschätzung der Gesellschaft gegenüber den Athleten und ihrer Leistung, auch die Begegnung ist entscheidend. „Begegnung ist der Schlüssel zu Akzeptanz und Aufgeschlossenheit. Dabei geht es darum, diese Begegnungen niedrigschwellig und wohnortnah zu gestalten“ betont Sebastian Stuhlinger.

Berührungsängste aus dem Weg räumen

Begegnung ist auch dem Trainer der Rosenheimer Basketballer Joachim Strubel sehr wichtig – vor allem nächstes Jahr, wenn die Stadt für die Weltspiele eine 40-köpfige Delegation aus Mauritius empfängt. Er wünscht sich ein inklusives Begegnungsfest, bei dem die Stadtbevölkerung aktiv partizipiert und einbezogen wird. Nur so können Berührungsängste aus dem Weg geräumt werden und Special Olympics bekommt die Aufmerksamkeit, die es verdient, denn „das ist eine große Aufgabe, die immer noch zu leisten ist“, hält Strubel fest.

Platzierungen der Rosenheimer Teams

Für die SBR Blue Baskets (3. Platz Bronzemedaille, Leistungsgruppe 9) spielten: Charlotte Mötsch, Ludwig Forkl, Philipp Riedel, Konstantin Sanftl

Für die SBR Yellow Baskets (4. Platz, Leistungsgruppe 6) spielten: Christian Lax, Maximilian Manhart, Karl-Heinz Weimar, Marcel Will

Boccia (Einzel): Lea Milius (2. Platz Silbermedaille), Svenja Klauß (2. Platz Silbermedaille, Veronika Altmann (4. Platz in Leistungsgruppe 1), Elena Nitu (4. Platz)

Boccia-Doppel: Milius/Altmann 4. Platz, Klauß/Nitu 5. Platz in den jeweiligen Leistungsgruppen

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