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Zusammenarbeit mit Dieter Benatzky

Barfußpfad, Kochkurse und Gesundheits-Scouts: So will Rosenheim zur Gesundheitsstadt werden

Geht es nach der Rosenheimer CSU soll es in Rosenheim bald einen Barfußweg sowie einen Motorikpark geben.
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Geht es nach der Rosenheimer CSU soll es in Rosenheim bald einen Barfußweg sowie einen Motorikpark geben.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Vorsorgeangebote, Kochkurse und ein Barfußpfad: In Rosenheim soll künftig der Fokus auf der Gesundheit liegen. Die Voraussetzungen dafür sind da – und sollen in den kommenden Jahren noch ausgebaut werden. Dafür haben sich die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses jetzt ausgesprochen.

Rosenheim – Für Professor Dr. Dieter Benatzky ist die Gesundheit ein Leib- und Magenthema. Er ist Senior-Professor, Ehrensenator der Technischen Hochschule in Rosenheim und Gesundheitsexperte. Seit 2020 steht er der Stadt als ehrenamtlicher Berater und Projektleiter zur Seite.

Gemeinsam mit Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl hat er jetzt ein Konzept entwickelt, wie man das Profil Rosenheims als „Gesundheitsstadt“ schärfen könnte. „Es geht darum, als quantitativ und qualitativ starker Standort für medizinische Dienstleistungen und Vorsorgeangebote für alle Altersgruppen wahrgenommen zu werden“, teilt die Verwaltung mit.

Führender Standort im südöstlichen Oberbayern

Dass die Voraussetzungen dafür gegeben sind, zeigt ein Blick auf die Ausgangslage. So ist Rosenheim im Hinblick auf Umfang und Qualität der medizinischen Versorgungsinfrastruktur der führende Standort im südöstlichen Oberbayern. Hinzu kommt, dass sich die Stadt mit 60 Betten pro 10 000 Einwohnern an der Spitze der Klinikversorgung befindet. Auch bei der Fach- und Hausarztversorgung liege Rosenheim weit über den Bundesdurchschnitt.

Seit 2007 Mitglied des Gesunde-Städte-Netzwerks

Seit 2007 sei man zudem Mitglied des Gesunde-Städte-Netzwerks der Weltgesundheitsorganisation. Ziel dieses Netzwerkes sei die Verbesserung der Lebensbedingungen sowie die Gesundheitsförderung für alle Bevölkerungsgruppen. „Mit zahlreichen Projekten setzen die Ämter der Stadt dieses Ziel bereits um“, heißt es aus dem Rathaus.

Auch Vereine, Verbände und Institutionen seien mit dem Thema betraut. Da sei beispielsweise der Programmbereich „Gesundheit und Wohlfühlen“ an der Rosenheimer Volkshochschule, der Naturkindergarten der Diakonie, die Seniorenmesse im Kultur- und Kongresszentrum oder die Aktivitäten des Kneippvereins.

Bewusstsein fehlt noch

„Vieles ist vorhanden. Aber das Bewusstsein für die bereits jetzt bestehende Vielfalt der Angebote zur Gesundheitsförderung und Gesunderhaltung fehlt noch“, teilen Bugl und Benatzky in ihrem Konzept mit. Beiden sei es ein Anliegen, dass die Rosenheimer wissen, dass sie in einer gesunden Stadt leben und ein entsprechendes Bewusstsein dafür entwickeln. „Zudem soll Rosenheim in Bayern und darüber hinaus als Stadt mit guter medizinischer Versorgungs- und hoher Lebensqualität wahrgenommen werden“, sagt Bugl.

Gesundheitsmesse im Kuko

Es sind ambitionierte Ziele, für die es bereits erste Ideen zur Umsetzung gibt. Geplant sei beispielsweise eine Gesundheitsmesse im Kultur- und Kongresszentrum sowie ehrenamtliche Gesundheits-Scouts in den Stadtteilen.

Vorstellbar seien Blutdruck-Screenings in Zusammenarbeit mit dem Romed-Klinikum, Bewegungsangebote im Freien wie Fitness im Park oder Stadtradeln sowie Ernährungsangebote in Kooperation mit heimischen Unternehmen.

Kostenloser Motorikpark

Geht es nach der Rosenheimer CSU soll die Verwaltung zudem über die Errichtung eines kostenlosen Motorikparks und Barfußweges im Stadtgebiet nachdenken. „Für den Motorikpark könnte unter anderem der Trimm-dich-Pfad im Keferwald wiederbelebt werden“, schlägt Stadtrat Daniel Artmann (CSU) vor. Am Ufer der Mangfall gebe es zudem geeignete Flächen für einen Barfußweg.

„Ein Motorikpark und ein Barfußweg wären ein weiterer Schritt zu einer gesunden Stadt“, ist Artmann überzeugt. Wichtig sei ihm bei allen Vorschlägen und Anregungen, dass Rosenheim nicht als Seniorenstadt abgestempelt wird. Aus diesem Grund regte Alexandra Linordner (CSU) an, über einen anderen Titel nachzudenken als „Gesundheitsstadt“.

Fitness-Flatrate für alle Sportarten

Ricarda Krüger (Die Partei) freute sich über das vielseitige Konzept und schlug vor, „Urban Sports“ auch nach Rosenheim zu holen. Die Idee hinter dem Konzept ist, ähnlich wie bei einer Fitness Flatrate, einmal zu bezahlen, um dann jederzeit und überall genau den Sport zu machen, auf den man gerade Lust hat. „Es ist wichtig neue Angebote zu schaffen“, bestätigte auch Sonja Gintenreiter (Grüne). Trotzdem glaube sie nicht, dass Rosenheim tatsächlich eine Gesundheitsstadt ist.

Nicht in zu vielen Strategien verzetteln

Sie warnte davor, sich in zu vielen Marketingstrategien zu verzetteln. „Gesundheit ist ein wichtiges Thema, aber kein Alleinstellungsmerkmal“, sagte sie. „Das Gesundheitsprofil ist glaubwürdig, sowohl was die Menge als auch die Versorgungsqualität angeht“, entgegnete Bugl.

Der Fokus würde in den kommenden Monaten auf Veranstaltungen liegen, die eine große Außenwirkung haben – beispielsweise die Seniorenmesse, aber auch ein Gesundheitskongress. Einstimmig haben sich die Stadträte dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung das Profil „Gesundheitsstadt“ kontinuierlich stärkt und aller zwei Jahre über Fortschritte berichtet.

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